Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

Lemming-Money und Deutschland-AG

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Der Glaube an die unbegrenzten Möglichkeiten des Kapitalismus hat uns blind gemacht für die schwer einzugrenzenden Katastrophen, die dieses System immer öfter auslöst.

Schon einmal von den Lemmingen gehört?

Börsenwerte haben ein paar Eigenschaften von diesen putzigen Tierchen.

Sie sind massenpsychologisch labil und sie lernen nicht dazu.

Wenn der Stress einen gewissen Pegel erreicht hat, stürzen sie sich in Massen über die Klippen.

Eine Art Stress bedingter Massenselbstmord des Kapitals.

Der Witz an der Sache ist, dass hinter diesem Verhalten Menschen stehen und keine Lemminge.

Einige wenige Einflussreiche und sehr viele Hilflose.

Sprechen wir einmal über die Einflussreichen.

Hedge-Fund-Manager, Vorstände von Investmentbanken, großen Versicherungsgesellschaften, Industriekonzernen und Rating-Agenturen.

Damit haben wir die relevante Gruppe schon relativ gut eingegrenzt.

Diese Leute setzten Trends an der Börse.

Sie entscheiden, ob es lukrativer wäre, wenn die Börse rauf oder runter geht.

Je nachdem, wofür oder wogegen sie gerade gewettet haben.

Allerdings sind diese Trendanreize nominell eher gering.

Niemand hat so viel Kapital, dass er allen Ernstes einen Trend allein durchziehen könnte.

Also braucht man die anderen, die Hilflosen. Als Hilflose bezeichne ich die Vielzahl der Anleger, die auf den Rat der Börsenprofis angewiesen sind.

Typischerweise werden Trends herbeigeredet.

Dafür braucht man auch die Medien.

Diese sind an Veränderungen interessiert, nicht an Stabilität.

Was sich in den Medien verkaufen lässt, sind Umwälzungen und Katastrophen, ob klein oder groß. Sie saugen alles gierig auf.

Deshalb kann man sie so gut manipulieren.

Bevorstehende Insolvenzen, Übernahmeschlachten und Verlusterwartungen lassen sich besonders gut an die Medien verkaufen.

Abwärtstrends sind also medial leichter zu initiieren, weil sich Katastrophen einfach besser verkaufen.

Positive Trends sind da schon schwieriger herzustellen.

Hierfür braucht man ein Anfangshoch, eine kleine Börsenrally, die dann positiv überbewertet wird.

Auch diese Überbewertung kleiner Fortschritte läuft natürlich über die Medien, aber auch über die Investment-Fonds.

Wenn ein oder mehrere Fonds in eine Sache einsteigen, seien es Goldminen, Pharmabranche oder Green Economy, dann können die Anderen nicht anders.

Sie müssen auch!

Ein innerer Zwang entsteht, weil man etwas Wichtiges verpassen könnte.

Außerdem darf man der Konkurrenz keine Vorteile erlauben.

Besser alle verlieren gemeinsam, als dass einer allein gewinnt.

Diese Einstellung führt zu einem massiven Gruppendruck unter den Fonds und eskaliert positive Trends ebenso wie Negative.

Diese manipulative Macht an der Börse wird dabei umso größer, je mehr Geld im Umlauf ist.

Aktuell ist sehr, sehr viel Geld im Umlauf.

Geld das riskiert und vernichtet werden will. Lemming-Money sozusagen.

Der Mechanismus, dass einer anfängt und die anderen mitmachen ist dabei ein ziemlich sicherer Reflex.

Stellen sie sich einmal auf einen vollen Marktplatz und schauen eine Weile nach oben.

Hinterher können sie sich dann auf einer installierten Webcam anschauen, wie viele andere Leute nach oben geschaut haben.

Genauso ist es an der Börse.

E in paar fangen an und der Rest läuft mit.

Wenn das ausnahmsweise mal nicht funktionieren sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit, dass die Einflussreichen sich absprechen.

Das tun si e auch oft und gerne.

Das February-Dinner in New York, bei dem die großen Hedge-Funds-Manager vereinbarten, gegen den Euro zu wetten, ist ein Beispiel dafür, wie effizient solche Absprachen sein können.

Der Euro ist zwar noch nicht auf Dollarniveau angekommen, aber er ist auf dem besten weg genau dorthin, wo ihn diese Leute haben wollen.

Wie gesagt, das Problem ist, dass zu viel Geld im Umlauf ist. Geld das bedient werden möchte mit gewinnbringenden Anlageformen.

Leider gibt es faktisch weniger gewinnbringende Anlageformen als die Anleger sich wünschen.

Also müssen diese Gewinnbringer künstlich hergestellt werden.

Man könnte auch sagen, dass sie erfunden werden.

Dies geschieht beispielsweise, indem man kleine Lichter zu strahlenden Sonnen erklärt, d.h. Trends in bestimmten Marktsegmenten hoffnungslos überschätzt und darin investiert.

Die Internet-Branche war in den neunziger Jahren ein Beispiel für einen solchen künstlichen Trend.

Man kann natürlich auch politisch etwas nachhelfen, wie es bei der amerikanischen Immobilienblase bis 2008 der Fall war.

Man legt Konjunkturprogramme auf, die eigentlich einem Schneeballsystem ähneln.

Menschen mit geringer Kaufkraft werden mittels eines Kreditprogramms plötzlich zu Investoren, die sich Häuser leisten können.

Der anfänglich viel zu billige Zins, gemessen am Risiko, wird dann später durch die imaginäre Wertsteigerung der Immobilien wieder ausgeglichen.

Man spekulierte also durchaus darauf, dass viele dieser Haubesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen können, sah den Gewinn dann aber in der Preissteigerung der Immobilien.

Die Preissteigerung schien dabei solange garantiert, wie die Nachfrage durch immer neue Kredite künstlich hoch gehalten wurde.

Ein echtes Schneeballsystem also!

Wer gab eigentlich das Geld für all diese Kredite?

Eifrige Sparer!

Vor allem Menschen von der anderen Seite des Atlantiks, die teilweise gefördert durch staatliche Rentenprogramme, ihr Geld in Immobilienfonds, aber auch direkt in Zertifikate investierten.

Der Hauptakteur in diesem Spiel war vielen die ihr Geld investierten gar nicht bekannt.

Lehmanns, vor Kurzem noch die Bank mit dem weltweit größten Immobilienbesitz.

Natürlich bricht jedes Schneeballsystem irgendwann zusammen.

Das weiß jedes Kind, das einmal einen Kettenbrief geschrieben hat.

Nur bis dahin haben viele Leute ganz gut daran verdient.

Nur Schade, dass danach noch viel mehr Leute ihr Geld verloren haben.

Eine wirklich effiziente Umverteilungsmethode.

Das interessante ist auch hier, dass solche Tricksysteme vor allem dadurch provoziert werden, dass zu viel Kapital am Markt nach Anlageformen sucht.

Vorraussetzung ist also ein Überangebot an Investment-Kapital.

Die weltbesten Sparer sind übrigens wir Deutschen und seit den Neunzigern haben wir unsere Sparclubs an der Börse und nicht mehr in der Sparkasse.

Also haben wir auch einen erheblichen Anteil am Entstehen von Börsenblasen, seien es die Immobilienblasen in Amerika oder Spanien oder der Crash am Neuen Markt.

Fassen wir zusammen.

Damit man einen Trend kreieren kann braucht man Kapital, die Medien und viele, viele dumme Anleger, die auf den Trend aufspringen.

Dies ist meist dann der Fall, wenn zu viele Leute zu viel Geld haben, mit dem sie eigentlich nichts anfangen können.

Dieses Geld, das eigentlich überflüssig im wahrsten Sinne des Wortes ist, habe ich auch als Lemming-Money bezeichnet.

Warum?

Weil es dazu tendiert, sich selbst zu vernichten.

Warum haben wir aber soviel vagabundierendes Kapital im Umlauf?

Eine Ursache liegt in unserem gewaltigen Wohlstand.

Die Deutschen haben durchschnittlich mehr als ein Jahreinkommen auf der hohen Kante, Immobilien und Wertsachen nicht eingerechnet.

Diese Liquidität wird in aller Regel nicht angetastet, sie soll schließlich vermehrt werden.

Zusammen haben wir mehrere Billionen Liquidität auf der ganzen Welt im Umlauf.

Ähnliches gilt für andere Länder, wie die Schweiz, Schweden, Norwegen, England, Dänemark und die Niederlanden.

Bei den Südeuropäern sieht es nicht ganz so gut aus, aber auch sie haben genug Geld zum spekulieren.

Bei diesem Überangebot an willigem Kapital versteht es sich von selbst, dass findige Finanzprodukte entwickelt werden, die überdurchschnittliche Rendite versprechen.

Renditeversprechen von 10% pro Jahr waren in den letzten zwanzig Jahren keine Seltenheit.

Viele Investment-Fonds hatten eine höhere Performance, wenn auch nicht in jedem Jahr.

Nach ein paar flauen Quartalen wurden deshalb gern die Zeiträume herausgepickt, in denen die Fonds unterm Strich noch ca. 10-12% Performance hatten.

Ein Verkaufsgag ohne Gewähr natürlich, jedoch wirksam.

Die Leute kauften.

Die märchenhafte Erwartung, dass Kapital sich auf wundersame Weise von selbst vermehrt, wurde also weiterhin bedient, obwohl die Leitzinsen über lange Jahre am Boden waren und die Realwirtschaft dieses Kapital eigentlich gar nicht benötigte.

Normalerweise war Kapital in den letzten Jahren dann ein Minusgeschäft, so man es seriös auf dem Sparbuch liegen hatte.

Die Inflation übertraf nämlich den Sparzins bei Weitem.

Sparen war ein Verlustgeschäft.

Deshalb war Liquidität auch bei vielen Unternehmen nicht beliebt.

Sie galt als Verlustbringer und wurde lieber durch Kreditlinien ersetzt.

Ein Fehler, wie wir heute wissen, der spätestens 2008 manchen Mittelständlern erhebliche Probleme schaffte.

Die Banken waren nämlich selbst unterkapitalisiert und wurden auf Grund ihrer Refinanzierungs-Probleme plötzlich geizig oder teuer, oder beides.

Zurück zu den Geldbäumen.

Bereits bei Anlagen, die etwas über der Inflationsrate lagen, nahmen die Risiken sprunghaft zu.

Sei es bei den Immobilienfonds, bei Aktienfonds oder bei Zertifikaten.

Scheinbar sicher waren dagegen Anleihen und der Rentenmarkt.

Daher ging nach dem Börsencrash 2000 und 2001 viel Kapital in diese Richtung.

Wie wir heute wissen, befand sich unser Geld auch auf dem Anleihenmarkt nicht in einem sicheren Hafen.

Die Eurokrise beweist es.

Tatsächlich kam in all den Jahren niemandem die märchenhafte Erwartung, dass unser Geld nicht nur auf wundersame Weise vermehrt, sondern auch auf ebenso wundersame Weise vernichtet werden kann.

Angesichts der aktuellen Situation müssen wir sogar davon ausgehen, dass Geld mit größerer Wahrscheinlichkeit vernichtet, als vermehrt wird, so es im Übermaß vorhanden ist.

Warum aber sind dann unsere Staaten so verschuldet?

Wie kommen wir zu dieser gewaltigen Schuldenkrise?

Hier spielten wirklich viele Faktoren eine Rolle.

Nie wurde so viel vom Staat investiert und so wenig von der Wirtschaft zurückgeholt wie in den letzten 10 Jahren in Deutschland.

Die Idee, dass der Staat vor allem für konjunkturelle Anreize verantwortlich ist, hat uns zwar eine Reihe von Arbeitsplätzen in subventionierten Branchen erhalten, aber auch dazu geführt, dass etwa ein Viertel unserer Unternehmen ohne direkte oder indirekte Subventionen nicht mehr konkurrenzfähig wären.

Tatsächlich haben wir die klassischen Schwerindustrien, die Schiffsbau-Branche, Chemie- und Pharmabranche, die Autoindustrie, die Energieversorger einschließlich des Kohlebergbaus und der Atomwirtschaft und auf der anderen Seite die Green Economy künstlich am Leben gehalten, obwohl deren Konzepte entweder überholt oder in vielen Bereichen nicht mehr oder noch nicht wettbewerbsfähig waren.

Arbeitsplätze wurden und werden im großen Stil subventioniert.

In manchen Branchen erreichen die Subventionen durchschnittlich 130 000 Euro pro Jahr und Arbeitsplatz.

Wir haben also, ohne dass es zugegeben wird, einen riesigen staatlich finanzierten Sektor auf dem Arbeitsmarkt.

In Wirklichkeit ist dieser Sektor viel größer, als in den Statistiken angegeben, weil auch die indirekten Subventionen beispielsweise durch niedrige Kerosinsteuern für Fluggesellschaften oder kostenlose Geldschöpfung für die Banken mit eingerechnet werden müssten.

Tatsächlich sind unsere Staaten also riesige Wirtschaftsunternehmen, die allerdings seit Jahren erhebliche Verluste machen.

Dies liegt an den ungeklärten Unternehmensstrukturen.

Die Deutschland AG besteht eigentlich aus einer Holding-Gesellschaft, die hauptsächlich in Berlin und Brüssel sitzt und zu der alle Verluste der Tochterunternehmen transferiert werden.

Die Gewinne bleiben dagegen in den Unternehmen selbst.

Wenn ein Konzern seine Gewinne überwiegend behalten und seine Verluste überwiegend sozialisieren kann, bleibt für die Holding-Gesellschaft namens Deutschland nicht viel übrig.

Wir verdienen unterm Strich also nicht, sondern verlieren.

Diese Beziehung zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft ist für die Deutschland AG schon seit langem typisch.

Die subventionierte Wirtschaft macht Gewinne und der Staat macht Verluste, die er durch immer höhere Schulden ausgleicht.

Dieser Mechanismus wurde 2008 anlässlich der Finanzmarktkrise mit 80 Milliarden Neuverschuldung nur auf den Höhepunkt getrieben.

Vorhanden war er schon vorher und er ist typisch für ganz Europa! Übrigens auch für Griechenland, Portugal, Spanien, Irland, England und Frankreich.

In Deutschland zahlten wir schon vor der Finanzmarktkrise Jahr für Jahr 20 Milliarden Euro an direkten Subventionen für die Wirtschaft.

Wenn man die indirekten Subventionen hinzurechnen würde, ist es das Fünffache.

Eine Summe von 100 Milliarden entspräche etwa einem Drittel des Bundeshaushaltes, wenn dieses Geld nur aus dem Bundeshaushalt stammen würde.

Tatsächlich wird der Staat aber an allen Enden von der Wirtschaft angezapft, von der kommunalen Ebene bis zur europäischen Ebene.

Als kleines Beispiel, was auch indirekte Subvention für die Wirtschaft ist, wäre das Kurzarbeitergeld zu nennen.

Mir sind große Konzerne bekannt, die an einigen Standorten Schichten mit 120% Auslastung fahren, um bei den Aufträgen nachzukommen und gleichzeitig für diese Belegschaft Kurzarbeitergeld kassieren.

Die Ausgaben der Arbeitsagentur für Kurzarbeitergeld liegen bei mehreren Milliarden Euro.

Der Bund soll dieses Jahr 16 Milliarden Euro nachschießen.

Kurzarbeitergeld ist inzwischen eine Subvention für Rationalisierungsmaßnahmen.

Mit weniger bezahlten Arbeitsstunden wird mehr produziert.

Am Ende werden die Leute aber doch entlassen!

Das jetzt unvermeidlich einsetzende Sparkonzert der Bundesregierung betrifft wieder nur zu einem geringen Teil diese Subventionen.

Das Prinzip setzt sich also fort, dass der Staat die Verantwortung für die Wirtschaft trägt und dort eher bereit ist, Verluste auszugleichen, als Gewinne einzukassieren.

Merkels Sparliste setzt beispielsweise in erster Linie am Ressort Arbeit und Soziales an.

Dieser Bereich verschlingt 143 Milliarden unseres jährlichen Bundeshaushaltes.

80 Milliarden davon gehen an die Rentenkassen.

Gespart werden soll beim Arbeitslosengeld, aber nicht beim Kurzarbeitergeld.

Letzteres wäre zum Nachteil der Wirtschaft!

Die riesigen Defizite der Krankenkassen zwingen auch dort zu Einsparungen.

Allerdings wird hier vor allem die Einnahmeseite belastet.

Gemeint sind die Beitragszahler.

Die Erhöhung der Beiträge betrifft dabei nur die Arbeitnehmer, nicht die Arbeitgeber.

Subventioniert wird wieder die Wirtschaft.

Die Sparliste für die Pharmaindustrie ist derweil auf Eis gelegt.

Gewinne macht in Deutschland gesetzmäßig nur die Wirtschaft, Verluste nur der Staat.

Man hat fast den Eindruck, als würde dies im Grundgesetz stehen.

Unser gesamtes staatliches System ist auf Verluste zu Gunsten der Wirtschaft programmiert.

Das ist nicht neu.

Neu ist nur die dramatische Zuspitzung der Situation, die uns mehr und mehr in die Schuldenfalle treibt und einige andere Länder schon nahe an die Insolvenz gebracht hat.

Solange die Deutschland AG alle Bevölkerungsgruppen mitgenommen hat und der Wohlstand stieg, gab es wenig Grund, diese Lastenverteilung zu kritisieren.

Spätestens zu dem Zeitpunkt, als es um die Lasten der Deutschen Einheit ging, produzierte dieses Modell aber massive Ungleichgewichte zu Gunsten der Wirtschaft.

Es folgten dann zwei Jahrzehnte massiver Profite der großen Konzerne und ihrer mittelständischen Verbündeten.

Gleichzeitig kam es zu einer Stagnation der Löhne und zu einer beschleunigten Staatsverschuldung.

Das Gleichgewicht war empfindlich gestört.

Im Endeffekt wurden auf diese Weise große Mengen Kapital bei den Konzernen und den Wohlhabenden der Gesellschaft angehäuft, die nicht in den Binnenmarkt sondern an die internationalen Börsenplätze flossen.

Dort sammelte sich der Stoff aus dem die Blasen sind in großen Mengen an.

Auf den Binnenmärkten wurde mangels Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten der Konsum geschwächt.

Das Geld, das sich an den Börsen staute, kam deshalb in einer weniger wachsenden Realwirtschaft nicht mehr unter.

So entstand Lemming-Money, Geld dass durch aberwitzige Finanzmarktprodukte und künstliche Schneeballsysteme in Massen über die Klippen getrieben wird.

Am Ende dieser systemimmanenten Umverteilung, die wie gesagt noch nicht gestoppt ist, stehen die Verarmung breiter Bevölkerungsgruppen, völlig überschuldete Staaten und Billionen vernichteten Kapitals.

Am Ende werden auch der Verfall der Deutschland AG und ein Erdbeben in unserem politischen System stehen.

Die verschobenen Machtgleichgewichte zu Gunsten der global agierenden Exportwirtschaft werden dazu führen, dass Staat und Gesellschaft zu Dienstleistern für die Konzerne werden.

Das Primat der Wirtschaft über die Politik wird so weit getrieben werden, dass wir nur noch vor der Wahl stehen, uns unsere Freiheit mit massiven Wohlstandsverlusten zu erkaufen.

Andernfalls wird unsere Gesellschaft zu einem Zulieferbetrieb für die Wirtschaft, die ihr Humankapital zu frühkapitalistischen Bedingungen an die mächtigen Weltkonzerne verkauft.

Lemming-Money wird dann auch bald verbraucht sein.

Dazu gehören auch die Spareinlagen der Deutschen, die spätestens in der bevorstehende Inflation abschmelzen werden.

Wir sind von einem hohen Niveau in eine dauerhafte Krise gestürzt und fallen dabei so langsam, dass viele den Fall nicht bemerken, bis sie auf dem Boden aufgeschlagen sind.

Keine guten Aussichten wenn wir nicht bald die Fallschirme ziehen!

Welche Gegenmaßnahmen wären jetzt noch möglich?

Damit das Gleichgewicht in der Deutschland AG wieder hergestellt wird, muss der Staat zum voll berechtigten Teilhaber der Wirtschaft werden.

Dies bedeutet, dass nun auch die Gewinne zum Teil sozialisiert werden und nicht nur, wie bisher, die Verluste.

Diese Teilhabe besteht nicht mehr in dem Prinzip, dass die Gesellschaft die Arbeitsplätze bekommt und das Unternehmen die Gewinne.

Die Gesellschaft bekommt auch einen wesentlichen Anteil der Gewinne, da sie die Verluste sowieso schon seit langem zu tragen hat.

Gesetzlich bedeutet dies Teilverstaatlichung der Unternehmen.

Praktisch würde der Staat Minderheitenbeteiligungen mit Vetorecht an sämtlichen Aktiengesellschaften erhalten.

Das Geld, das nicht direkt in die Unternehmen gesteckt wird, kann dann in die staatlichen Zulieferaufgaben investiert werden.

Bildung, Forschung, Infrastruktur, Soziales Netz, Sicherheit und Verteidigung.

Die Arbeitskosten können dadurch gesenkt werden, dass ein wesentlich geringerer Anteil für Sozialabgaben und Steuern fällig wird.

Die Gewinne finanzieren den Staat zu einem bedeutenden Teil.

Auch wenn man einwenden könnte, dass letztlich das Abgabenprinzip nur durch ein Beteiligungsprinzip ersetzt wird, hat dieses Modell einen ganz wesentlichen globalen Vorteil.

Der Staat bleibt trotz der sukzessiven Abschaffung von Arbeit im Geschäft.

Große Teile des erwirtschafteten Kapitals bleiben in einem geschlossenen Kreislauf zwischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Vagabundierendes Kapital, das sich jetzt noch an den Börsenplätzen herumtreibt, wird dann für gesellschaftliche Aufgaben verwendet.

Lemming-Money wird dadurch zumindest teilweise verhindert.

Dies ist übrigens ein neuer Gesellschaftsvertrag, der auch dann funktionieren kann, wenn er nur in einem Land, wie Deutschland, also auf nationaler Ebene gestaltet wird.

Er wird vor allem dann gut funktionieren, wenn es sich um ein wirtschaftlich starkes Land handelt.

Deutschland ist wirtschaftlich stark.

Somit wird auch die Teilverstaatlichung oder besser Staatsbeteiligung an großen Unternehmen keinen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Es könnte sogar ein wirtschaftliches Erfolgsmodell werden.

Die Teilhabe der Gesellschaft an den Unternehmen würde auch den sozialen Frieden gewährleisten, die Deutschland AG könnte so auf gesellschaftlicher Ebene gerettet.

Ausschließlich international realisierbar ist die Kanalisation der Finanzmärkte.

Hier liegen schon diverse gute Vorschläge vor, die aber international nicht umgesetzt werden, solange in den Gesellschaften keine neuen Verbindungen zwischen Kapital und Gesellschaft geschaffen werden.

Ein Teilhabemodell welches in Deutschland erfolgreich wäre, könnte sich aber auch in anderen Industrieländern durchsetzen.

Die ersten Länder die meines Erachtens diesen Weg gehen werden, sind China und Russland.

Amerika wird diesen Weg nicht beschreiten.

Dennoch wird irgendwann ein Umschlag kommen, der von den vernünftigen Gesellschaften ausgehen wird.

Dann lassen sich auch internationale Finanzplätze sinnvoll regulieren.

Bis dahin werden wir Fortschritte nur auf nationaler Ebene erreichen können.

Packen wir´s an!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5733
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14066297

Verwandte Beiträge