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Ab Weihnachten wird alles besser

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Am Heiligabend verspreche ich mir immer besser zu werden.

Eigentlich ging ich jahrzehntelang all diesen Rummel aus dem Wege, entwich den sogenannten Weihnachtsessen, den Adventsfeierlichkeiten und wollte auch nie im Dudelfunk das Klingglöckchen hören.

Nur am Heiligen Abend da zog es mich gegen Mitternacht in die Mitternachtsmette, da wollte ich mich öffnen als Mensch und Christ, die Mitternachtsmette voller Musik und voller Hoffnung, im Halbrund des Kirchenschiffes sich freuen auf das Licht, im Kreise der Gemeinde.

Genau diese Freude ließ ich mir nicht nehmen, ich umging Weihnachtsmärkte in Konsumtempeln und hasste Lametta bereits zum Todensonntag.

Wollte bereits vor Jahren kein Lebkuchenpaket mehr aus Nürnberg bekommen, schrieb niemals dorthin doch werde bereits mit Pefferkuchenprospekte ab Mitte Oktober erstickt.

Ich machte was anderes, vollzog den handschriftlichen Brief, legte ein paar Fotos hinzu und verschickte die Briefpost zu Anfang Dezember, manche meinten „altmodern“ und erwiderten per mail, im Laufe der Jahre stellten sich auch wieder einige um, die Freude zum Fest wurde die handschriftliche Mitteilung.

Man erfährt etwas zwischen den Zeilen und wird wieder vertrauter, man sucht den Kontakt und man telefoniert freier, das freie Telefonieren setzt freundschaftliche Kontakte voraus, die andere Art des Telefonierens ist das ständige mitteilen.

Je näher allerdings der 24. Dezember kommt, werden die Planungen konkreter, möchte man mal mit Freunden Zuhause sitzen, das Feuer am Kamin genießen oder ins Theater gehen?

Wird der 2. Feiertag zum gemeinsamen Zirkusbesuch, bei uns wird er es, warum auch nicht, wir finden uns ein zum Weihnachtszirkus am Olympiastadion.

Zuvor jedoch der Tag, den man Heilig Abend nennt, den Tag lass ich mir nicht nehmen, denn der gehört mir.

Da verspreche ich mir immer , du musst besser werden, dazu wähle ich die Ruhe der Landschaft, fahre in die Landeshauptstadt, parke unweit der Neuen Gärten und nehme mit dem Hund den Weg nach Alexandrowka.

Die vorweihnachtliche Ruhe in der russischen Kolonie, die Feinheit der russischen Siedlerhäuser und die Weite der Gärten.

Man lässt die Seele baumeln und schaltet ab vom Alltag, ist man bereit zum Feiern?

Verschnaufen vor dem Fest, durchatmen dort wo die Toleranz der Herrscher Nationen zusammenführte, den Rückweg über die Kapelle oder den Pfingstberg?

Zurück zum Cecillienhof und es wagen durch die Neuen Gärten zu gehen, man lauscht dem Glockenklang in der Ferne, ist es die Glocke der Heilandskirche oder die von Peter und Paul, die Realität hat einen wieder, stets dann wenn man im Schlossgarten vor dem Beet mit dem Sowjetstern steht und wird man dann noch angesprochen „ach wissen sie eigentlich…?“

Man geht und wünscht sich ein frohes Fest.

 

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