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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Das eigentliche Dilemma

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Es ist wahrhaftig ein Dilemma, es beginnt stets dann wenn man Menschen die Hoffnungen erfüllen sollen in einen Bezug zur Organisation bringen möchte. 

In den meisten Fällen sind Organisationen in der Breite und Vielfalt verwurzelt, im Gegensatz dazu befinden sich mitunter die Frontmänner.

Zwar ist das kein Widerspruch doch für viele eine Herausforderung, sie sehen nicht den Spiegel der Organisation wieder.

Es geht also um die Wiedererkennung der eigentlich gemeinsamen Werte und die beginnt man gnadenlos dann bei den besagten Frontmännern zu suchen, was passt in die besagte Schablone und wie viel fällt durch das Raster?

Die sog. Schablone ist etwas Immaterielles und wird in den meisten Fällen mittels Anpassung der Beteiligten justiert, kann man entsprechende Frontmänner justieren?

Menschen werden sich immer versuchen anzupassen, wenn es um ihr eigenes Überleben geht, dabei ist allerdings manche Anpassung eine Show, denn die Show gehört zum Geschäft.

Fällt man allerdings einmal durch das Raster, bekommt der Zeitgeist als Person gnadenlos, eigentlich hat eine solche Situation bereits jeder von uns schon einmal erlebt.

Immer dann wenn die Kritiker sich mit ihrer Kritik nicht mehr zurück halten möchten, wobei diese Art von Kritik weder ein Thema berührt noch der Sache dient.

Gar mancher redet dabei von fehlender konstruktiver Kritik, wobei andererseits jeder weiß, konstruktive Kritik anders ausgedrückt bedeutet „Anregung“.

Anregen zur Besserung kann man allerdings nur mittels Einsicht, das Problem der Frontmänner in Organisationen und Parteien ist das gleiche der Manager in dieser Republik, man gesteht sich seiner Fehler nicht ein.

Was wiederum mit der Diskussionskultur in diesem Lande zusammenhängt, wo aus Beiträgen Fakten aus dem Zusammenhang werden, gewinnt die Lust am Zerlegen anstatt am Interpretieren.

Würden wir in diesem Zusammenhang lernen zu interpretieren, würde man einen Dialog starten können.

Der eigentlich fehlende Dialog zwischen der Masse unten und den wenigen oben ist der Zerrbild dieser Republik, man führt nicht Parteien wie Schaltzentralen des Managements, sondern Parteien sind Organisationen von Bürgern mit einem Interesse an eine bessere und gerechtere Zukunft.

Frontmänner in den Parteien die sich als Manager in dieser Organisation fühlen werden vergeblich die Bindung zum Bürger suchen.

Diese ideale Voraussetzung für einen Parteivorsitzenden gibt es kaum, denn auch Willy Brandt warf man zu Beginn und das nicht nur in Berlin, mitunter gerne Knüppel zwischen die Beine, es kommt allerdings immer wieder darauf an, wie der entsprechende Vorsitzende damit umgeht.

Wir sprachen von Willy Brandt, dann sollten wir auch hinzufügen sein alter Berliner Weggefährte Klaus Schütz weilte als Beobachter der SPD in den USA- Präsidentenwahlkampf Kennedy contra Nixon.

Klaus Schütz ist der eigentliche Erfinder des Kanzler-Kandidaten, den ersten Wahlkampf Adenauer / Brandt war der Auftakt der SPD mit einem Kanzler- Kandidaten in die Bundestagswahl zu gehen. Was muss also ein Kanzler- Kandidat verkörpern und inwieweit muss sich die Partei damit identifizieren?

Wer dabei von einer 100% Schnittmenge spricht der irrt gewaltig, denn der politische Widerspruch ist erkennbar am Aufstieg von Ludwig Erhard.

Ludwig Erhard war ein Fürther, war aber niemals Mitglied in der CSU, in den ersten Amtsjahren war er parteilos und trat dann in die CDU ein und wurde ihr Vorsitzender.

Damit justierte sich eine Partei auf eine Person, im Gegensatz dazu Willy Brandt, der sich erst innerparteilich durchsetzen musste.

Die Partei formte also Willy Brandt und nicht umgedreht, es ging also um die Schnittmenge von der Person zur Partei.

Die damalige SPD vor dem ersten Bundestagswahlkampf unter ihrem Zugpferd Willy Brandt war programmatisch aufgestellt, die Wahl fand im Herbst des Jahres 1961 statt und das Godesberger Programm der SPD wurde 2 Jahre zuvor verabschiedet.

Das war die Basis zu einer Mobilisierung der Demokratie in diesem Lande, Godesberg hieß Arbeit und Godesberg forderte heraus.

Im Jahre 2013 hat die SPD zur kalten Wahlkampfphase einen Frontmann, den Kanzler- Kandidaten und einen Vorsitzenden aber kein neues Godesberger Programm was bewegt.

Sollte sich nun die Partei auf ihre Frontmänner hin bewegen oder die sog. Frontmänner der Partei auf die alten Werte der Partei.

Leider wurde die Zeit in der Opposition nicht genutzt die SPD inhaltlich zu erneuern, man tauschte Personen aus behielt aber das Prinzip.

Dabei geht es mir nicht um die mitunter kaum erkennbare innerparteiliche Demokratie, sondern vielmehr um das vertretbare Programm.

Man war beschäftigt in einer Rolle der Herausforderung, d.h. eine denkbar schlechte Regierung unter schwarz/gelb ein Paroli geben zu müssen, wo das Bessersein vor dem Anderssein stand.

Es geht also um die Darstellung einer anderen Politik im Bund und die darf nicht personenbezogen sein sondern sollte die Diskussion in der Gesellschaft beeinflussen.

Die Einflussnahme der Partei mit ihren Themen in der öffentlichen Meinung ist das eigentliche Feld der politischen Auseinandersetzung und dazu muss man liefern, Ideen und Konzepte.

Noch kann man mittels eines Regierungsprogrammes einiges davon auf die Beine bringen, das wiederum dient nur den folgenden Verhandlungen und nicht der inhaltlichen Erneuerung der Partei.

 

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