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Der mexikanische Koffer

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Der legendäre Koffer von Robert Capa mit etwa 4500 Negativen  aus dem spanischen Bürgerkrieg und der Republik von 1936 – 1939 ist erst vor einigen Jahren wieder aufgetaucht.

Jahrzehntelang wurde nach ihm  gesucht.

Drei kleine Schachteln enthalten die Negative, die 2007 ans International Center of Photography gegeben wurden. 2010 erfolgte dann in New York die erste Ausstellung.

Nach spanischen Ausstellungen ist jetzt in Paris im Museum für jüdische Kunst und Geschichte die Präsentation  bis zum 30.6. zu sehen.

Wer eine Reise nach Paris plant sollte diese Ausstellung besuchen.

Die Bilder sind zum Teil in internationalen Zeitschriften erschienen, die auch in Ausschnitten auf der Ausstellung zu sehen sind.

Präsentiert werden sowohl die entwickelten kleinen Bilder als auch vergrößerte Bilder, die die Situation an der Front sowie im republikanischen Teil Spaniens wiedergeben. Insgesamt sind 32 Kapitel in der Fotoausstellung zu sehen.

Robert Capa ist einer der berühmtesten Fotojournalisten des 20. Jahrhunderts.

Er wurde als Ernö Friedmann 1913 in Budapest geboren und starb 1954 in Vietnam.

Wegen seines politischen Engagements musste er aus Ungarn fliehen.

Er ging nach Berlin und begann ein Journalistikstudium und arbeitete 1932 – 1933 als Fotoassistent beim Ullsteinverlag.

1932 wurden seine ersten Bilder im Berliner Weltspiegel veröffentlicht.

Nach der Machtergreifung Hitlers flieht Capa aus Deutschland  und landet schließlich in Paris.

Dort arbeitet er mit Chim, Taro und Stein zusammen.

Fred Stein ist Porträtkünstler.

Er hat von Hannah Ahrendt, Willy Brand u.a. Fotos gemacht.

Stein hat auch Gerda Taro fotografiert wie in der Ausstellung zu sehen ist.

Wie die anderen ist auch er Jude und musste vor den Nazis fliehen.

Capa versucht in seinen Bildern die Ereignisse in ihren eigenen Abläufen einzufangen.

Capa fotografiert u.a. die Ruinen von Madrid nach den Bombenangriffen 1937, die Front in Katalonien 1939 und ein Exilcamp in Argelès sur mer.

Man erhält einen guten Einblick in das Leben der jungen Republik bis zu ihrem Ende.

Chim wurde als Dawid Szymin  1911 in Warschau geboren.

Nach seinen graphischen Studien in Leipzig wechselte er zur Fotographie.

1931 ist er in Paris.

Dort besuchte er Kurse an der Sorbonne.

Seine Bilder über die Volksfront machten ihn bekannt.

Er arbeitete für die kommunistische Illustrierte Regards.

Wie Capa und Taro nimmt Chim die ganze Breite des spanischen Bürgerkriegs auf.

Aber sein Schwerpunkt liegt darin die Menschen weit ab vom Kriegsgefecht zu fotografieren.

So fotografiert er Porträts, Soldaten vor ihrem Haus oder Bauern bei der Arbeit.

Er fotografiert auch das Thälmann Bataillon und die Parade zum 19. Jahrestag der Sowjetunion in Barcelona.

Chim wird während des Suezkonflikts beim Überqueren der Frontlinie von ägyptischen Soldaten erschossen.

Er wollte über einen Gefangenenaustausch berichten.

Taro, geborene Gerta Pohorylla wird 1910 in Stuttgart geboren.

Sie ist eine der ersten Frauen des Fotojournalismus.

Von  Friedmann lernt sie die Fotographie.

Sie beschließen beide sich Pseudonyme zuzulegen: Capa und Taro.

Im August 1936 gehen sie nach Spanien und fotografieren die Kriegsgreul.

Taro fotografiert auch u.a. das Leben in Madrid 1937, das Training der neuen Volksarmee 1937 und mit Capa die Beerdigung von General Pavol Lukács.

Am 25. Juli 1937 wird Taro während des Angriffs der Legion Condor an der Brunete Front bei Villanueva de la Canada  von einem republikanischen  Panzer überrollt.

Sie stand auf dem Trittbrett eines LKW und fiel herunter.

Einen Tag später starb sie im englischen  Lazarett.

Sie ist die erste Frau, die als Fotografin während einer Kriegsreportage stirbt.

Sie wurde feierlich am 1. August 1937 auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beerdigt.

Louis Aragon und Pablo Neruda führten den Trauerzug an.

Diese drei jüdischen Fotojournalisten gelten als die Begründer der modernen Kriegsberichterstattung.

Die Ausstellung zeigt so auch den Beitrag jüdischer Intellektueller im spanischen Bürgerkrieg angesichts des fortschreitenden Totalitarismus in Europa.

 

 

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