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Deutschlands Maschinenbau, es war einmal ein Paradestück

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Deutschlands Wahnvorstellungen vom wirtschaftlichen Wachstum waren eigentlich beendet in der Epoche wo der mannigfache Maschinenbau konzentriert wurde.

Das genau sollte man untersuchen, neben der Jubelindustrie , die unmittelbar nach dem Krieg startete ,die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen und die Massen von Mitarbeitern in rhythmischer Produktion beschäftigte.

War eigentlich der Deutsche Maschinenbau das Aushängeschild der Industrie und überwiegend befanden sich diese Betriebe in Hand einer Familie.

Reden wir mal nicht über Mengele, denn in der Tat gab es auch andere, richten wir einmal das Augenmerk auf eine Firma, dessen Inhaber während der Nazi Zeit Rückgrat bewies und der seinen Betrieb in das Wirtschaftswunder begleitet.

Daher ich vor fast mehr als 4 Jahrzehnten in diesem Betrieb mal den Schliff für das Studium bekam, fiel mir der Name des Inhabers und die Firma sofort wieder ein.

Ich googelte nämlich und fand einen Ausschnitt aus der Zeitung Metall der IG Metall, da sprach vor etlichen Jahren ein damals 84 jähriger Kollege von seinen Erfahrungen im Nazi- Deutschland als Halbjude und erwähnte diesen Chef positiv, denn er stellte sich stets vor ihm.

Ich lernte den Betrieb fast 20 Jahre nach Kriegsende anders kennen, es war jene Maschinenbaufabrik mit etwas mehr als 100 Beschäftigte, die eine Familie des Seniors und des Juniorchefs ernähren konnte.

Ein Betrieb wo das Wachstum Programm war, man fertigte Maschinen an, dessen Eigenfertigungsanteil über 80% lag.

Fast jede Maschine war ein sog. Prototyp, Made in Germany, war damals die berühmte Knüppelmechanik, jede Maschine hatte fast 5 Handräder und dazu mehrere Einstellungshebel.

Man setzte allerdings nicht nur auf eine Branche sondern bediente auch die Nachfrage im heimischen Raum mit anderen Maschinenangeboten.

Zur damaligen Zeit war das Techn. Büro eigentlich der Kern des Unternehmens, man zeichnete fast alles im Detail, denn der Eigenfertigungsanteil war ziemlich hoch.

Insofern war das Reißbrett der eigentliche Teil, der den Aufschwung garantierte.

All die erstellten Zeichnungen waren abgestimmt auf die Eigenproduktion, die Pausmaschine lief fast 10 Stunden am Tag.

Man organisierte nach Vorwärts, es gab die Vorkalkulation und damit operierte man, baute man das Modell ein oder zweimal, das schlug sich auf den Gewinn.

Man versuchte intern bereits zu normen, denn man besaß angemeldete Patente zum Herstellungsverfahren, eine entsprechende Nachkalkulation war unbekannt.

Das kaufmännische Büro bestand aus dem eigentlich wahren Chef, dem Prokuristen der die Lohnbuchhaltung für mehr als 100 Mitarbeiter von Hand beherrschte und immer der Ansprechpartner war.

Einen Einkäufer der sich der klassischen Methode verpflichtet fühlte und handeln konnte.

Der Kollege der Angebote unterbreitete war zugleich der Dolmetscher in Firma, man pflegte nämlich Kontakte zu Kunden ins Ausland.

Zudem jene der den Versand und die Warenannahme machte, den Buchhalter sowie jenen der sich mit der Registratur beschäftigte.

Dieser Betrieb besaß den eigenen Grund und Boden, man konnte also nicht expandieren sondern nutzte konsequent den Raum aus.

Der alte deutsche Maschinenbau setzte auf die Guss Körper, die Gießerei war damit das Kernstück.

Um Gießen zu können benötigte man die Holzmodelle, davor stand die Modellschreinerei und die verfügte über das Modell- Lager.

Cirka 70% der Eisenteile an solchen Maschinen waren die eigenen Guss- Teile, hochwertiger Leistungsstahl kam zu Recht gesägt in die weitere Verarbeitung in die Maschinenschlosserei.

Dessen Kernstück war die mechanische Dreherei, fast alle Einbauteile waren nämlich rund und hatten entsprechende Toleranzen.

Man montierte in der Montagehalle und sah wie eine Maschine Gestalt annahm.

Wie sich das Innenleben installierte, die Zukaufsteile eine Funktion im Gesamten bildeten und dann wurde verdrahtet.

Erst nach dem Probelauf lackiert und verpackt, zur Verpackung gehörte mehr, nämlich der Aufstellungs- und Fundamentplan, der elektrische Anschlussplan und die Inbetriebnahme, die Bedienungsanweisung und der Wartungsplan.

All das ist aber Vergangenheit, die ersten finsteren Wolken kamen mit der modularen Vorgabe, man produzierte anderenorts im Baukastensystem.

Das Baukastensystem im Maschinenbau stellte Produktionsmethoden in Frage und erforderte den wirtschaftlichen Beweis.

Mancher Konstrukteur der zwar gut entwerfen konnte, musste sich der Wirtschaftlichkeit stellen, denn nur die Wirtschaftlichkeit ist in der Summe der Betriebserfolg.

Diese unumkehrbare These ging zu Lasten des Eigenfertigungsanteiles, das Ergebnis sieht man heute denn fast jede Werkzeugmaschine sieht aus der Ferne fast identisch aus.

Das besagt aber auch, man legte ganze Betriebszweige still und setzte auf die modularen Schweißkonstruktionen.

Dem entsprechenden Einkauf und den Zulieferern kommt also ein ganz anderer Stellenwert zu, insofern verringerte sich die Summe des Eigenfertigungsanteils von Jahr zu Jahr.

Ein weiterer entscheidender Punkt war der Einzug von elektronischer Steuerung, anstelle der praktizierten Knüppelmechanik.

Damit wurden stationäre Werkzeugmaschinen zu Informationsträger, waren zuvor schon über die Schwelle der modularen Produktion Arbeitsplätze frei geworden und min. 10% der deutschen Maschinenbauer auf der Strecke geblieben, kam erst der Siegeszug der numerisch gesteuerten Maschine.

Das war die Revolution im Maschinenbau und das Ende der Reißbretter, man konzentrierte sich auf Steuerungen und die Folge war neue Berufsbilder, die einer Konzentration entsprachen.

In Folge dessen machten etliche einen Neustart, aber Familienbetriebe schlossen für immer ihre Pforten, viele Erzeuger hatten diese rasante Fahrt nicht erkannt und hinkten der Zeit hinterher.

Es begann die große Zeit der Kapitalgeber, der Marginalrenditen und Querfinanzierer, der eigentlichen Abhängigkeit von der Erwartung.

Man zerschlug also Familienbetriebe in Teile und bezog neue Positionen, mitunter machten 5 Worker den Umsatz den 2 Jahrzehnte zuvor mehr als 60 kaum schafften.

Nur das Ganze hat einen Haken, aus dem Umsatz möchten externe ihren Gewinn erzielen, mittlerweile gibt es die Umkehrung der Verhältnisse.

Der Eigenfertigungsanteil liegt teilweise unter 10%, man schraubt also nur noch zusammen und aus Konstruktionsunterlagen wurden sog. Pflichtenhefte.

Die Nachkommen jener Unternehmerfamilien, der sog. Nachkriegsgeneration beschäftigen sich überwiegend mit der Verwaltung sowie Vermarktung der firmeneigenen Grundstücke.

 

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