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Ein Grund zum Jubeln?

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Vor 30 Jahren startete man den Versuch uns zu verblöden, Helmut Kohl nannte das Medienfreiheit und man startete mit dem Privatfernsehen.

Das allerdings hatte wiederum eine Vorgeschichte, es ging um das Massenmedium Fernsehen und die Bundesrepublik Deutschland war das Kind zum Experimentieren, ähnlich verlief es im Osten Deutschlands.

Im Nachkriegsdeutschland ging die Technik weiter, Nachkriegsdeutschland bestand aus dem UKW Empfang, eine Technik die Klarheit lieferte und mit der man Regionen bediente.

Das waren Informationen, Hintergründe und eine Programmvielfalt, die Regionen schätzten ihre Sender und fast jedes Bundesland hatte seinen Landesrundfunk.

Ähnlich verhielt es sich mit den ersten Fernsehprogrammen, es gab noch eine Reihe von Regionen in Deutschland die man nicht erreichte, es gab allerdings schon 1952 Fernsehgeräte im Angebot.

Ein Fernsehgerät im Wohnzimmer bescherte mitunter stets Gäste, das war 1954 so bei der WM in der Schweiz und lag eigentlich in der Tradition des Mediums Fernsehen.

Bereits 1936 zu den Olympischen Spielen in Berlin, gab es in Berlin öffentliche Fernsehstuben, man wollte als Zuschauer dabei sein und etwas erleben.

Das war der Wechsel einer ganzen Generation, die zuvor das Wohnzimmer als eine geschlossene Anstalt sah, was man nur an bestimmten Tagen öffnete.

Andererseits konnte man sich kurzfristiger und knapper informieren, was manche Tageszeitung nicht schaffte, schaffte die ard Tagesschau in wenigen Minuten und danach nahm man das Programm an.

Schon damals in den Kindertagen des Fernsehens startete der Axel Springer Verlag eine Gegenoffensive, zunächst zielte man direkt auf die Masse, die noch kein Fernsehgerät besaß man brachte überregional die Bild- Zeitung auf den Markt, die Bild Zeitung ist demzufolge ein Querprodukt des Siegeszuges Fernsehen.

Nur darauf sich zu konzentrieren war allerdings zu wenig, Springer machte damals bereits Fernsehgeschichte- das Ding trug den Namen „Hör zu“ und diese Zeitschrift war gemacht wie ein Illustrierte, nahm sich Themen an und justierte Meinungen und ganz nebenbei auch eine Programmzeitschrift.

Bei aller Kritik, die angebracht ist, hier war Springer weiter als etliche biedere Zeitungsredaktion in unserer Republik.

Das ard Fernsehprogramm wurde getragen von den Landesfunkhäusern, da gab es starke und schwache, progressive und biedere, man bemerkte das immer in den Pausen wenn umgeschaltet wurde.

Manche Fernsehanstalten hatten Renner sog. Straßenfeger und das nicht nur am Samstagabend, noch vor der Gründung des ZDFs hielt die Werbung als Block vor 20 Uhr den Einzug ins ard Fernsehen.

Erinnern wir uns, in den Jahren zw. 1959 und 1960 als man 1 Programm im Fernsehen empfangen konnte, war es die Konservativen um Konrad Adenauer in der Bundesrepublik denen das ein Dorn im Auge war.

Nicht weil man Kino und Bühne, Bücher und Zeitung sowie der Familie mehr Zeit gönnen wollte, sondern es ging um Einfluss der Politik ins Fernsehprogramm.

Das Ziel Adenauers lautete „Deutschlandfernsehen GmbH“, das diskutierte man im Bonner Bundestag und damals war die Öffentlichkeit durch die Berichterstattung in den Medien schockiert.

Daraus entwickelte sich allerdings der Plan zum 2. Deutschen Fernsehen mit Sitz in Mainz.

Übrig blieb allerdings von Adenauers Diskussion das einheitliche bundesdeutsche Hörfunkprogramm, dem späteren Deutschlandfunk.

Mit dem ZDF eröffnete man den Markt für andere Frequenzen, das ZDF empfing man mittels UHB, das begann 1962 und es vollzog sich ein rasanter Aufstieg.

Die Fernsehgeräte änderten sich, innerhalb von kurzer Zeit hatte der Zuschauer bundesweit 2 Programme zu Auswahl.

Das ZDF allerdings hatte mehr Werbeblöcke und setzte gegen die ard, damit wurde das ZDF zu einem Markenzeichen, was fast 1 Jahrzehnt Bestand hatte. Bis 1972 bzw.

1974 konnte man folgenden Trend feststellen: Das ZDF wurde konservativer und die ard progressiver, erkannte man in der ard wurde das Politmagazin „Panorama“ zum Straßenfeger und im ZDF redete Löwenthal.

Es ging um Meinungen und Quoten, um die gesellschaftliche Richtung und um etwas mehr.

Man wollte die Radiohörer, die tagsüber das deutschsprachige Programm von Radio Luxemburg hörten zurück gewinnen, man startete mit den 3. Hörfunkprogrammen, kennt eigentlich noch jeder von uns, dieses tütellüt „hier ist Bayern 3 die Servicewelle von Radio München“, den Erfolg der 3. Hörfunkprogramme galt es ins Fernsehen zu übertragen.

Ab 1975 startete die große Zeit der 3. Fernsehprogramme, hier wagte man etwas und man experimentierte, konservative Politiker und biedere Medien nannten das Minderheitenprogramme.

Welch ein Unsinn denn fast alle Fernsehgrößen von Heute gegangen ihre Arbeit in den 3. Fernseh- und Rundfunkanstalten, die Macht der 3. Fernsehprogramme waren einigen ein Dorn im Auge.

Der Wind drehte sich mit Helmut Kohl, zunächst kam das Medium Rundfunk dran, er beherrschte uns die Dudelsender, die kamen und gingen, besetzen Frequenzen und brachten zu jeder Zeit Werbung.

Die Radiodudelfunkhäuser waren allerdings nur das Vorspiel, man griff nach Fernsehfrequenzen, interessant denn einige Jahre zuvor forderte Helmut Schmidt einmal und das durchaus berechtigt, einen fernsehfreien Tag.

Nun stellte man die eigentlich richtige Politik auf den Kopf, man vergab Frequenzen an Privatfernseheinrichtungen, das war allerdings anders geplant.

Denn nichts gegen Vielfalt, nur konzentrierte man diese Vielfalt auf Medien Oligarchen und die setzen Kapital ein, was sie mit pausenloser Werbung innerhalb von kürzester Zeit zurückbekamen.

Der Zuschauer wurde vor 30 Jahren regelrecht für dumm verkauft, denn die Vielfalt gab es nicht, man sendete Konserven.

Das ging regelrecht gegen die Qualität des Fernsehens, wer konnte welchem Sender glauben und damit sank das Ansehen dieses Mediums gewaltig, der Fernsehzuschauer sah nicht mehr konzentriert sondern zappte sich durch die Programme.

Das allerdings wurde bereits während des 1. Golfkrieges etwas anders, der Ruf nach dem Nachrichtenkanal kam auf die Tagesordnung.

Diese kamen auch, erwiesen sich aber übernahmefreudig und wurden von den Kapitalgebern justiert.

Erst mit der Abflachung der Kultur im Angebot der Privaten gelang es mit „arte“ einen Gegenpol zu schaffen.

„arte“ steht also für mehr Inhalt aber trotzdem leidet „arte“, nicht an den Beiträgen sondern an den Zuschauerzahlen.

Denn „arte“ verbindet und als „arte“ kam gab es bereits die Satellitenschüsseln und damit vollzog sich die Globalisierung ins Medium Fernsehen.

Eine Vielfalt von Programmen, zwischen Staatsfernsehen und Dudelfunk, zwischen 24 Stunden Werbung, zwischen Bauer sucht Frau und Mitternachts Catchen.

Wir wissen gar nicht mehr was wir unseren Kindern zumuten, wer weiß was sich mancher reinzieht?

Um damit noch mehr Geld zu verdienen, ermöglichte man uns das Bezahlfernsehen, die eigentliche Rolle rückwärts für Menschen die viel Zeit haben.

Man machte mit der Freizeit der Bürger das Geschäft, unsere Freizeitindustrie blüht also und mitunter sind es Stilblüten die man erkennt, dafür schloss man manches.

Nicht nur unsere Zeitungen starben einen langsamen Tod oder wurden zum Einheitsbrei der WAZ Gruppe auch manches in den Regionen hatte keinen Bestand mehr.

Das erlebt man auf den Sportplätzen, die unteren Ligen spielen fast unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.

30 Jahre sind nun vergangen und mitunter glaubt man nicht, was sich alles vollzog.

 

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