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Das Prinzip des Informationskapitalismus

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Der Informationskapitalismus kennt mittlerweile keine nationalen Grenzen mehr, denn der Mensch bewegt sich im Netz "global und transparent.“

Im Informationskapitalismus wird der Mensch zur Summe seiner Algorithmen.

Deshalb ist es so gewinnbringend, sie zu erfassen, zu analysieren und zu vergleichen“ das ist die Antwort von Frank Schirrmacher dazu.

Wir sollten aber zunächst einmal mit der Historie des Informationskapitalismus beschäftigen, diese Art des Kapitalismus gab es schon immer.

Man erkannte ihn immer, wenn neue Medien auf dem Markt kamen und das war erkennbar an der aggressiven Reklame.

Die gab es aber schon kurz nach dem 1. Weltkrieg, allerdings stand da das Produkt im Mittelpunkt.

Dann vollzog sich ein Wandel man entdeckte den betreffenden Menschen in der Gesellschaft, daraus wurde eine unterschwellige Werbung die zielorientiert war.

Im Verbund mit den Sparkassen machten sich das die Nationalsozialisten zu Eigen, das nannten sie Volkssparbuch und mit dem Ziel einen Volkswagen dafür zu bekommen.

Das kann man auch anders bezeichnen, hier machte man geschickt ein Vorfinanzierungsgeschäft mit dem Sparer für ein Produkt was noch nicht auf dem Markt war.

Was daraus wurde, das wissen wir nun etliche Kleinsparer , die finanzierten den Wehrmachtskübelwagen der Hermann Göring Werke und hatten von ihrem Geld gar nichts.

Nach dem 2. Weltkrieg kam die Werbung im Rundfunk hinzu, feucht, fröhlich und zeitnah, man wusste bereits wer und zu welcher Zeit Radio hörte und man stimmte die Werbung auf den jeweiligen Hörer ab.

Das war die 3. Phase, zunächst die Reklame für das Produkt, danach den Mensch zum Zwangssparen verführen und nun die personenbezogene Werbung.

Da gab es die Zigarette mit dem Duft der großen weiten Welt unterlegt mit amerikanischer Musik.

Das übernahm ins Fernsehen, dahinter steckte mehr und das nennt man die Symbolkraft.

Erinnern wir uns, mit welchem Elan man uns Asbach präsentierte, der ältere Herr mit grauen Haar im Wohnzimmer vor der gepflegten Bücherwand.

Zu der Zeit wo bei vielen unter uns der Schwarz/Weiß Zauberspiegel in der sog. Wohnküche stand, kam Harmonie über den Bildschirm und wohle Worte: „ wenn dir etwas Gutes widerfährt, das ist ein Asbach Uralt wer.“

Das war das Spiel mit der Sehnsucht der Menschen nach Harmonie und nach etwas Guten, eigentlich sehnten sich in jenen Tagen alle danach und was gut sein soll war und ist definierbar.

Man machte sich also etwas zu Eigen, denn Neckermann machte es möglich, wir liefen also in einen Trend und der hieß, wir alle wurden zu Kundennummern.

Wir gaben etwas preis, nicht nur unsere Adresse sondern auch unsere Bestellwünsche und daraus konnte man schließen, Einzelperson oder Familie, mit oder ohne Kinder.

Was folgte, das kennt man, die Kinderwünsche zu Weihnachten in Katalogform.

In dieser Zeit machte man bereits unfreiwillig etwas mehr, die Versandhäuser kamen von den Sendungen per Nachnahme ab, der 1.A Kunde bekam die Bestellung per Rechnung, der bessere Kunde war der umworbene Teilzahlungskunde.

Den Kunden kannte der gesellschaftlich links positionierte Konsum nicht, aber fast alle Versandhäuser und auch Warenhäuser.

Eins davon trug den Namen Defaka, war u.a. gegenüber der Gedächtniskirche in Berlin, man lieferte also den Verkäufern nicht nur monatliche Raten sondern gab denen seine kpl. Adresse, seinen Arbeitgeber, sein monatliches Nettogehalt, seinen Familienstatus und seinen Beruf an.

Alles das waren interessante Daten, die wurden damals bereits erfasst, noch handelte man noch nicht mit diesen Daten, doch in gewissen Handelshäusern operierten damit andere Abteilungen, das nannte man Kundenpflege.

Gleichzeitig passierte aber noch mehr, ab dem Jahr 1965 hatten 7 von 10 Arbeitnehmern bereits ein Gehaltskonto bei einem Geldinstitut.

Zuvor kannten Arbeitnehmer dort nur ihr Sparbuch und nun waren sie Kunde der Bank oder Sparkasse mit dem Gehaltskonto, was sicherlich Vorteile hatte.

Der Nachteil war aber dass die Bank oder Sparkasse mehr von ihren Kunden wusste, im Prinzip gilt immer noch folgende Aussage: „ mit 100 Gehaltskonten kann eine Bank besser operieren als mit einem mittleren Geschäftskonto.“

Das Geschäftskonto besteht nämlich nur aus zwei Funktionen, aus öffnen und fluchten.

Mit einem Gehaltskonto lässt sich operieren, die ersten Profile von Kunden erstellten wohlweißlich Banken über ihre Kunden.

Man weiß von den Eingängen auf das Konto und bei Überweisungen bzw. Daueraufträge von den Belastungen, man kennt den Mietszins und mehr.

Interessant wird das Operative, denn kaum ein Kunde hebt bis zur letzten Mark oder Euro ab.

Da setzte nun die Gier der Banker ein, man unterbreitete dem Kunden Angebote speziell bezogen auf seinen Finanzstatus.

Das ist der Start in die Phase 4 nämlich der Programmierbarkeit des Kunden, nach dem Motto: „ da könnte man doch mit uns etwas mehr draus machen.“

Die große Stunde der Machbarkeitexperten, die aber sich stets versicherten.

Insofern kamen zielorientierte Versicherungen mit ins Spiel, Sparzeilabsicherungen üblich z.B. bei höheren Bausparverträgen.

Den Kunden entsprechend dafür programmieren, das versuchte auch Manne Krug im Auftrage von Theo Waigel für die Telekom.

Mittlerweile ist das alles anders geworden, wir leben nämlich im Dialogzeitalter, irgendwann stand irgendwo der erste PC und die Festplatte vergaß nichts.

Noch operierten wir auf Disketten und hinterließen Spuren, dann bekamen diese PC s den Internet-Anschluss und auch den machte sich sofort der Informationskapitalismus zu Eigen.

Wir blätterten und riefen Seiten auf, öffneten wir diese so registrierte man uns und daraus zogen andere wiederum ihren Nutzen, der Informationskapitalismus ist Aufrufer bezogen.

Man informiert nicht nur, sondern schiebt auf allen Seiten die spezielle Werbung unter.

Banken erkennen sofort, wie oft wir uns im Telebanking betätigten, mit mail Adressen kann man mittlerweile Handel betreiben sowie mit der Weitergabe von Kundenkarteien.

Manche nutzt das Internet um in Soziale Netzwerke zu kommen, er wird damit zum gläsernen Menschen und wieder einige geben zu viel von sich preis, auch diese Daten registriert das System.

Das System unterliegt keiner Spieltheorie sondern ist der Bestandteil des Informationskapitalismus.

In dem gibt es kein Sicherheits-und Kreditrisiko, mancher möchte dagegen klagen doch das ist so als wenn man gegen die Gene die Alzheimer verursachen zu klagen beginnt.

Der Informationskapitalismus ist nämlich die Verschmelzung der Ökonomie, der biologischen Veranlagung des Internet- Nutzers, des Resultats, der Berechenbarkeit und der Konsequenz.

Man hat also mit einem komplexen System zu tun, was uns immer wieder erinnert und mancher wird dabei zum Manager seines eigenen Ichs , denn sein Lebenslauf in dem Sozialen Netzwerk wird zu einem Produkt.

Das Produkt Lebenslauf ist nicht nur gespeichert sondern zugänglich und wird ausgewertet, abgefischt und verkauft und damit erscheinen Angebote der Risiko- und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Das Geschäft zur Wahrscheinlichkeit wird unterschwellig vermittelt, etwas eleganter als damals wo es Neckermann möglich machen wollte, trotzdem ist es fast der gleiche Lockruf den auch Facebook in der Werbung einbaut, man erinnert einen an jene Kooperation.

Wer erzielt eigentlich damit den Gewinn, der Anwender genießt die Freiheit im Netz nur diese Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif, unterschwellig wird die Freiheit im Netz vom Informationskapitalismus verwertet.

Wir sind zum globalen Verwerter unserer Daten geworden, stören mich an und für sich weniger, denn ich hatte immer im Beruf Stellen dessen monatliche Vergütung in den Zeitungen lesen konnte.

 

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