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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Teil 39 " Auf die eigene Kraft bauen"

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Man darf den Anschluss nicht verpassen, denn das Leben geht weiter.

Dieser verpasste Anschluss kann sich positiv bemerkbar machen, wenn man die Zeit dazwischen für ein Fazit nutzt und sich neu orientiert, leider ist man in unserem System auf sich allein gestellt.

Dadurch resultiert jene Ausfallzeit die sich negativ auf seine eigene Arbeitsbiografie niederschlagen kann, was unter Akademikern eigentlich normal ist könnte sich sozial bemerkbar im Alter machen, denn die eigene Arbeitsbiografie ist das Hollogramm des Versicherungsverlaufes.

Ich erfuhr auch das am eigenen Leibe, leider gilt für alle öffentlichen Schulen zunächst das Ziel zu erreichen und man wird getrimmt auf den relativ guten Abschluss.

Damit haben fast alle Schulen bereits ihre Vorgaben erfüllt, auch für uns galt es vor Jahrzehnten sich dieser Regel zu unterziehen.

In einigen Artikeln zuvor erwähnte ich bereits, dass damals nicht immer die Schwachen die Planung für ein Danach an die erste Stelle setzen.

Denen war das wiederum wichtiger als durch die Prüfungen zu gehen, etwas was ich erst später verstand.

Sagen wir es anders, zu meiner Zeit befand sich unter meinen Bekannten keiner der eine bessere Note als die 2 im Reifezeugnis hatte, wir waren einfach breiter aufgestellt.

Für uns galten die Etappen etwas, wer in einigen Fächern mit einer 4 plus operierte der wusste mit welchem Aufwand er zu einer Note um die 3 kommen konnte und wer eine Durchschnittsnote von 3 plus hatte, der wollte sich fordern und bewies sich und anderen mehr.

In der Regel war eine Gesamtnote von 2,4 die Ausgangsbasis. Nur wozu, man betrat mehr als Neuland.

Wer eine 3,3 im Durchschnitt hatte und eine Lehre antrat, der hatte eigentlich gewonnen und hier setzt die Systemkritik ein.

Ich erwähnte es schon einmal, auch in meiner letzten Klasse saßen Schüler aus unterschiedlichen Geburtsjahrgängen, nur zur Erinnerung meine Schulfreundin war fast 14 Monate älter als ich, wir fragten nicht uns , welche Runden drehtest du?

Tatsächlich hatten die nämlich fast nicht eine Klasse wiederholt, das Problem hing mit dem Wechsel von einer zur anderen Schule zusammen.

Die Prüfungen schlossen Anfang März ab, bis Mitte April zogen sich weitere Verfahren hin, der sog. Abschluss mit der Reifezeugnisübergabe fand meistens Mitte April statt.

Zwar hatte man dann etwas in der Hand und das war nicht nur das Zeugnis sondern auch eine Bestätigung der Schule für die Rentenversicherung und durfte den Schülerausweis noch bis Ende September benutzen.

Um weitere Planungen zu verfolgen waren diese 5 bis 6 Monate eigentlich ausgebucht, nur entstand daraus bereits eine Lücke innerhalb der Arbeitsbiografie und für manchen blieb es nicht bei dieser einen Lücke.

Natürlich hing auch damals alles von der Gesamtnote ab, damit hatten alle Lehrer und Schüler ihr Ziel erreicht, das war so und ist so. Bewerbungen bei höheren Lehranstalten standen nicht auf dem Stundenplan, vor jeder Bewerbung steht die Information.

Der eigentliche Abgleich zu dem was man eigentlich will und was dazu angeboten wird.

Damit beginnt für viele bereits der Irrweg, kann man überhaupt ein Studienfach wechseln und was erwartet einen?

Ganz zu schweigen von der Auswahl des Studienzweiges, des angestrebten Abschlusses und des Schwerpunktes.

Mir halfen nur Studienhandbücher, die listeten nicht nur das Angebot auf sondern zeigten den Weg , das war also das Erste und dabei bemerkte ich, wie sehr ich doch auf mich allein gestellt war.

Mich interessierte so vieles und dabei konnte ich primär nicht von sekundär unterscheiden, die Frage mal in die Runde wer konnte das?

Sicherlich nur die oder der welcher seinen Eltern nacheifern wollte, für alle anderen begann doch schon vor dem Studium der Blindflug und der wiederum endete und endet noch heute in einer Vielzahl von Studienabbrechern.

Ich hatte das sog. Glück im Unglück, nachdem ein Jahr zuvor meine Mutter verstarb knüpfte Vaters Schwester wieder intensiven Kontakt zu uns und die brachte meine um 4 Jahre ältere Cousine mit zu Besuch.

Meine kleine Schwester von damals war eine durchaus selbstbewusste junge Dame geworden und studierte bereits am Institut für Fremdsprachen.

Die nahm mich meiner an und diesen Werdegang den ich aufnahm entsprach ihrer intensiven Vorbereitung, ich hatte den Partner gefunden der auf mich einging, so nahm das Formen an.

Was ich allerdings noch nicht wusste, wie wenig Ahnung ich eigentlich hatte und dazu hatte sie eine Idee, es gab damals vom DGB noch die Briefschule.

Ich musste innerhalb von einer Woche einen Brief bearbeiten und die Fächer dazu wählte sie aus gem. des vorhandenen Studienhandbuches.

Meine Ausarbeitungen schickte ich dann zur Auswertung nach Frankfurt, die Antwort wollte auch sie wiederum sehen.

Nachdem ich einige positive Rückmeldungen bekam, war ich fast versessen mehr von der Einführung in die Nationalökonomie zu wissen und las etwas über die Biografien der Menschen in der Welt der Arbeit.

Zudem kam der Brief aus Aachen, man wollte mich dort sehen, das Tor stand also offen.

Was ich allerdings nicht ahnte, diese durchaus liebe Cousine kam nun öfter und blieb auch über Nacht, sie hatte eigene Probleme und davon erfuhr ich immer etwas mehr.

Das waren nicht die Probleme im Studium sondern ihre Eltern hatten sich bereits vor mehr als einem Jahr getrennt.

Was immer auch der Grund war, bis zu ihrem Abitur wurde die Ehe ihrer Eltern noch gekittet, allerdings soll bereits zuvor ihr Vater zum Macher in allen Situationen geworden sein.

Der Macher in allen Situationen war der alte NS- Wirtschaftsführer und meine Tante lernte ihn so auch Zuhause kennen, das erfuhr ich nebenbei.

Ebenso erfuhr etwas mehr zur politischen Stimmung im Lande, die ich in der letzten Zeit aus den Augen verloren hatte, ganz nebenbei schleppte mich meine Cousine mal mit auf eine Party einer Schulfreundin und dort wurde das zum Thema.

In einigen Städten der Republik hatte sich am rechten Rand der Politik die NPD gegründet und für fast alle Gäste auf dieser Party war das die Quelle der Gosse.

Der unterschwellige Spuck, der eigentlich nie weg war aus Deutschland, formierte sich.

Nur was waren das für Menschen, die sich so formieren konnten?

Das war die Frage, die zunächst niemand beantworten konnte, wer begibt sich freiwillig in die politische Gosse?

Zum ersten Mal erfuhr ich an diesem Abend von den Aktionen des amerikanischen SDS, wenn Demokraten um ihre republikanischen Rechte kämpfen.

Ich war davon wie elektrisiert, folgte ihr nach Düsseldorf, wohnte bereits für ein paar Tage als Gast im Studentenheim als man mich mitnahm in einen der sich gerade gegründeten Republikanischen Clubs.

Die hatten nicht nur das Thema sondern die diskutierten bis in die Nacht und ich erfuhr auch meine Lage, denn ohne Moos war nichts los.

Unterschwellig wusste ich das ja, aber so bewusst war es mir nicht, wieder hatte ich eine Rechnung mit einer Unbekannten aufgemacht.

Mit der wiederum fuhr ich in der knallroten Ente zunächst zur Tante in die evangl. Akademie, heute ist dort das evangl. Studentenwerk angesiedelt.

Damals befand sich das gerade im Aufbau, doch dort erfuhr ich mehr über mein Studienziel, das sollte eine Kombination aus Technik, Ökonomie und Gesellschaftswissenschaft werden.

Was sich an und für sich mit meinem Interesse deckte, „nur kein Fachidiot werden“ gab man mir noch mit auf den Weg.

Ich war allerdings auch dort noch ziemlich angespannt, diese neue Rechtspartei wurde mittlerweile von Wahl zu Wahl aggressiver.

Das Gespräch mit meiner Tante war auch dementsprechend, denn eigentlich verstand sie etwas von der Politik, sonst hätte sie ja vor Jahren Eugen Gerstenmeier nicht so umworben.

Nur die meinte, zunächst sollte man abwarten und zudem sei meine Cousine zu selbstbewusst, zu frech und von sich überzeugt, der um 10 Jahre ältere Bruder von ihr sei ganz anders und wo ist sie eigentlich jetzt? -

 

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