Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

Teil 46 "Der Ruf nach der Gerechtigkeit"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Der berühmte Ruf nach der Gerechtigkeit drang in meinem Leben stets in meine Ohren, dabei war auch ich nicht immer gerecht zu Anderen, denn auch ich war es gewohnt meine Rechte stets auszuschöpfen.

Gehen wir dieser Angelegenheit einmal durch, denn nach wie vor ist das wiederum das eigentliche Problem unserer Zeit.

Bereits auf der Penne hatte ich den Eindruck dieser betreffende Studienrat, der uns im Fach „deutsch“ unterrichtete gab einigen meiner Mitschüler die sog. Privatstunden, dagegen war eigentlich nichts zu sagen wenn das die sog. Nachhilfestunden gewesen wären, sie waren es aber nicht.

Dieser besagte Studienrat, der auch mit mir von vorne bis hinten die Judenbuche durchging, hatte den goldenen Dreh, da gab es Mitschüler von sog. bessergestellten Eltern die ihren Kindern eine bessere Zensur gönnen wollten.

Ich glaube das waren nicht mehr als 4 von 30, also hatte er sich einen guten Zusatzverdienst ermöglicht.

Genau darum geht es nun, ich berichtete bereits einige Male in dem Studentenheim gab es dieses Plenum, „einer für alle, alle für einen.“

Das waren die 12 in den 6 Doppelzimmern dazu kamen mitunter die Altsemester, die sich mittlerweile die Mansarde im Obergeschoss gönnten, im Plenum saß der Querschnitt durch alle Fachbereiche.

Mittlerweile wusste auch ich, in diesem Plenum kann man auf das Vertrauen bauen und es tagte einmal in der Woche.

Man unternahm etwas gemeinsames, bereitete alle 14 Tage sog. 3 Gänge Menü vor und spielte auf der grünen Wiese Fußball gegen andere Mitbewohner.

In der Studentenvertretung sah es anders aus, die war bereits förmlich gedrittelt, zu dem ersten Drittel fühlte man sich hingezogen.

Nennen wir dieses Drittel einmal die demokratischen Linken, wobei der SHB hier nicht die Mehrheit hatte.

Im zweiten Drittel befanden sich die akademischen Weicheier, das waren nicht nur die nationalliberalen sondern auch die Krawattenträger aus dem 1. Semester BWL vom RCDS.

Im letzten Drittel waren all die K- Gruppen und die eigentlich DKP nahen hatten hier einen durchaus schweren Stand, denn meistens stand das „K“ nicht für kommunistisch sondern ganz einfach für Krawall.

Man musste also aufpassen, wen man was sagte und was der andere daraus machte, mit DKPisten ging noch einiges, nur mit K- Gruppen wurde die Nacht lang und die Einsicht flog mit dem Morgengrauen davon.

Es hatte für uns keinen Sinn, jene aus dem 2. Oder 3. Drittel ins Plenum aufzunehmen.

Dazu das folgende Beispiel, auf dem Campus gab es stets im Herbst die Bücherbörse, auf dieser stellten die Verlage ihre Neuerscheinungen vor.

Fachbücher dieser Art haben mehrere Väter, Herausgeber und Verlage, insofern gab mancher Lehrstuhlinhaber sich die Ehre, das zu sagen was er veröffentlicht hatte.

Eigentlich war das bereits der Widerspruch, denn genau den liefen wir tagelang um einen Gesprächstermin hinterher und der fand die Zeit neue Bücher zu verfassen. Wir stellten uns also die berechtigte Frage, wie nah waren wir eigentlich beim Prof.?

Im Plenum war man der Meinung, den sieht man bei der Vorlesung.

Langsam denn es gab Vorlesungen der unterschiedlichen Art und nicht immer hatte man den richtigen Hörerplatz und notierte einiges mit.

Nur zur Hälfte gelang das, wo man darauf aufbaute und sich in den Lesesaal zurückziehen konnte, mancher verbrachte dort 6 und mehr Stunden.

Zwar hatte man den Großteil von vorhandener Literatur bereits Mikroverfilmt, doch auf diese Filme konnte man noch nicht zurückgreifen.

Man konnte sich auch nicht alle Bücher für einige Tage ausleihen, demzufolge war der Lesesaal der Flaschenhals.

Das war bekannt, ein paar Bücher aus jedem Fach hatte eigentlich Jeder, das entsprechende Buch und die Reiseschreibmaschine was wollte man mehr?

Man besaß aber nicht das neu verlegte Buch, was der Prof. veröffentlicht hatte und wo er stets drauf Bezug nahm.

Da wurde es interessant, denn auch er erfand nicht das Rad, sondern baute auf und bediente sich dabei mitunter auch seiner Studenten.

Das war eigentlich bekannt und die Reaktion war der erweiterte Büchermarkt, eine Woche später bot man gebrauchte Bücher an gleicher Stelle an.

Wissen sollte man allerdings dieses waren äußerst seriöse Angebote von Studenten, die sich davon trennen wollten und zudem fast jede Mark benötigten.

Mir ging es nämlich ebenso, frisch und fröhlich war ich vor einiger Zeit nämlich begeistert und kannte meinen eigenen Stundenplan nicht, kaufte aus Interesse am Fach einige Bücher die ich eigentlich gar nicht brauchte und deshalb war diese Art der Bücherbörse da.

Die geriet aber in die Kritik, zunächst quittierten einige Dozenten die Bücher von dort als den Schnee von Gestern und zudem bezogen sich Fachartikel nur noch auch die Neuauflagen.

Unter der Hand vermutete man den langen Hebel der Verlage, die verdienten an den Neuerscheinungen und jeder Autor dessen hatte keinen Zwang mehr auf ältere Ausgaben.

Das wurde der Start zu einem Rechtsstreit, das Recht des Autors vor der Gerechtigkeit der Leser.

Der SHB erreichte zunächst, dass wir Hörerkarten bekamen, dieser Teilerfolg beherrschte 5% Nachlass.

Wir redeten aber von einer Größenordnung von einem Monats Budgets des Studenten. Was sich daraus entwickelte wurde zu einem Präzedenzfall.

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5710
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13619023

Verwandte Beiträge