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Teil 47 "Der Präzedenzfall"

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Das eigentlich so spannende an dieser ganzen Angelegenheit, war was andere daraus machten.

Dass das zum Präzedenzfall werden sollte konnte eigentlich zuvor keiner von uns ahnen, denn uns allen ging es um gebrauchte Bücher, davon wollten wir einen Teil verkaufen um uns dann von dem Erlös ein neues kaufen.

Eigentlich logisch, ging auch mehrere Jahre gut, nur hatten wir es mit einer neuen Art der Mafia zu tun.

Der weite Arm der Verlage und der Autoren sowie der Herausgeber waren teilweise identisch mit einigen Dozenten und die wiederum lehnten den Gütevorschlag der ergänzenden Blattsammlung ab.

Damit verhärteten sich die Folgen, der entsprechende Raum war stets besetzt, so dass daraus ein Bücherbasar unter offenem Himmel wurde.

Das ging allerdings weiter, denn dazu fehlte die Genehmigung und der Veranstalter, einmal ließ man das gelten und drohte bereits mit Maßnahmen.

Zum Abschluss des Grundstudiums hätte allerdings ein Jeder von uns noch mehr als 250 DM für entsprechende Bücher ausgeben müssen und zudem wussten wir nicht was uns noch erwarten würde.

Es war so üblich, dass man das Gespräch mit der Fachbereichsleitung suchte und sich abstimmte, was bei mir wieder Folgen hatte. In einer solchen Phase sucht man Gleichgesinnte und die saßen zunächst im Plenum.

All das was andere anzettelten war nämlich uninteressant für uns und bewirkte kaum etwas Unmittelbares.

Teile des ASTAs wollte die Mikroverfilmung beschleunigen, das wäre der erste Schritt gewesen, der entscheidende würde später folgen.

Man benötigt mittels der Sichtgeräte auf den Zugriff auf die Mikrofilme, das war wiederum die Etatplanung der Leitung und darauf wollten wir uns erst mal nicht verlassen, die anderen aus den K- Gruppen versuchten es mit Radau.

Uns blieb nur ein Weg, wir mussten auf unsere Situation andere hinweisen, denn bei allen Jobs die wir nebenbei hatten sprengten diese Kosten stets unseren Rahmen.

Wir mussten also operieren, nur wie- vielleicht waren wir 25 von vielen die es ziemlich hart traf und deshalb zog es uns zum Wandern in die Eifel.

Unterwegs die Situation herausstellen, unseren Kredit erläutern und vor einer Verschuldung warnen.

Nur wen interessierte das, der lokalen Presse nicht und der überregionalen überhaupt nicht, Studenten hatten in der Region nicht mehr die gesellschaftliche Anerkennung und wir durften auch keine Brücken zu den Fachbereichsleitungen abbauen.

Im Laufe des Tages hatten wir eine Idee, dem Ministerium einen entsprechenden Brief schreiben.

Darin mussten auch unsere Konsequenzen verfasst sein, entweder befreit man uns von dieser lästigen Lobby der Herausgeber oder man gewährt uns mehr als ein halbes Jahr Urlaub vom Studium zum Geldverdienen damit wir am Ball bleiben könnten.

Diese Art des Urlaubs war eigentlich unmöglich, wäre es nämlich nach einigen Dozenten gegangen wären wir damit „ex“ gewesen.

Auf der politischen Schiene versuchten wir es, übrig blieb uns auch nichts.

Der Brief ging ab und wir bekamen eine Eingangsnotiz, danach tat sich zunächst gar nichts unser Sparschwein wurde bereits geschlachtet.

An einem Donnerstagnachmittag las ich nur zufällig eine Notiz am Schwarzen Brett, „aufgrund von Besonderheiten usw. hat das Ministerium für Absolventen vor der Zwischenprüfung usw. den Fachmittelbedarf mit Gutscheinen beschleunigt, was eigentlich erst ab dem übernächsten Semester sein sollte.

Dann folgte noch etwas zum Verfahren und zu den Terminen, kapiert der letzte Termin zum Einlösen ist der kommende Samstag und jetzt hatten wir Donnerstag.“

Was benötigt man für einen Gutschein, natürlich einen ausgefüllten Vordruck mit 3 Stempeln.

Spießrutenlaufen begann, der welche die hatte- hatte die nicht mehr und ein anderer meinte, betrifft nur die… dazu zählte ich aber.

Irgendwann hatte ich 2 Stück dieser Vordrucke, schrieb alles darein was nötig war und machte mich auf der Suche nach dem der die Identität prüfen sollte.

Den fand ich in der Selbstverwaltung der Studenten, der prüfte meine Identität vielleicht sogar widerwillig und stempelte ab, mit dem freundlichen Hinweis auch dieses müsste man noch gegenzeichnen und prüfen.

Den Prüfer fand ich auch noch, der saß im Fachbereich und mahnte mich zur Eile, so viele Fachbücher wären kaum im Handel und der Termin drängte.

In der Buchhandlung galt der ausgefüllte Vordruck mit allen Stempeln als Gutschein und ich kam dabei gut weg, bezahlte eine kleine Differenz und war froh.

Es ist eigenartig, denn davon erfuhr man nichts und wird zum Einzelkämpfer, lassen wir das einmal- denn wahrhaftig guckten einige nachher in die Röhre.

 

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