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Teil 80 " Die Machbarkeitsstudien"

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Es gibt einen Unterschied zwischen gestern und heute und der besagt es war gestern nicht alles besser.

Besser war eigentlich gar nichts, besser war nur unsere Einstellung.

Die Ziele sind immer noch gleich, nur wir wagten etwas und das wollten wir untermauern. Allerdings verirrten sich damals ebenso viele Zeitgenossen auf dem Weg der Tugend wie heute, mancher Weg ist nun einmal der Irrweg und auch mancher endet als der Holzweg.

Nur damals spielte die Zeit auf dem Weg zum Erfolg nicht die dominierende Rolle, man sollte die Zeit wieder zu seiner eigenen machen und aus der Zeit eine Tugend.

Die damalige Form der Wissensvermittlung war für uns die Richtung, unsere Arbeit dabei am Thema gab den Ausschlag für unsere weiteren Handlungen.

Natürlich gab es auf damals am Start etliche und von Semester zu Semester lichteten sich die Reihen, im Hauptstudium nach den entsprechenden Semestern ging es gem. des Regelwerkes an das Einschleusen.

Für wiederum andere begann damit ihre Zeit, wo sie sich von der Masse ausklinkten.

Das waren einerseits die Abgehobenen, die sich das oder die Auslandssemester leisten konnten und andererseits jene die im Leistungsnachweis das Minus auf dem Konto hatten.

Letztere hatten hier die Chance dieses auszugleichen, verloren aber dabei den Kontakt zu all denen die sich an den Exkursionen beteiligten.

Im Vorfeld dazu gab es die erregten Diskussionen, zunächst über die Kosten die Exkursionen nun mal darstellen und dann über den Sinn solcher.

Diesen Kritikern gestern und heute sage ich immer noch, durch dieses Zeitfenster gelingt etlichen der entscheidende Einblick in eine reale Welt.

Wer sich dieser Einsicht verweigert, der wird zum Schmalspur- Wissenschaftler, denn auf Exkursionen kommt man dorthin wo man später kaum noch kommen wird.

All das hat mit der Tradition der Hochschule zu tun und auch diese ist stets eine Herausforderung, was gestern funktionierte braucht morgen nicht mehr gültig sein.

Bevor wir allerdings an das Thema der Exkursionen gingen, waren die Werkstatt- Gespräche zwischen den Teilnehmern, dem Fachbereich und den Gastgebern hilfreich.

Mit der Diplomatie erreicht man den Kompromiss, auf der Zeit- und Kostenachse.

Mittlerweile gab es drei Hauptrichtungen der Exkursionen, ich entschied mich für die räumlich nähere und die wiederum stand unter dem Arbeitsbegriff: „Leben und Arbeiten im Donauraum“.

Dazu gab es ein vorläufiges Programm und dazu die Veranstaltungen, man musste nicht an jeder teilnehmen, es gab nämlich die Module wo man sich einbringen sollte.

Dieses zu verstehen kann man nur mittels Fallbeispiele, in denen man das eine im Vergleich zum anderen setzt.

Nachdem man sich dazu durchgerungen hatte, konnte man sich einschreiben auf dieses bestimmte Modul.

Ich glaube wir trafen uns an einem Sonntagnachmittag in Regensburg, zu dieser Zeit spielte der Bau des Main- Donau- Kanals die Rolle für diese Region.

Wir waren vor Ort an dieser Riesenbaustelle, die sich durch die Landschaft fraß wie eine Linie und von der sich die Bayrische Staatsregierung alles Mögliche versprach.

Wir erfuhren etwas über den Fortschritt des Baues und sahen aber auch die Verstädterung einer bis vor kurzem noch intakten Landschaft.

Der zweite Tag diente der Aussprache, heute weiß man damals operierte man mit Auslastungen auf diesem Kanal die man nie erreichte, auf jede Kritik folgten Zahlen die man erst verarbeiten musste.

Von ihrem Erfolg verdammt waren nicht nur die Kanalplaner, sondern ebenso die politisch Verantwortlichen und zu unserer Überraschung stellten wir fest, diese Meinung vertraten auch Studenten in Regensburg.

Unser Auftakt konnte nicht noch gegenseitiger sein, diese staatlich verordnete Kosten/Nutzen Analyse hatte und das wusste man bereits nach der 1. Ölkrise, nur Bestand in der Zeit wo die Tinte noch nicht trocken war.

Die brennende Frage stand im Raum, weshalb man so für diesen Kanal war und was man sich davon versprach?-

Das war die erste Schleuse im Zeitfenster der Exkursion und hier schleusten sich bereits einige von den Kommilitonen aus, andere gingen auf die Kontraschiene- der Kanal führte zur Donaumündung fast durch ein Landschaftsschutzgebiet und stellte alle Bemühungen um den Naturschutz in Frage.

Beide Themen waren nicht mein Fachgebiet und ich trat für einige Tage die Rückfahrt nach Nürnberg an, das musste nämlich sein- denn einige von meinen Erfahrungsberichten passierten nicht alle Hürden.

Man nennt das, man wird in die Schranken gewiesen und muss sein Projekt verteidigen.

Mit neuer Kraft allerdings kam ich wieder zurück, diese Klippe war gemeistert.

Was folgte war etwas ganz anderes, nämlich den Großbetrieb innerhalb einer freien Marktwirtschaft zu erleben, der von einem Kunden lebte und der wiederum die Absatzzahlen und den Endpreis diktierte.

Dieses Beispiel habe ich etliche Jahre später stets meinen Praktikanten aus den höheren Semestern der BWL berichtet und die sahen mich ungläubig an, sie glaubten es mir zuvor nicht.

Nur damals kannte fast jeder diese Firma, es war die große Zeit der Neckermann Kataloge und in diesen Versandhaus Katalogen konnte man Fernsehgeräte sowie Radios aus diesem Betrieb bestellen zu einem Preis der unter dem des Handels lag.

Zudem hatte er eine Preisgarantie mittels der Katalogbindung.

Ein paar Jahre zuvor allerdings reagierten die Händler und Reparaturbetriebe in der ganzen Bundesrepublik mit einem Boykott dieser Geräte.

Damals galt noch der Service eines Reparaturbetriebes etwas und sicherlich überschätzen sich dabei die ortsansässigen Radio- und Fernsehtechniker.

Die saßen nämlich auf einem ziemlich hohem Ross, heute ist diese Gilde längst in den Wassergraben der Geschichte der Technik gefallen.

Insofern war dieser Besuch in einer Firma dieser Art die Bereicherung des Programmes, die Frage war: Wie reagierte man hier auf einen solchen angeordneten Boykott in einer freien Marktwirtschaft?

Einerseits hatte man hier nur die Vertriebsschiene über das Großversandhaus, man kannte seine Endkunden im Werk kaum aber trotzdem ging man einen neuen Weg.

Der Weg nannte sich der Direktservice und dieser galt bundesweit, etwas was es bis dahin kaum gab und somit der Pionier auf diesem Gebiet war.

Heute weiß man es, der Sieger im Wandel der Technik wurde der Werkdirekt-Service und all diese damals noch am Ort präsenten Fernsehtechnik- Betriebe führen ein Schattendasein.

Allein dieser Aufbruch in ein anderes Zeitalter, mit im Werk geschulten Technikern die nur die Produkte dieses Herstellers kannten gab den Ausschlag für die Service- Festpreise.

Daraus entstand unsere Gruppenanalyse, wir wären verhältnismäßig dumm gewesen wenn wir eine solche Steilvorlage nicht verwendet hätten.

 

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