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Teil 92 "Einmal Berlin und zurück"

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Ende des Jahres 1972 verdichtete sich für mich etwas, der weitere Schritt vor Vollendung wäre Berlin geworden.

Bevor ich aber den Schritt wagte, meine geliebte Behausung in der Noris aufzugeben sprach ich mal mit anderen darüber.

Ich weiß nur noch welch eigentlich eigenartige Antworten ich erhielt, sollte am Institut bleiben und einmal pro Monat zum Prof. nach Berlin fahren- das war eine von vielen Antworten.

Das ganze behagte mir natürlich nicht, insofern hielt ich mich an die Vorgaben, kam damit meinem Ziel etwas näher und hatte den direkten Draht nach Berlin gefunden.

An irgendeinem grauen Novembertag im Jahr 1972 flog ich von Nürnberg nach Tempelhof, damals landete man noch mitten in der Stadt.

Meine ersten Schritte in Berlin war der Weg den Mehringdamm abwärts, ich wollte bis zum Halleschen Tor laufen und die U1 bis zum Ernst Reuter Platz nehmen.

Ich nahm allerdings meine Umwelt nicht zu Kenntnis, denn eine innere Erregung ließ sich nicht unterdrücken, eigentlich machte ich wieder einmal alles falsch.

Zunächst schleppte ich meinen Rucksack mit und dann nahm ich den hinteren Eingang zu TU an der alten Mensa.

Das ging zunächst so weiter, im Verwaltungstrakt erfuhr ich in Amtsdeutsch, dass ich mich selbst eingeladen hätte.

War das nun abweisend oder lobenswert oder in Berlin so üblich? Erst als man mich in der Kartei fand bekam ich diesen Laufzettel, zunächst zur Fachbereichsleitung.

Dort allerdings war man angetan, von dem was ich per Post zuvor geliefert hatte und man sprach mir Mut zu.

Damals gab es noch Dekane und in einem solchen Vorzimmer kopierte man mein altes Studienbuch, denn diese Art von Nachweisen gab es hier bereits nicht mehr.

Ich bekam zunächst einen Selbstauskunftszettel, min. ein Drittel von diesen Fragen betraf mich nicht, nur man nahm vollständig ausgefüllte zurück.

Das war die 2. Hürde, aufgeben wollte ich nicht und verlangte einen Vordruck der zu mir passen würde.

Damit kam Bewegung in die Sache, man winkte mich durch- das Ergebnis lautete: Vorbereitung zur Prüfung und Prüfungsabnahme.

Da sagte endlich einer „ja“- und ich bekam eine Bestätigung, auf der stand eine ganze Menge u.a. ich sollte im März 1973 hier damit beginnen.

Mit dieser Bestätigung gab es noch den Laufzettel, ich musste damit ins laufende Semester, stellte dabei allerdings wieder fest- ich war bereits außerhalb der Regelstudienzeit.

Das war mir nun egal, man machte aus der 13 eine 11 und somit war das Exkursionssemester verschwunden, sollte wohl meiner Karriere dienen.

Ich schrieb mich ein und wurde eine Stunde später tatsächlich aufgerufen, bekam eine Bestätigung und alles andere nach Zahlungsaufforderung per Post.

Was ich nun musste war zurück in den Fachbereich finden, ich wollte doch wissen was auf mich zukam.

Ging nicht, denn der wiederum hatte bereits Feierabend, ich bekam nur einen heißen Tipp.

Gegenüber in der Buchhandlung gab es die Studienhandbücher bereits für das kommende Semester und das Ding wurde meine Abendlektüre.

Am nächsten Morgen war ich wieder auf der Schwelle und es wurde ganz anders, man freute sich das ich dort war- ich hätte nur den direkten Weg nehmen sollen, man hatte mich bereits einen Tag zuvor erwartet.

Der Vormittag lief glatt, daher ich nur ab März noch in 2 Seminarreihen müsste- sollte ich mich auf das Thema konzentrieren und alle 14 Tage hier den Kontakt suchen.

Zu meiner Überraschung bot man mir noch für 3 Monate einen stundenweisen Job an, 2 x in der Woche für 3 Stunden in der Poststelle.

Das konnte eigentlich gar nicht besser laufen, nur blieb das Hauptproblem und das war eine Unterkunft für mich zu finden.

Dazu bekam ich einen grünen Zettel, den stempelte der ASTA ab und mit dem Zettel ging es zur Zimmervermittlung in die gegenüberliegende IHK.

Da schickte man alle hin, die keinen Anspruch auf eine Unterkunft in einem Studentenwohnheim hatten, der grüne Zettel hatte einen gewissen Mehrwert.

Ziemlich einfach diesen grünen Zettel bekamen Westdeutsche und die galt es bevorzugt mit Zimmern zu versorgen.

Bedeutete aber gar nichts, denn zunächst gab es wieder den Fragebogen, ausfüllen usw. mit den grauen Personalausweis in den Schlitz werfen.

Da bemerkte ich den Unterschied, Westberliner besaßen grüne Personalausweise, die standen in der längeren Schlange.

Bis ich dran war, möbl. Zimmer zur Untermiete- nein danke, es blieb also nur ein Zimmer in einer WG. Was preiswert war, hatte wiederum keinen Komfort- bis der nette Mann hinter dem Schreibtisch meinte, „sie müssen anders vorgehen- max. Fahrstrecke 40 Minuten und tunlichst nur 2 x umsteigen,“- da fanden wir etwas – Mehringdamm Ecke Yorkstraße.

Nur hatte ich keine Zeit mehr, dieses Domizil zu besichtigen, ich telefonierte- bekam die Zusage und alles andere per Post. Der Tag war gelaufen- am Abend war ich wieder in Nürnberg.

 

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