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Teil 114 " Old man river zum 2."

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Was blieb mir in Erinnerung vom Frühsommer des Jahres 1976?

Zunächst ging es in der Firma um die Urlaubsplanung, im Hochsommer waren jene dran die Kinder hatten, ich nahm einen Teil des Jahresurlaubes zuvor und wollte eigentlich dort überall mal wieder hin wo ich einen Teil meines bisherigen Lebens verbrachte.

Mir war es einerseits schon während der Planung klar, das Haus der Erinnerungen hat keine Eingangstür, doch ich wollte alte Freundschaften einfach mal wieder auffrischen.

Mein erstes Ziel war Hornburg an der Ilse im Vorharz, mich trieb die Neugier um zu erleben wie das Notruf- System im Härtetest sich bewährte.

Es war ziemlich leicht, all die vor Ort wieder zu finden, die jetzt damit arbeiteten.

Allerdings bemerkte sich, man betrieb es diagonal und vermittelte nur horizontal, das System allerdings konnte man horizontal auslegen.

An diesem Nachmittag sahen mich alle staunend an, denn sie konnten am System kontrollieren wie z.B. ihre Kollegen andernorts den Einsatz abarbeiteten.

Mit dieser Art der Kontrollfunktion hinterließ ich Staunen, was daraus wurde – ich ahnte es, etliche Fragen an ihre Vorgesetzten.

Meine 2. Station war die evangl. Akademie, eigentlich der Hort meiner Kindheit und die Stille der Geborgenheit, hier war meine Tante gerade im Aufbruch.

5 Jahre vor ihrer Pensionierung wagte sie noch etwas Neues, in einigen Teilen des Ruhrgebietes nahm der Strukturwandel Gestalt an.

Das Zechensterben nahm an Dynamik zu, etliche Menschen verloren ihre Orientierung- es geht dabei nicht nur um die Seelsorge sondern insbesondere um die Kinder.

Das war eigentlich der Grund ihres Wechsels, den Kindern wieder Perspektiven geben.

Kinder sind nämlich das schwächste Glied in dieser Gesellschaft.

Hier plante man kreativ einzugreifen, nicht nur personell sondern mehr auf die neue Art einer Beschäftigung.

Wie das aussehen sollte, erfuhr ich vor Ort, man wollte dort zunächst die Gruppe von Betreuern in Worpswede unter der Leitung eines Meisters künstlerisch mit den Techniken des Malens vertraut machen.

Ich erlebte meine Tante im Alter von Mitte 50 in einer Situation wo sie Lampenfieber hatte oder war es der Respekt vor einem Meister in Worpswede?

Ich verbrachte vor Ort ein paar Tage, half beim Packen und Sichten- lief am Abend durch den Schlosspark unter den alten Eichen und fand jene Kapelle wieder wo damals mir der „ol man river“ anvertraut wurde.

Dieser Versuchung konnte ich mich nicht entziehen, an einem Abend dachte ich „ wenn nicht jetzt- wann dann?“

Da war er wieder, der „ol man river“, nur es lagen Jahre dazwischen, war ich in all den Jahren reifer geworden, war ich zugänglicher geworden, sicherlich nicht perfekt, sicherlich auch nicht ruhiger aber wesentlich ausgeglichener.

Was war eigentlich mit all den Anderen von damals passiert, die mit so viel Hoffnung ins weitere Leben starteten?

Eigentlich interessierte mich das gar nicht, doch andererseits hätte ich sie alle mal gerne wieder gesehen.

Das Haus der Erinnerung hat aber keine Eingangstür, das fiel mir wieder ein und ich klimperte den „ol man river“ nochmals.

Ja und wieder einmal waren Zuhörer dort, man spendete mir Beifall und einer von den Zuhörern fiel mir fast um den Hals.

Ich hatte meinen alten Juso- Freund wieder gefunden, der allerdings war hier gerade in einer ganz anderen Aktion tätig.

Es waren Jene die sich der internationalen Kultur zu wendeten, die legten hier den Grundstein für etwas was es heute immer noch gibt, den multikulturellen Jahreskalender.

Ich wurde an diesem Abend überzeugt, wieviel Freiheit, Kraft und Ausdruck man mittels einer Multikultur vermitteln kann.

Das war etwas, was ich stets danach als Messlatte nahm wenn es um ein Miteinander von Kulturen ging.

Für mich war das der Beginn, manchen innerhalb und außerhalb der SPD an seiner Ehrlichkeit zu messen.

Multikulti ist nämlich leise und kann begeistern, wird man davon begeistert dann interessiert einen mehr.

Das können allerdings nur Menschen die sich der Kultur gegenüber öffnen, ich hatte an diesen Abend einen alten Freund wieder getroffen, der auf dem direkten Wege war innerhalb des Unterbezirkes seine Karriere zu machen.

Er machte sie, auf einem Gebiet wo sich die Großen der Partei mitunter schwer taten.

 

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