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Teil 128 "Die wiederentdeckte Kiste"

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Meine alten Tagebuchnotizen sind mittlerweile für mich kaum noch lesbar, jedenfalls steht in den Aufzeichnungen nur der Hinweis auf die Kiste.

Diese Vorkriegskiste war der Grund für den Verrechnungsscheck, den ich einen Tag zuvor erhielt.

An diesen Nachmittag am Ufer des Rheins unweit von Lörrach erinnere ich mich, meine um 4 Jahre ältere Cousine erzählte mir zunächst von dieser Kiste.

Es war der Einhalt dieser Kiste, die sie zufällig entdeckte bei der Wohnungsauflösung ihrer Mutter vor fast 2 Jahren.

Die Kiste stand ungeöffnet und vergessen dort im Keller und in dieser neuen Seniorenwohnung war kein Platz dafür.

Irgendetwas allerdings wusste sie über diese Kiste, unser Großvater hatte ihr mal davon berichtet und soll ihr gesagt haben, „wenn das Gerümpel eingeschmolzen wird- gehört meinen Enkeln der Erlös.“

In dieser Kiste waren die sog. Wertsachen meiner Großmutter, die sie während des Krieges vor den Bomben sicher zu der Verwandtschaft auf das Land gebracht hatte.

Tatsächlich soll dort nur Nazi- Plunder drin gewesen sein, von einigen versilberten Sportpokalen, über Medaillen welcher Art auch immer bis zum Tischbesteck.

Das war nun das Thema meiner Cousine, sie nannte das jenes Familienglücks der Nazi- Kleinbürger.

Wir stammten also aus einer kleinbürgerlichen Familie unter dem Hakenkreuz ab, das würde so auch nicht stimmen, war ihre Antwort.

Der Hoffnungsanker war der männliche Teil in unserer Familie, das waren mein Großvater und mein Vater.

Der Großvater mit seiner Einsicht und Weitsicht, er lehnte alles das ab was nach Gewalt aussah, mein Vater der lief vor den Nazis zunächst davon.

Seine Schwester allerdings, Eva Marias Mutter war wiederum ein anderer Fall.

Zunächst war sie um einige Jahre älter als mein Vater und zudem wohnte noch ein weiteres Mädchen im Hause meines Großvaters.

Beide Mädchen waren Cousinen und hingen an unserer Großmutter und die wiederum machte ihre Sportlehrerkarriere erst unter dem Hakenkreuz.

Da waren wir uns einig, allerdings endete die Kindheit beider Cousinen schnell, im Alter von 24 Jahren sollten die wiederum die sog. gute Partie machen.

Demzufolge hatte man diese Ehen angebahnt, etwas was mir wiederum neu war- also hatte meine Tante ihren Mann aus rein wirtschaftlichen Gründen heiraten müssen, da widersprach sie nicht.

Sie war das Produkt aus dieser Ehe und nahm das gelassen hin, „Liebe war das nicht“ und das hatte sie auch immer bei ihrem Vater gespürt.

Vielleicht war das der Grund, weshalb sie wiederum dieses enge Verhältnis zu meinen Vater pflegte, was mitunter enger war als jenes zwischen Vater und Sohn.

Demzufolge wusste mein Vater wiederum mehr, dem allerdings fiel es nicht ein mit mir darüber zu sprechen.

Wenn dem so war, dann war es richtig den betreffenden Gegenwert der Kiste unter uns zu teilen.

Er konnte ja auch nicht wissen, dass es überhaupt die Kiste gab, man trug sie auf das Land als er in feldgrau das Tausendjährige Reich in den Weiten Russlands verteidigte oder gerade die Front begradigte.

Jedenfalls das hatten wir geklärt, danach wurde es am Abend noch spannender.

 

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