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Teil 134 "Auf der Ost- Westachse"

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Westberlin in dieser Zeit war die Stadt, die es in dieser Art und Weise gar nicht mehr gibt.

Betrachten wir einmal weniger die äußere Lage der Stadt, richten wir einmal den Blick auf die Menschen in dieser Stadt und hier erkennt man den sozialen und gesellschaftlichen Unterschied.

Manche meinen noch heute, da fühlte man sich heimisch und andere meinten, hier fühlte man sich als die Sommergäste bei Maxim Gorki.

Sicherlich man begegnete Menschen, Menschen in einer Großstadt- eigentlich war es immer so, der Kurfürstendamm war das Schaufenster und hier fand man die Besucher der Stadt.

In manchem Bezirk sah es ganz anders aus und etliche davon kannte ich nicht, mich zog es auch in einige nicht hinein.

Je weiter man in manche Bezirke ging wurden aus Kleinbürgern durchaus Spießbürger.

Heute sagen wiederum andere, die 70. Jahre war die Epoche des Kleinbürgertums in den Bezirken der Stadt, wenn dem so war dann hatte man sich eingerichtet.

Das war für mich jetzt der eigentliche Ansatzpunkt, denn bisher war die Stadt für mich in meinem Leben ein Provisorium.

Etwas was vielleicht jeder fühlte, der irgendwann hier hängen blieb und aus diesem Provisorium wurde nun mein Leben.

Das hing zunächst mit meiner Arbeit zusammen, um ehrlich zu sein mancher in der Bundesrepublik beneidete mich.

Dort blickte man mit anderen Augen auf diese Stadt und erkannte nur die Vorteile und einer davon war nun einmal die Berlin- Zulage auf dem Monatseinkommen.

Wobei ich immer meinte, im Wilden Westen der Republik lebt man ganz und gibt sein Geld anders aus.

Die Stadt lag nun einmal so, auf einer Ost/Westachse und auch ich musste mich daran gewöhnen umzudenken, kilometermäßig war die Westgrenze Polens näher als die Stadt Brandenburg.

Dazwischen lag die DDR, nur wie nah lagen eigentlich die Vororte von Ostberlin zur Oder?

Der Entschluss war einfach, nach der Heirat hieß es für mich hier zu bleiben.

Ich fand Gesprächspartner und stellte dabei fest, etliche von denen kannten diesen Ort in Polen.

Berlin war eigentlich immer der Schmelztiegel, bloß wie sah es eigentlich jetzt dort aus?

Die politische Großwetterlage zeigte nicht nur Entspannung sondern es herrschte ein Tauwetter, ich wusste zwar nicht viel und hatte zuvor einiges zu erledigen, was man amtlich die Erstellung der Reisedokumente nennt.

Bemerkte aber da bereits, wie eigentlich normal das im Konsulat verlief, was man unsinnigerweise immer noch als die Militärmission im Grunewald bezeichnete.

Es gab nur das Schlupfloch über Dreilinden, Transitvisum DDR für Drittstaaten, wer dort auf der Spur stand der erlebte welche Karawane von Autos sich auf der anderen Spur sich Richtung Bundesrepublik bewegte.

Ich bemerkte aber noch etwas, wie groß eigentlich Berlin war- von Drewitz ging es über den Südabschnitt des Berliner Rings.

Die Verkehrsdichte nahm ab als ich die Autobahn in Richtung Frankfurt/Oder fuhr, man erreichte den Fluss ziemlich schnell.

Die Grenzkontrollen liefen reibungslos und man traf wieder Westdeutsche, dort wo man die Benzingutscheine erwerben musste und die Zlotys tauschte.

Danach war man in einem Land, was eigentlich so nah war aber trotzdem so fern war.

Ein Land mitten in Europa, indem 6 Jahre ein Krieg wütete der von Deutschen ausging, ein Land was von Stalin auf der Landkarte in Richtung Westen verschoben wurde.

Hinter dieser Grenze wohnten überwiegend Menschen, die man eigentlich vertrieben hatte- hier herrschte das Provisorium.

Je weiter man in das Land hinein fuhr, wandelte sich das Bild, die Orte wurden gepflegter und der Katholizismus war unübersehbar.

Ich war in einem Land hinter dem Eisernen Vorhang was vom Katholizismus geprägt war, in den größeren Städten sah es etwas anders aus als in den Dörfern.

Man musste allerdings noch durch die Dörfer fahren, immer geradeaus der Europastraße nach und man sah Menschen die durchaus westlich gekleidet waren.

Das war eigentlich der Kontrast zu manchen Bezirken in Ostberlin, man sah auch die kleinen Läden, noch wusste ich nicht was es dort gab oder gerade nicht gab.

Noch weit vor der Stadtgrenze von Poznan nahm der Autoverkehr zu, diese Stadt wirkte wie ein Magnet, sie strahlte ins Umland aus.

Zudem wurden die Straßen besser und man konnte sich orientieren an all den Richtungsschildern.

Bei aller Vorbereitung irgendwann hält man an und erkundigt sich, daraus entwickelte sich mein erstes Gespräch mit einer Zufallsbekanntschaft.

Der nette Mensch sprach die Sprache, die mir bisher so fremd war und gab sich solche Mühe mich in die richtige Richtung zu weisen, danach tat sich etwas auf für mich.

Ich landete unweigerlich in einer der neuen Satellitenstädte, ich sah Wohnblocks die sich ähnelten, Häuser die fast 100 Meter lang waren und davor eine Vielzahl von PKWs.

Ich war am Ende der Reise und fand mein Ziel nicht, es sah alles fast gleich aus.

Da hilft nur telefonieren, eine Dichte von grünen Telefonzellen hatte man hier aufgestellt, weshalb das erfuhr ich später, mein Anruf war hilfreich ich war kurz vor dem Ziel.

 

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