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Teil 140 "Ein Kelch ging an mich vorbei"

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Der Kelch ging noch gerade so an mich vorbei, innerhalb des Betriebes wurde die Experten von auswärts tätig.

Man begann die halbe Fabrik abzureißen und waren begeistert von ihrem Projekt, der „Fabrik 2000“.

Die Begeisterung übertrug sich unkritisch in die Direktionsebene, allerdings hätte man da bemerken müssen, wie sieht die Zwischenlösung aus?

Man nutzte den sog. Hauch einer Chance und das nannte man das gefüllte Lager, was allerdings nicht immer richtig ist, denn die Entwicklung ging weiter.

Demzufolge quartiere man ganze Abteilungen in ein Provisorium, wobei man die anfallenden Kosten dazu nicht dem Projekt zuordne.

Was wiederum einige Kostenstellen- Verantwortliche nur ab nickten, die Abnicker dachte bereits an die Zeit danach und opferten ihre eigene Meinung.

Damit werden die Abnicker zu Duckmäusern, das vollzog sich nahezu reibungslos.

Durch Zufall erfuhr ich, ich gehörte zu denen die man zunächst ganz weit vom Schuss einquartieren wollte.

Ich bezog ein relativ hergerichtetes Funktionsbüro im sog. Grenzbezirk, sage und schreibe das letzte Haus vor der Sektorengrenze.

Sah ich in Richtung Osten, sah ich die Spree und der Fluss gehörte zur vollen Breite zum Bezirk Friedrichshain, blickte ich in Richtung Südosten sah ich in Richtung Schlesischen Busch und der lag bereits im Bezirk Treptow.

Wir sollten zunächst einiges dokumentieren, was der Abrissbagger noch nicht erledigt hatte.

Man läuft der Zeit eigentlich hinterher, der Vorteil waren die Sofortbild- Kameras, aus diesen Aufnahmen entstanden Skizzen und dazu kam die schriftliche Erklärung.

Nach einiger Zeit hatte wir eine Fülle von Dokumenten erstellt und es kam zum Abgleich.

Was theoretisch durchaus richtig ist, nur darf man von einem solchen Abgleich nichts erwarten, die schöpferischen Planer spielen in einer anderen Liga.

Dabei wiederum verteidigen die sog. Halb Wisser ihre Vermutungen, für die gilt ihr Plan und alles andere ist nur lästig.

Menschen die in einer anderen Liga spielen, empfinden eine berechtigte Kritik als Belästigung.

Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, wird es im Leben sehr schwer haben.

Um mit denen überhaupt ins Gespräch zu kommen, muss man Alternativen bereithalten.

Es war nun einmal so, der tatsächliche Platzbedarf erfüllte nicht die Raumplanung der sog. Fabrik 2000, eigentlich hätte das ein Erdbeben auslösen müssen und mancher hätte sich verantworten müssen.

Das ist aber niemals der Fall, sondern solche Erkenntnisse werden von den Führungskräften als Fallobst abgetan.

Man spielte den Ball wiederum uns zu, was nicht in die Landschaft des Fortschritts passte- sollte ausgelagert werden.

Das wurde das Thema, ganze Strecken zu verlagern, dazu benötigte man wiederum ein Team.

Zu diesem Team stieß ich, allerdings waren da bereits alle Hochsitze vergeben. An einem Morgen erfuhr ich davon und am gleichen Abend bezog ich bereits im 13. Bezirk von Wien ein Hotelzimmer.

Man hatte ähnliches bereits dort vollzogen, mit allen Erkenntnissen und Aussichten.

Die bekannten 3 Phasen, von der Planung, über die Durchführung bis zur Übergabe, zunächst eine relativ intensive Arbeit, danach muss man sich auf andere verlassen und in der 3. Phase gilt es sich und das Projekt zu verkaufen.

War eigentlich logisch und passte auf eine Zeitachse von 20 Monaten.

Vor mir lagen nun fast 2 Jahre, in denen ich andere Menschen kennenlernte, wo ich selten meine Obrigkeit sah und wo ich die Zusammenarbeit erst herstellen musste.

Es wurde fast zu meiner schönsten Zeit im Arbeitsleben, denn ich erlebte fast 2 Jahre keine Schwätzer.

Noch vor Weihnachten fuhr ich nach Schleswig Holstein, bog in Neumünster von der Autobahn und nahm die Bundesstraße entlang des Kanals und vor mir tauchte die Hochbrücke von Rendsburg auf.

Ich war fast am Ziel, dort erlebte ich ganz etwas anderes, man vertraute mir.

Wenn man ein solches Gefühl hat, kann man schöpferisch tätig werden. Meine Gesprächspartner zogen mit, sie waren von meinen Planungseckpunkten begeistert.

Mit diesem Elan ging ich ins Jahr 1981, zwar kann man den Elan niemals zur klirrenden Münze machen, doch ich hatte den Etat- mit dem ich lernen musste umzugehen.

Umgehen kann man damit nur wenn man bescheiden bleibt, meine Dienstwagen waren immer 2 Nummern kleiner, bis man mich diesbezüglich ansprach.

Ich fühlte mich nicht wohl in einer VIP Klasse, machte des Abends lieber den Spaziergang durch die Altstadt als an der Hotelbar zu sitzen und andere einzuladen.

Was ich nicht wusste, auch ich wurde beobachtet und das war gut so, zunächst von der Leitung vor Ort und dann von meinem Mitstreiter.

Der folgte nach Berlin, daraus entwickelte sich eine Freundschaft.

Freunde holt man vom Flughafen ab und verlässt sich nicht dabei auf andere, Freunde gönnt man eine Auszeit und bearbeitet sie nicht am Abend, Freunde lädt man auch mal ein und hört denen zu.

Es ging reibungsloser als mancher dachte, Mitte 1981 wusste ich von Freunden in Schleswig Holstein und die hatten neue Ideen.

 

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