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Im Netz der Schlapphüte

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Eigentlich wusste ich gar nicht, dass es in der Bundesrepublik Deutschland so etwas gibt wie staatlich angestellte Schlapphüte, ich wurde eines Besseren belehrt.

Das war zu der Zeit als ich mein Pflichtpraktikum in der Maschinenbaufabrik machte, mit mir unterhielt sich mitunter ein etwas jung gebliebener Kollege über alles Mögliche, mitunter kam er- und es quietschte- das war ein Scharnier von seinem Holzbein.

Trotzdem war er seines Lebens froh, irgendwann plante er aber mit seinem Dafodil durch Bayern und die CSSR nach Oberschlesien zu fahren.

Das muss wohl zu Anfang des Jahres 1970 gewesen sein, er erzählte mir von seiner Mutter und die wohnte noch in Oppeln, er selbst hatte damals Anfang 1945 den Beinschuss bekommen und wurde von Lazarett zu Lazarett immer weiter in den Westen verlagert.

Er machte sich auf und davon, war fast 5 Wochen unterwegs und kam auch frohgelaunt wieder.

Nur nach ein paar Wochen berichtete er mir, dass der Verfassungsschutz ein paar Fragen an ihn hätte. Ich riet ihm hinzufahren, sonst könnte das noch lästiger werden.

Er tat es und kam zurück und berichtete, der solle selber dahin fahren und sich das ansehen. Danach war diese Sache erledigt, für ihn, ich wusste also solche Dienste im Namen des Herrn gibt es.

Was ich nicht wusste, dass wenig später bei uns im Plenum des Studentenheims einer mit am Tisch saß, der sein Einkommen aufbesserte.

Der interessierte sich nicht für den politischen Teil unserer Diskussionen sondern vielmehr über jene Studenten die ein Auslandssemester absolviert hatten.

Das alles erfuhr ich viel später, fast 15 Jahre danach besuchte ich einmal einen Kommilitonen aus längst vergangen Zeiten.

Einer der stets links war, aber das System der DDR bestens kannte- sein Vater wohnte noch immer auf der alten Adresse Berlin, Hauptstadt der DDR, Karl- Marx- Allee.

Nach dem dritten Glas Wein erzählte er mir von Jenem der sich mit ihm befreundet hatte, ich hatte den wieder so vor mir und der ging irgendwann mal austreten und dabei stürzte seine Aktentasche um.

Da war sie, die sog. Protokoll-Notiz, mein alter Freund aus der DDR ließ sich nichts anmerken.

Zu mir sagte er nur, fast 15 Jahre später „solche gab es im Osten auch- ich habe dem nachher das erzählt was er hören wollte.“.

Nach dem 5 Glas Wein meinte er, das war alles erstunken und erlogen und danach sah ich den nie wieder.

Bei mir war das anders, ich hatte weder DDR Kontakte noch trieb es mich dorthin und im damaligen Polen war ich nicht in politischer Funktion unterwegs,

Zeitgeschehen ist allerdings so ein Randthema und immer wieder wurde ich beschimpft von allen Seiten.

Mitunter zeigte man mir etwas, wo ich zuvor wegsah, manchmal sagte man mir, ich müsse mal dorthin gehen wo es wehtut.

Ich machte es nicht, nur fuhr ich mal zurück nach Berlin und hatte so viel Kram im Auto dass ich dachte, gleich wird es spannend.

Wurde es nicht, in Drewitz sprach mich der DDR Zöllner mit Nachnamen an, verdammt- dachte ich „ das ist der Seiltanz“.

Den machte ich allerdings noch weiter, bis hin zu dieser Militärärztin, dorthin schleppte mich meine Frau wegen irgendwelcher Weh Wehchen.

Hätte ich das bloß nicht im Wilden Westen erzählt, da gab es noch einen Kollegen in Moabit der seinen Oberschenkel kurz vor Schluss 1945 verloren hatte und der immer unter den Phantomscherzen leiden musste.

Die Pillen dazu verschrieb ihn sein Arzt nicht mehr so, „versuche es“, waren seine Worte, vielleicht machte ich es aus Mitleid, ich machte es.

Ich benötigte also Rezepte, so richtige Verordnungen mit Stempeln.

Irgendwie klappte das, die Rezeptgebühr war in DM und das Ding landete in Moabit und von dort in der Apotheke.

Ich war also mittendrin, bis der Militärärztin es zu bunt wurde, sie wollte den Patienten im Wilden Westen sehen.

Es passierte, Ausländer-Übergang Check Point Charly – die junge Frau ihn Zivil das war sie. Ich dachte mir, mache das- soll der sich privat von einer Militärärztin des Warschauer Paktes untersuchen lassen.

Irgendwie waren die beiden zufrieden, ganz im Gegensatz zu mir.

 

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