Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

Teil 154 "Die geistig moralische Wende"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Das Jahr 1985 stand eigentlich unter dem Credo „ der geistig moralischen Wende“ eines Kanzlers, der eigentlich nur Probleme aussitzen konnte.

Allerdings sind diese 30 Jahre an uns alle nicht spurlos vorbei gegangen, um das wiederum einmal zu interpretieren benötigt man eine innere Ausgeglichenheit.

Es hilft weder anderen noch hilft man sich selbst, wenn man sich innerhalb der Historie mit einer Fundamentalkritik beginnt, man war immer nur ein Rädchen in einem Getriebe.

Allerdings nahm dieses Getriebe an Fahrt auf, was eigentlich allen überraschte, denn sonst hätten viele bereits im Jahr 1985 ganz anders reagiert.

Einige Jahre zuvor passierte etwas fast Unmögliches, der DGB demontierte sich und seine eigene Einflussnahme.

Wie nun was und wann schief lief und welche Rolle davor und darin wer spielte, das sollten jene untersuchen die sich heute noch stets selber loben.

Tatsache war nun einmal, zunächst erwischte es das gewerkschaftseigene Bauunternehmen „ Neue Heimat“, was allerdings ins System der „geistig moralischen Wende“ passte.

Einige Jahre zuvor hatten sich bereits fast alle Großfirmen in der Republik vom Bau der Betriebswohnungen verabschiedet, damit ging nicht nur ein Stück Wohnkultur sondern auch soziale Bindungen, mit- und untereinander verloren.

Heute weiß man es, man entzog sich bewusst einer sozialen Verantwortung, was für Großkonzerne erst der Einstieg war- nur neu war das, was dem DGB betraf.

Der allerdings killte noch mehr seiner Standbeine und versuchte somit seine Kostenstruktur zu ordnen, wer erinnert sich eigentlich noch an das Reiseunternehmen „ Gewerkschaft und Touristik“, wer erinnert sich noch an die gewerkschaftseigene „Büchergilde Gutenberg“ und an die Bank für Gemeinwirtschaft- was blieb war zunächst noch die Briefbank- die zur Bank für Sozialwirtschaft wurde- einige Jahre später verhökerte man die auch an die holländische Ing DiBa.

Man konzentrierte sich auf etwas, nur was war es, sicherlich es gab Erfolge-sicherlich diese Erfolge haben erst den DGB stark gemacht.

Ganz langsam aber gab man in den Führungsetagen den Einfluss in die Breite der Gesellschaft auf und damit fehlte etwas im Transformation Prozess, ähnliches hatte allerdings die SPD Spitze einige Jahre zuvor eingeleitet, man trennte sich von oben bestimmend von ihren Zeitungen.

Was daraus kulturell für einen Kahlschlag auf dem Büchermarkt entwickelte, sah man einige Zeit später als sich die Büchergilde behaupten musste, es hat fast 2 Jahrzehnte benötigt bis die Büchergilde eine Genossenschaft wurde.

Allein das ist wiederum nur möglich, weil sich immer noch innerhalb der linken Familie etliche danach sehnen, ihre Kultur und ihren Anspruch nicht der vorherrschenden Kulturökonomie zu opfern.

Wobei wiederum das Jahr 1985 der eigentliche Einstieg in die Kulturökonomie war, unter der Regierung des Helmut Kohl machten sich jene Konzerne an Sendungen auf dem Bildschirm zu produzieren, die dann noch gem. des Liberalismus ihre gewinnbringenden Sender bekamen.

Die berieselte Demokratie zeigte Wirkung, jeder Zeitgenosse musste sich an Werbepausen gewöhnen, natürlich von den Werbeeinnahmen lebt nun einmal ein Pustekuchensender.

30 Jahre danach gibt es sie noch, mittlerweile kommentieren Zeitgenossen welcher Art auch immer und von wo auch immer, irgendwelche Kommentare anderer als gegen jene etwas zu unternehmen die mit dem sog. Informationsliberalismus ihre Geschäfte machen.

Das Jahr 1985 war das Jahr des Liberalismus, denn die Wirtschaftsliberalen wurden überparteilich aktiv, von den Nationalliberalen sprach fast niemand mehr.

Wie funktionierte das mit dem Wirken der Wirtschaftsliberalen?

Zunächst drängte man den Einfluss der anderen zurück, in der CDU/CSU verschwanden die noch zehn Jahre zuvor einflussreichen Sozialausschüsse.

Mittlerweile machten die Banken diesen Schwenk mit, zudem baute man den Neoliberalismus auf.

Der Neoliberalismus kam nicht über Nacht zu uns, der Neoliberalismus war das Markenzeichen in den USA unter Regan und erfasste eine ganze Generation von Geschäftemachern in London.

Wobei hier immer „das Geschäft vor dem Bezug kommt“, etwas was bis heute noch nicht in unseren Ökonomie- Lehrbüchern steht.

Damit gab man sich einem Sog hin, man opferte freiwillig den Gedanken der Wertkonservativen, heute nennt sich das Risikokapitalismus.

Wen zieht dieser Risikokapitalismus an, im Ergebnis all die Wähler der CSU.

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 343
Beiträge : 5710
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13601091

Verwandte Beiträge