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Kienbaum ein DDR Heiligtum

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Es passierte an einem Novembertag vor fast 2 ½ Jahrzehnten, zuvor war ich auf einer Tagung in der IHK, man tauschte dabei immer die Visitenkarten aus.

Auf dieser Tagung war u.a. Manfred von Richthofen anwesend und der sprach zu einem Thema, was mir bis dahin unbekannt war.

Ich schenkte dieser Angelegenheit auch nicht allzu viel Bedeutung, fast dachte ich nun will der Sportfunktionär aus dem Westen Sportstätten im Osten retten.

In dieser Phase plünderte der Westen gerade den Osten brutal aus, den Rest besorgte die Treuhand.

Dann passierte es, an der anderen Leitung war ein Zeitgenossen, der unbedingt mich sprechen wollte, mittlerweile hatte ich einen Vertreter am Arbeitsplatz bekommen, seines Zeichens gelernter DDR Bürger.

Der sprach zunächst mit dem an der anderen Leitung und wurde etwas ernster, ich wusste dann warum.

Der Gesprächspartner sprach wahrhaftig noch die Sprache der Funktionäre, eines Staates der sich im Umbruch befand.

Zudem hatte er wirklich ein Problem, ihm waren in diesen bewegten Tagen ein paar Partner abhanden gekommen.

Was er mir erzählte klang aber einleuchtend und gegen neue Geschäftspartner hatte ich gar nichts.

Zum ersten Treffen benötigte ich allerdings einen Kompass, Berlin Nanepal Straße und am Funkhaus vorbei und ein Stück weiter. Da taten sich Welten auf für mich, durch eine Hauseinfahrt und da stand ich vor einer Schranke.

Hier war die Zeit stehen geblieben, das Übliche und dann wurde ich erlöst, mein Geschäftspartner kam und stelle sich vor, nur wo war ich?

Im Institut für die Entwicklung von Sportgeräten, auf DDR deutsch nannte sich das anders, was ich dann aber erlebte war so präzise dargestellt, wie ich es vor Jahrzehnten mal gelernt hatte.

Es waren Zeichnungen mit denen man etwas anfangen konnte, die hatten noch die Übersetzung zwischen dem Konstrukteur und dem Fertigungsprozess.

Es gab dabei einige Teile die man benötigte, wo es den Lieferanten nicht mehr gab und zudem herrschte hier gerade eine Unsicherheit.

Die war wiederum unübersehbar, alle Beteiligten wussten nicht wie lange es diesen Betrieb noch gab.

Im weiteren Gespräch kam hier die Hoffnung durch, die Manfred von Richthofen gemacht haben sollte, wir einigten uns also auf eine Kleinserie von Teilen.

Wobei darin nicht das Problem lag, das war ganz woanders, nämlich die gängigen Normen zu übersetzen.

Dabei vertraute ich meinem gelernten DDR Mann, nur sagte ich das denen nicht. Nach dem Angebot folgte der erste Auftrag, es ging ja nur um Teile.

Bin so weit, an das Telefonat kann ich mich noch erinnern, ich war soweit doch meinen Partner war der Montagebetrieb gerade abhanden gekommen.

Bis wir auch montierten, wahrhaftig kam dabei ein Ding raus was ich noch nie gesehen hatte.

Ein Laufband auf dem man bergauf laufen konnte, nicht nur einer sondern mehrere gleichzeitig.

Das passte gerade so in den Lieferwagen, die Fahrt endete nicht in Oberschöneweide.

Ab hier hatte ich nur einen Beifahrer und wir fuhren nach Kienbaum, ins Allerheiligste des DDR Sports.

Wer Kienbaum sah, sah nicht alles aber was er sah war der Fortschritt und den musste Richthofen zuvor gesehen haben.

Hätte die Treuhand Kienbaum geplättet, wären wir im Sport gesamtdeutsch eine Lachnummer geworden.

Heute weiß man es, kurz nach dem Zerfall der DDR waren in Kienbaum bereits Sportfunktionäre aus den USA und kopierten dort Kienbaum.

Nur die alten Entwickler aller Geräte dort, die aus dem wenigen was sie hatten die Geräte entwickelten von denen spricht keiner mehr.

Für alle die es immer noch nicht wissen, in Kienbaum konnte man trainieren unter Höhenluftbedingungen in Druckkammern unter der Erde.

 

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