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Die intrigante Weltmacht

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Antiamerikanismus ist keine Ideologie und kein Schlagwort, sondern die logische Konsequenz aus dem, was die Amerikaner uns Europäern antun.

Wir sollten unseren Antiamerikanismus regelrecht pflegen, wenn wir zu einer eigenen Identität finden wollen.

Wer hätte gedacht, dass die Wiedervereinigung der Startpunkt für eine beispiellose Expansion der Nato nach Osten werden sollte? Die Deutschen in ihrem Enthusiasmus wussten das damals nicht und Pläne zur Osterweiterung der Nato kamen nicht in die Öffentlichkeit.

Gorbatschow wurde mit guten Worten zurück nach Moskau geschickt, dass die Nato sich keinen Meter weiter in Richtung Russland ausbreiten würde. All das ist heute Makulatur. Wer vor 25 Jahren schon wusste, dass es Makulatur sein würde, waren Leute im Pentagon und State Department.

Glasnost und Perestroika waren für die Amerikaner lediglich die Bestätigung, dass der Westen den „Kalten Krieg“ gewonnen hatte. Die Russen sollten sich ergeben und in den neunziger Jahren den Ausverkauf ihrer Ressourcen an westliche Ölunternehmen hinnehmen. Das sah auch eine ganze Weile nach einer funktionierenden Doppelstrategie aus. Im Vordergrund wurde der Weltöffentlichkeit der Siegeszug der Demokratie präsentiert und im Hintergrund werkelte Washington an der „einzigen Weltmacht USA“ und an der Zerlegung russischen Welt in möglichst kleine Teile, die dann jeweils gut gegeneinander ausgespielt werden konnten.

Für die Strategie der Amerikaner in der Öffentlichkeit ein komplett anderes Bild amerikanischer Politik zu zeichnen, als diese im State-Departement, im Weißen Haus und Pentagon tatsächlich geplant ist, gibt es aus gutem Grund noch keinen verbreiteten Begriff. Alles, was hierüber an die Öffentlichkeit kommt, wird von den Medien umgehend als „Verschwörungstheorie“ gebrandmarkt.

Dabei ist die amerikanische Verlogenheit an so vielen Stellen offensichtlich geworden, dass es einen nur wundern kann, dass die Supermacht noch immer nicht in der Öffentlichkeit als die „intriganteste Weltmacht“ der Geschichte gehandelt wird. Das liegt ganz offensichtlich an der globalen, medialen Vormachtstellung der Amerikaner.

Das Irak-Desaster begann mit einer fetten Lüge, die erst dann zugegeben wurde, als der Irak, auch mit Unterstützung des BND, der militärische Ziele in Bagdad ausspähte, von der Koalition der Willigen besetzt war. Erst dann drang allmählich die Wahrheit durch, dass Saddam Hussein keinerlei Massenvernichtungswaffen besaß. Bekannt war dies den amerikanischen Geheimdiensten schon zu vor.

Man könnte die Kette von amerikanischen Lügen weiter aufzählen und ihre Mechanismen, die Welt zu manipulieren, bis ins Kleinste analysieren. Aber es macht keinen Sinn. Denn die Medien würden alles als Verschwörungstheorie diskreditieren. Wenn diese Politik der Unaufrichtigkeit und Verlogenheit dann so offensichtlich beweisbar ist, wie beim NSA-Skandal, ziehen die Amerikaner einfach mal kurz ihre Maske runter und geben freimütig zu, dass sie Deutschland nicht für einen Freund und Europa nicht für einen guten Partner halten und deshalb weiterhin ausspionieren werden. Am Ende wird auch die europäische Öffentlichkeit an dieses doppelte Spiel der Amerikaner gewöhnt, das heißt, an die Lüge gewöhnt, genau wie dies in den so genannten „Volksdemokratien“ des Kommunismus der Fall war, wo die Menschen auch wussten, dass sie die Lüge zur Wahrheit zur erklären hatten.

Typisches Symptom einer solchen Gehirnwäsche ist, dass man die Wahrheit gar nicht mehr hören will, obwohl sie man genau kennt und sie lieber als Verschwörungstheorie oder wie damals als „Propaganda des Klassenfeindes“ bezeichnet, um seine Ruhe zu haben. So etwas nennt man Gehirnwäsche. Mit ähnlichen Methoden werden Gefangene in Gefängnissen zu Geständnissen erpresst, indem man die offensichtlichen Realitäten unter Hochdruck einfach zur Lüge erklärt. Darin sind nicht nur die Amerikaner Meister, auch die Russen beherrschen dieses Spiel seit Sowjetzeiten.

Die Frage ist nur, ob wir beim Lügen mitmachen sollen?

Eine Protagonistin der amerikanischen Subversion in anderen Ländern ist Hilary Clinton

Die Ukrainekrise hat ebenso wie die Syrienkrise gezeigt, dass Amerika unterhalb der Regierungsebene eine Vielzahl von einflussreichen Netzwerken in der Welt etabliert hat, welche dann auch in der Lage sind, Regime-Changes herbeizuführen, große Summen finanzieller Unterstützung zu mobilisieren und Waffen zu besorgen, damit Länder in eine Bürgerkriegssituation gestürzt werden. Diese Destablisierungs-Doktrin ist zutiefst amerikanisch, obwohl die Russen diese Methode ebenfalls beherrschen. In Syrien hat Clinton, teilweise an Obama vorbei, die Rebellen, auch und gerade die Islamistischen Rebellen unterstützen und aufrüsten lassen.

In der Ukraine gab es eine regelrechte Verschwörung zwischen ukrainischen Oligarchen, die Janukowitsch loswerden wollten und den Clintons, die so genannte „Clinton-Connection“. Ähnliche Netzwerke gibt es zwischen den Clintons und Saudi Arabien. Dabei ist sehr offensichtlich, dass die Clintons austauschbar sind. Die Netzwerke, durch die Amerikaner überall auf der Welt Einfluss nehmen, sind ubiquitär und werden nur häppchenweise und anlassbezogen von der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie das Goldmann-Sachs-Netzwerk, dass derzeit dabei ist den Euro-Raum zu destabilisieren und uns aus der Eurokrise bekannt ist. Damals wurden europäische Staaten (sogar Frankreich) von den zugehörigen Ratingagenturen systematisch in die Krise „ge-rated“. Das Prinzip ist dabei immer dasselbe. Es wird verdeckt agiert und Veröffentlichungen über diese Netzwerke (Beispiel Goldmann-Sachs, Clinton Connection, transatlantische Netzwerke) solange als „Verschwörungstheorie“ gebrandmarkt, bis sie zweifelsfrei erwiesen sind. Dann stellen sich die Amerikaner hin und sagen: „So what? America first!“

Wir haben dieses Spiel die Lügen der Mächtigen gefälligst zu akzeptieren und Vorbild dabei ist uns unsere Kanzlerin. Die hat wirklich die Verlogenheit aufgebracht, kürzlich den Widerstand gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA als Antiamerikanismus zu deuten. Übersetzt bedeutet das den Vorwurf: „Warum lasst ihr Euch nicht weiterhin von den Amerikanern über den Tisch ziehen? Ich tue das doch auch!“ In Wirklichkeit ist der Vorwurf des Antiamerikanismus eine zutiefst fatalistische Botschaft. „Bleibt im amerikanischen System, ihr habt ohnehin keine Chance!“

Wir diskutieren über TTIP und CETA, während die Amerikaner das viel gefährlichere TISA ins Ziel bringen

Die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen über das TISA-Abkommen, bei dem nicht der Warenhandel, sondern der Handel mit Dienstleistungen zwischen Amerika und dem Rest der Welt vertraglich festgelegt wird, zeigen eben auch, dass es sich bei TTIP und CETA nur um die Spitze eines Eisberges handelt. Darunter wird munter unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiterverhandelt. TISA schreibt unter anderem die Bedingungen für die amerikanische Vorherrschaft auf den Finanzmärkten und den Finanzdienstleistungen sowie der globalen Kommunikation fest. China, das nicht mitspielen wollte, ist aus den Verhandlungen gerade rausgeflogen. Es wird eben nur das diskutiert, was gegen den Widerstand der Amerikaner mühsam an die Öffentlichkeit gezerrt wird, darunter wird weiter die Welt nach amerikanischen Interessen verteilt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit natürlich!

In diesem Spiel der Amerikaner gegen die Weltöffentlichkeit spielen die internationalen Medien auf Seiten der USA

Wer hätte gedacht, dass ein paar sexistische Äußerungen eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten alles aufwiegen, was die amerikanische Politmafia in den letzten Jahren verbrochen hat?

Vermutlich wird Clinton die amerikanische Präsidentschaft nur deshalb gewinnen, weil fast alle großen Medien auf die Hetzjagd gegen den „Sexisten“ Trump eingestiegen sind und nur sehr wenige, die wesentlich relevanteren Veröffentlichungen von Wikileaks in typischer medialer Weise skandalisiert haben. Es wurde ein riesiger medialer Aufwand, weit über die Grenzen der USA hinaus, betrieben, um Trump zu diskreditieren, bzw. die Diskreditierung Clintons abzuschwächen. Zur Erklärung dieser extrem einseitigen Berichterstattung für Clinton und gegen Trump reicht „Massenpsychologie“ nicht aus. Auch wenn viele Medien wenigen, mächtigen Leitmedien hinterherlaufen, müssen die Leitmedien erst einmal auf Kurs gebracht werden. Hier kommen wieder die politischen Netzwerke ins Spiel, die inzwischen global funktionieren und in denen grundsätzlich die einflussreichen Medienleute präsent sind. Das ist in Europa genauso und deshalb funktionieren diese transatlantischen Netzwerke bei uns perfekt.

Im Resultat wird eine amerikanische Polit-Mafiosa ins Präsidentenamt gehievt und der Herausforderer konsequent heruntergeschrieben (meist mit dem entschuldigenden Zusatz, er habe ja selbst Schuld). Die Netzwerke fungieren als Präsidentenmacher und manipulieren die Weltöffentlichkeit dafür massiv. Wer nicht mitspielt, wird offline gestellt, wie derzeit bei Julian Assange dem Wikileaks-Gründer festzustellen.

Trump bleibt kämpferisch und erwähnt ganz zu Recht, dass dieses die letzte Wahl sein wird, in dem die Amerikaner noch die Chance haben, echte Demokratie zu praktizieren. Danach würde es nur noch eine Partei geben. Die treffende Analyse, dass es sich dabei um eine neokonservative Partei handelt, die längst bei den Republikanern und den Demokraten gleichzeitig geputscht hat, bleibt Trump schuldig. Diese bittere Erkenntnis würde die Amerikaner vermutlich auch überfordern. Es würde dann wieder „Verschwörungstheorie“ gerufen werden und erneut die Wahrheit an den Pranger gestellt werden. Die mediale Macht steht in Amerika und Europa, wie wir gerade sehen, voll zur Verfügung.

Dabei gibt es keine „Verschwörungstheorie“ mehr, die der Aushebelung der globalen Öffentlichkeit durch die Amerikaner auch nur annähernd gerecht werden könnte. Ihre Netzwerke wirken überall mit derselben Mischung aus Desinformation, Erpressung und politischer Macht. Vergessen wir nicht, dass wir mit Mario Draghi in Europa einen Amerikaner an der Spitze unseres Finanzsystems sitzen haben, er kommt direkt aus dem Goldman-Sachs-Netzwerk zu uns, dessen erklärtes Ziel es ist, den Euro als Weltwährung mehr oder weniger obsolet zu machen. Draghi arbeitet dabei auch explizit gegen Deutschland und enteignet durch seine Geldpolitik die deutschen Sparer (gerade die kleinen, die nicht an die Börse gehen) im großen Stil.

Demokratisch gewählt ist dieser Goldman-Sachs-Mann natürlich nicht.

Die Amerikaner verursachen eine geistige Klimakatastrophe

Es ist fast egal, wo man hinschaut. Man sitzt gewissermaßen auf amerikanischen Netzwerken, die uns bis in den Fernsehsessel hinein verfolgen. Die europäische kulturelle Eigenständigkeit, auf die wir im Rahmend des EU-Prozesses und der Öffnung Osteuropas erhofft haben, ist weitgehend verloren gegangen. Stattdessen schauen wir uns billige amerikanische Serien an, in denen es von „Dallas“ bis zu „House of Cards“ vor allem um eines geht: „Intrigen“ und zwar so schmutzig wie möglich! Man könnte das auch als eine Art geistiger Klimakatastrophe bezeichnen.

Es gibt für uns nur eine Form der Gegenwehr, die ich gern als Antiamerikanismus bezeichne. Die Europäer müssen aufhören, den Amerikanern hinterher zu laufen und eine eigene europäische Identität entwickeln. Auch wenn diese zunächst auf einer Renationalisierung, das heißt auch Schwächung der Zentralmacht Brüssels beruht, kann danach ein Einigungsprozess stattfinden, der die europäischen Völker und nicht ihre Eliten einander näher bringt.

Ein europäischer Zentralstaat, wie die EU-Kommission und das EP ihn derzeit entwickeln, ist ein reines Elitenprojekt und damit ein einfaches Opfer für die amerikanischen Netzwerke. Genau dieses Einfallstor nach Europa sollten wir den Amerikanern nicht mehr anbieten.

Im Rahmen der Renationalisierung Europas braucht man allerdings politische Kräfte, die eine europäische Einigung der Völker weiterhin im Blick haben. Vermutlich sind die rechtspopulistischen Parteien Europas dafür sogar geeignet, weil sie eben weniger in Verdacht stehen, nationale Interessen an internationale Netzwerke zu verkaufen und damit eine europäische Einigung sehr viel glaubwürdiger vertreten könnten. Erste Ansätze dafür gibt es bereits im EP. Man darf gespannt sein.

 

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