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Das Symptom Schulz

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Martin Schulz angekündigter Wechsel in die Bundespolitik ist in den Medien reichlich kommentiert worden.

 

Eigentlich könnte man es dabei belassen, wenn der Wechsel von Schulz nicht so ungemein denkwürdig und symptomatisch für die europäische und deutsche Politik wäre.

Der Wechsel aus dem EU-Parlament in ein nationales Parlament für das Schulz 2017 auf Platz eins der Landesliste NRW kandidiert, ist nicht mehr und nicht weniger als ein Symptom.

Freud sagte einmal, dass die meisten psychischen Symptome überdeterminiert sind. Damit meinte er, dass ein Symptom Ausdruck sehr vieler unterschiedlicher, ungelöster Konflikte zugleich sein kann.

Bei Martin Schulz ist das sicher der Fall!

Zunächst einmal ist es symptomatisch, dass Schulz in Brüssel für sich keine Zukunft mehr sieht. Der glühende Europäer, der die Vereinigten Staaten von Europa vor Augen hat, sieht plötzlich keinen Grund mehr, in Brüssel für seine Idee zu kämpfen.

Martin Schulz verlässt das sinkende Schiff? Der Kapitän des EP geht als erster von Bord?

Nein, wird der SPD-Vorstand rufen. In Deutschland kann Schulz viel besser für die Europäische Sache werben und den Deutschen Europa auf seine erfrischend emotionale Weise näher bringen.

Eine Rationalisierung? Schulz verlässt das Europäische Schiff in starker Schieflage, um es zu retten? Kapitän Schettino hatte die havarierte Costa Concordia angeblich ja auch vorzeitig verlassen, um die Rettungsarbeiten besser koordinieren zu können.

Man kann aus dieser Rationalisierung noch einige andere ungelöste Konflikte ableiten. Während Schettino gesehen hatte, dass er auf dem Schiff nur in Gefahr ist und sich lieber selbst in Sicherheit bringen wollte, muss man Schulz diese Art der egozentrischen, fast triebgesteuerten Konfliktlösung ja nicht unterstellen.

Man kann sich ja auch vorstellen, dass Martin Schulz als Spitzenkandidat der SPD Front gegen die AfD und alle anderen Europakritiker machen soll. Ein Attraktivitätsfaktor für die SPD, den Europaretter an der Spitze in den Wahlkampf gegen Nationalismus und Skeptizismus zu stellen. Eine Art Heldenepos könnte daraus entstehen.

Allerdings liegt die Vermutung ziemlich nah, dass dieser Held der SPD erneut tragisch enden wird. Die SPD kann nämlich die Bundestagswahl 2015 nur verlieren. Ganz ähnlich erging es dem Held der neoliberalen Eliten, Peer Steinbrück, der auch als letztes Aufgebot in den Bundestagswahlkampf geschickt wurde und dann tragisch endete. Auch Steinbrück konnte nur verlieren, in einem Wahlkampf, nach welchem sogar die FDP aus dem Bundestag flog.

Jetzt also die Opfergabe, Martin Schulz, als tragischer Held für Europa?

(Fortsetzung folgt bald :)

 

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