Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten In welchem Dreck wühlst du herum?

In welchem Dreck wühlst du herum?

E-Mail Drucken PDF

Diese

 

 

 

Frage hörte ich stets, wenn dasThema "Pendler" wieder aktuell wurde.

Ein Teil meiner Kollegen behauptete, die machen das doch freiwillig,ein weiterer Teil meinte mitunter pendeln Mann und Frau, irgendwann bemerkte ich eigentlich waren wir alle Pendler geworden.

Der 8 Stundentag besagte man war fast 9 Stunden täglich an der Firma und welche Weg zur Arbeitsstätte hatte man und wie nutzte man ihn, andererseits was hatte man dann noch vom Tag?

Dann gab es das Arbeitsschichtsystem, bisher untersuchte ich nur die Normalschicht, die kamen in die 1. Schicht relativ planbar, zur 2. Schicht zwar hin aber kaum zurück, es gab sie aber die 2. Schicht, in der 2. Schicht befanden sich demzufolge jene Kollegen die entweder am Ort wohnten oder mobil waren.

Irgendwie funktionierte das, was allerdings stets dann seine Grenzen erreichte, wenn es um interne Weiterbildung ging und all das was mal über den normalen Feierabend hinaus ging.

Wie kommt ein Tagespendler zu seinen normalen Feierabend?

Tagespendler sind und waren überwiegend Frauen, im Durchscnitt jene die nach der Eheschließung mal wieder dazu verdienen möchten, ihre Selbstständigkeit herausfordern und die der Notwendigkeit wegen mitarbeiten müssen.

Sie sind größtenteils und das waren sie im Werk 1 zuverlässig, interessiert und einsatzfreudig.

Sie waren ein Fundament des Betriebes, mancher sah es nicht so, mancher verstand nicht was ich beschrieb, viele hatten sich mit diesem Thema garnicht beschäftigt.

Das waren die Wochenendpendler, die saßen in den oberen Etagen, das waren die Audi Fahrer, das waren jene die eine Wochenendehe führten und die vom Büro aus des Morgens gegen 8 Uhr mit ihrer Familie telefonierten.

Ich wollte aber zunächst mal in einen solchen Bus mitfahren, ich wollte schreiben und mehr wissen von der gezwungenen Alltäglichkeit, der Werksbus hat außer den Fahrer noch den Busobmann, der weiß wer anwesend ist und wer wo sitzt.

An den sollte man sich halten, denn Werksbusfahren ist nicht kostenneutral, die Pendler bezahlen ihre Fahrten.

Ich befand mich um 16 Uhr 10 auf dem Parkplatz 5 und stieg in den Werksbus in Richtung Ebermannstadt, von dort sollte es weitergehen.

Eine Übernachtung war eingeplant, nun müssen die Busse erst einmal aus der Stadt heraus und im Bus herrscht Schweigen, Pendler schweigen, lesen oder versuchen zu schlafen.

Der Bus erreichte gegen 17 Uhr30 seinen Endpunkt, der Marktplatz in Ebermannstadt, es steigen min. noch 15 Frauen und eine Handvoll Männer aus, einige sagten mir Servus und stiegen in ihren PKW zur Weiterfahrt, der überwiegende Teil der Frauen versuchten noch etwas zu kaufen, die Geschäfte im Freistaat hatten auf dem Land zur damaligen Zeit bis Abend 18 Uhr geöffnet.

Um 17 Uhr 45 traf man sich wieder im Linienbus, min. 8 Frauen die mittlerweile meine Kolleginnen wurden und dazu mein mir vertrauter Busobmann, wir fuhren min. 5 Haltestellen in Richtung Kloster Banz.

18 Uhr 20 war ich am Ziel schüttelte dem Obmann die Hand und suchte meinen Gasthof.

Den Zettel für den morigen Tag gab er mir mit, 4 Uhr 15 stand darauf Haltestelle links, alles andere dann 4 Uhr 15 und jetzt war es bereits fast 19 Uhr.

Saß im Gasthaus trank eine Halbe nahm dazu den weißen Preßsack und bezahlte im Voraus, 4 Uhr in der Frühe wollte ich das Haus verlassen, was für mich unnormal war, war hier normal , es bot sich ein Tischnachbar an mich ein Stück in Richtung Erlangen mitzunehmen.

Danke, ich wollte ja auch des Morgens pendeln.

Das tat ich und es geschah unsanft, 3 Uhr 40 der Wecker, kam als letzter zur Haltestelle des Linienbusses, drückte einigen die Hand man stieg ein und schwieg, vor dem Werksbuss standen bereits ein paar Kolleginnen, der Obmann wurde aktiv, kurzfristig machte ein mobiler Zeitungsverkäufer seine Runde, man saß auf dem zugewiesenen Platz im Werksbus und schlief, beim dritten oder vierten Zusteigestopp wurde man wach und las die Zeitung.

6 Uhr20 Parkplatz Dr, Mack Straße, etliche Busse entließen Männer und Frauen die pendelten und Pendler wollten Frühstücken, die Kantine hatte berets geöffnet.

Einladend dachte ich mir, nur die Zeit drängte, da blieb nicht viel Zeit um 7 Uhr wollteich 4 Etagen höher das Büro eröffnen.

Kurz darauf hatte mich die Welt zurück, diesmal kamen sie nacheinander und fragten, hast du dich mit den Pendlern mal unterhalten?

Meine Standardantwort lautete dann, nein war zu beschäftigt mit dem Pendeln.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. November 2010 um 06:41 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5735
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14096680

Verwandte Beiträge