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Und weil der Mensch ein Mensch ist ...

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… so beginnt Brechts berühmtes Lied von der Einheitsfront.

„Drum braucht er was zu Essen, bitte sehr, es macht ihn ein Geschwätz nicht satt, es schafft kein Essen her.“ So isses.

Was sind also die großen Debatten über Hartz IV, die mit 5 € Erhöhung enden, für den Hartz IV-Empfänger?

Geschwätz. Das ihn nicht satt macht.

Also rebelliert er und wendet sich von den Schwätzern ab. Normal.

Was schafft Essen her? Wertschöpfung? Drücken wir es allgemein verständlich aus, so, dass es tatsächlich auch etwas bedeutet: Arbeit.

Und wieder das Geschwätz von Qualifikation, von Fördern und Fordern, von Facharbeitermangel, von nach Bedarf der Wirtschaft ausgesuchten Einwanderern – was bringt das?

Wo sind sie denn, die Arbeitsplätze?

Für den, der keinen Realschulabschluss oder Abitur hat?

Für den, der nicht um die dreißig ist mit reichlich Berufserfahrung – und keine Frau im gebärfähigen Alter?

Für den, der den falschen Nachnamen hat, nämlich einen türkischen oder für den, der zwar erfolgreich eine Lehre absolviert hat, aber leider nicht in einem 'richtigen' Betrieb?

Es sind unsere Mitbürger, die unseren mäkeligen, durch hohe Arbeitslosigkeit verwöhnten Unternehmen nicht genügen.

Gewohnheitsmäßig. So, wie ihnen die Lebensmittel in einem Supermarkt nicht genügen.

Och nö, haben Sie nicht was besseres? Zum Beispiel ein handaufgezogenes Hühnchen, gefüttert mit Biomais?

Also, unsere Supermärkte, die lassen einen doch glatt verhungern.

Sozial heißt, den Blick auf die Gesellschaft zu richten.

Die ganze Gesellschaft, auf alle, die da sind, und nicht nur auf die paar Maishühnchen, die man gerne hätte.

Dann erkennt man, dass sogar die Rede von der Integration letztlich nur Geschwätz ist, das eine Teilung in „wir“ und „die da“ voraus setzt.

Doch dies ist nur eine theoretische Illusion, ist Unsinn.

Dass die an den Rand geschobenen „Die Da's“ integraler Bestandteil unserer Gesellschaft sind, zeigt sich spätestens dann, wenn sie rebellieren, sich von Institutionen und Politik abwenden, rotzig und aggressiv werden – und das mit Recht.

Wer da ist in unserer Gesellschaft, muss auch in ihr leben können. Menschenwürdig leben.

Muss untergebracht werden, in Arbeit und Brot, nicht 'irjendswie', sondern so, wie es seinen Begabungen und Fähigkeiten entspricht.

Und auch da, wo er lebt, wo er seine sozialen Bindungen hat, wo er hin gehört.

Das ist die soziale Verpflichtung der Wirtschaft, die wir einfordern müssen.

Ihr habt keine Ansprüche zu stellen, Ihr habt das zu nehmen, was da ist. Weil auch Ihr zu unserer Gesellschaft gehört.

Selbstverständlich betrachten wir, der Staat, es als unsere Pflicht, Euch dabei nach Kräften zu unterstützen.

Wenn unsere Schulausbildung zu schlecht ist, müssen wir uns schamvoll am Riemen reißen und sie verbessern.

Wenn die Konjunktur im Keller ist, wollen wir unseren Beitrag leisten, damit Ihr die Arbeitsplätze erhalten könnt.

Und wenn es sein muss, betten wir Euch im internationalen Wettbewerb auf Rosen.

Auch das ist für uns Solidarität.

Aber wir sind nicht Eure Subunternehmer, mit denen Ihr nur Geschäfte macht, wenn sie Euch Produkte nach Eurem Gusto liefern.

Wer die Verhältnisse ändern will, muss erst mal die Verhältnisse in den Köpfen ändern.

 

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