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Die vorangegangene Diskussion

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Wenn

 

 

 

man mich fragt, warum ich den Gustav Heinemann Bürgerpreis Träger persönlich anspreche, wenn es um die KZ Außenstelle in der Sonnenallee geht, dann sollte man meinen etliche haben die vorausgegangene Diskussion u.a. auch über dieses Lager entweder nicht mitbekommen oder vergessen.

Ein Berliner Bezirksbürgermeister, der den Gustav Heinemann Bürgerpreis bekommen hatte, sollte hier im Sinne eines Gustav Heinemann handeln.

Aber nun zurück zum historischen Ablauf, im alten Westberlin waren bis zu Anfang der 70. Jahre Themen dieser Art nicht auf die Tagesordnung zu bringen, leider denn es gab damals noch Zeitzeugen.

Erinnern wir uns an das Frühjahr 1976, Klaus Schütz und Willy Brandt sprachen damals in der Neuen Welt über ene Urabstimmung von vor 30 Jahren zuvor, anschließlich diskutierten wir über Otto Grotewohl.

Wer wußte eigentlich was über ihn, erst 20 Jahre danach konnte jene begonnene Diskussion offener geführt werden.

Wie war das in den Betrieben Berlins in den Kriegstagen?

Auch dazu gab es bis in die 80. Jahre Zeitzeugen, doch worüber sprachen sie, nur rein zufällig erfuhr man von der Feuerwehr in Kreuzberg, die in den Bombennächten ausrückte und ganz nebenbei erfuhr man, das waren überwiegend Russen.

Russen im Dienste der Berliner Feuerwehr in den Bombennächten, man ging dieser Frage nicht nach.

Ebenso wußte man von den Tunneln unter dem Tempelhofer Flugplatz, spätestens wo ein Stollen unweit des Kreuzberger Weinberges einstürzte, was wurde dort von wen montiert?

Bewegung kam erst in dieses Thema als die 750. Jahrfeier Berlins bevorstand, einmal war es die Arbeit in der Historischen Kommission, andererseits erarbeitete der Landesverband des DGBs in Berlin das Buch " das halbe Leben" die Geschichte und Gegenwart des arbeitenden Berlins.

Das Buch schlug in eine Kerbe, man interpretierte nicht nur die Zeitachsen sondern widmete einige Artikel den Fremd- und Zwangsarbeiten im Reich der Nazis, benannte Firmen, Standorte und fand KZ Aussenstellen heraus.

Hier fand man Belege, hier fand man Abrechnungen für die SS und man fand Notizen der Arbeitssklaven, man machte sich die Mühe nachzuvorschen.

Sprach mit den Opfern und benannte die Almosen den die betreffende Firmen überwiesen und man ging der Spur der Täter nach.

Die Betriebe und Firmen zog man nicht zur Rechenschaft, nein man nahm sich der Wachmannschaften und Aufseher an.

Erkannte Spuren der Täter, verfolgte sie und einige von ihnen hatte man kurz nach dem Krieg verurteilt, verurteilt von einem DDR Gericht.

Sie saßen ihre Haft ab und gingen in die Bundesrepublik als ungescholtene Bürger, die Täter waren wieder unter uns und zudem bezogen einige noch von ihnen Betriebsrenten, Betriebsrente von einem Betrieb in dem sie Menschen quälten.

Nun konnte die Politik in Berlin nicht anders als handeln, unter der Hand wußte man bereits mehr, der Senator für das Bau- und Wohnungswesen ging mit Hilfe der Gewerbeflächen der damaligen Zeit die Studie durch.

Es wurde bewiesen in der Sonnenalle befand sich ein Außenlager des KZs Oranienburg, der genaue Standort markiert, zw. dem Neuköllner Schiffahrtskanal und der Weserstraße, dort befand sich die Krupp Kassenbaufirma, genau dort wo heute die Thielmannstraße liegt und es gab Zulieferbetriebe in der Nähe der Sonnenalle, die sich ebenso der Skalvenarbeiter aus den KZs bedienten.

Wo wohnten die Arbeitssklaven, annehmen kann man sie wurden mit der S Bahn transportiert, aber sah man sie nicht?

Übersah man sie oder wollte man es nicht sehen?

Ein Unterkunftsbarackenlager war unmittelbar dort vorhanden, nach der etwas anderen Verkehrsführung in den letzten 3 Jahrzehnten, kann man den jetzigen Deutsche Post Parkplatz als den Standort ansehen, in der Zwischenphase war hier ein Betriebssportplatz.

All das ging durch die Lokalpresse und wurde von der Neuköllner SPD damals aktiv dargestellt, zudem erschien der Bericht des Senators.

Ein Bericht der nicht nur den Beweis erbrachte sondern auch die so arglos erscheinenen Behörden in ein anderes Licht setzte.

Damals war die Neuköllner SPD dabei als das vorläufige Hinweisschild und auf das Projekt an der Sonnenalle installiert wurde.

Dann kam die Wende und Berlin war frei, Betriebe verließen das alte Westberlin, es entstand Leerstand, die neue Vermarktungsstrategie hielt Einzug.

Man zerstückelte das betreffende Gelände, man bot es Mietern an und man nutzte es selber, ins Hauptgebäude zog das Finanzamt, das Hinweisschild war irgendwann weg.

Vergeblich sucht man nun hier nach einem Mahnmal, nach einem Hinweis, nach einer Gedenktafel und wer erzählt eigentlich den Kindern in Neukölln etwas darüber?

Hier sollte man handeln und darum geht es, hier sollte man einen Bürgermeister daran erinnern, es gibt jenen Ort in Neukölln wo man sich schämen muß.

Weil Menschen anderen Menschen dieses antaten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. November 2010 um 15:23 Uhr  

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