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Demokratischer Sozialismus und Religion

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Der Titel dieses Textes nimmt seine Kernaussage zwar bereits vorweg, jedoch muss eine solche These erhärtet werden, bevor sie gelten kann.

Um festzustellen, warum Laizismus eine sinnvolle Forderung ist, muss zunächst erläutert werden, was denn grundsätzliche Positionen von Sozialistinnen und Sozialisten sind.

Die Jusos beispielsweise definieren sich klar als sozialistischer, feministischer und internationalistischer Richtungsverband innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Daraus lassen sich bestimmte Schlussfolgerungen auf Grundpositionen der Jusos ziehen.

Die Grundsätze der JungsozialistInnen

Sozialismus definiert sich vor allem durch die grundsätzliche Gleichheit der Menschen.

Und damit ist natürlich nicht, wie einige Konservative plump behaupten, gemeint, dass alle gleiche Interessen, Begabungen oder sonst etwas haben, sondern es geht schlicht und einfach um Grundbedürfnisse.

Es ist möglich, diese ziemlich banal auszudrücken, indem man schreibt, dass jeder Mensch nicht ohne Essen, Trinken, Gesundheit, eine Wohnung oder ein Haus, aber auch Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, an Bildung, an verschiedenen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, an Mobilität, Energieversorgung und Kommunikationsmöglichkeiten leben sollte – und zwar zu gleichen Teilen und Möglichkeiten des einen, wie des anderen Menschen.

Ein gewaltfreies Miteinander in Gleichheit aller Menschen ist dabei das Ziel.

Aus dem Grundsatz der Gleichheit, zu der innerhalb der SPD auch die Anrede „liebe Genossinnen und Genossen“ (liebe Gleiche) zählt, ganz gleich, welches Mandat die- oder derjenige hat oder nicht, folgt auch als Ableitung der Begriff der Gleichstellung.

Gleichstellung findet sich auch weiter unten in der Erläuterung zum Feminismus wieder, allerdings fassen Sozialistinnen und Sozialisten darunter auch benachteiligte Minderheitsgruppierungen, die unter fehlender gesellschaftlicher Liberalisierung oder unter den patriarchalen Verhältnissen leiden, so z.B. Homosexuelle etc.

Feminismus ist wohl ein recht geläufiger Begriff.

Er bedeutet ganz einfach, dass sich die Sozialistinnen und Sozialisten als diejenigen verstehen, die für die Rechte und Interessen von Frauen eintreten, weil diese nach wie vor in der Gesellschaft auf Grund ihres Geschlechtes stark benachteiligt werden.

Ziel ist dabei, eine tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau zu erreichen und nicht nur eine Gleichstellung auf dem Papier.

Schnell erklärt ist der Internationalismus, der das Gegenteil von Nationalismus ist.

Dementsprechend haben Sozialistinnen und Sozialisten keinen Bezug zu „Vaterland“ oder „Nationalstolz“.

Für sie ist vielmehr ausschlaggebend, dass man sich überall auf der Welt gemeinsam als Ausgebeutete des kapitalistischen Systems verbrüdert und Nationalstaaten ablehnt, da diese immer nur eine Abgrenzung gegenüber den anderen bedeuten und somit dem gemeinsamen Interesse, Freiheit zu erlangen, schaden.

Daher kommt beispielsweise auch der Satz „Die Arbeiter haben kein Vaterland“ von Karl Marx aus dem Manifest der kommunistischen Partei.[1]

Doch nun zum Kern des Textes, zu Religionen.

JedeR, die oder der diesen Text liest, wird in den nun folgenden Ausführungen immer wieder Bezüge auf diese oben definierten Grundsätze der Jusos herstellen können, weil die Religionen, unabhängig von ihren unterschiedlichen Konfessionen und Ausrichtungen, genau das alles nicht sind.

Geschichte der Verbrechen durch Religion

Zunächst muss sich dabei gefragt werden, wovon die christliche Religion eigentlich lebt.

Und die Antwort ist relativ schnell klar.

Sie lebt von ihrer Mission; Eine Möglichkeit, andere zu bekehren, sie zum eigenen Glauben hinzuführen, ob sie das nun wollen oder nicht.

Wohin so etwas führt, hat die Geschichte bereits ausreichend bewiesen: Unterdrückung, Abgrenzung, Folter, Mord und Totschlag, bis hin zum Genozid, denn wenn Mission nicht funktionierte, hat man gewaltsam versucht, den eigenen Anspruch politisch durchzusetzen.

Allein die Verbrechen bei der Besiedlung Amerikas, die die Puritaner verübten, sind legendär.

„Die Opfer der Christen wurden bestochen, bestohlen, sogar ihre Gräber regelmäßig geplündert, sie wurden im Schlaf überfallen, erwürgt, in der Gefangenschaft gemeuchelt, bei Friedensgesprächen zur Entwaffnung überredet und liquidiert.

Man folterte und vierteilte, man entmannte, spaltete Schädel, hackte Köpfe ab und stellte sie aufgespießt zur Schau.

Man vergewaltigte Frauen, selbst die jüngsten, verstümmelte auch ihre Genitalien, führte diese gar als Trophäen mit, skalpierte Kinder >zur Belustigung<.“[2]

Daran lässt sich schon unschwer ablesen, dass ein Internationalismus im Sinne der Jusos schwierig wird, wenn eine internationale Verbrüderung schon durch solche kulturellen Konflikte, die gewaltsam ausgetragen werden, scheitert.

Die Geschichte ist voll von diesen Taten.

Nicht umsonst hat Deschner in seinem rund 10.000 Seiten starken Werk Kriminalgeschichte des Christentums die Verbrechen von Anfang an aufgezeigt und auch, dass schon von Beginn an alles auf einer Lüge basierte.

Deschners Gegner werfen ihm vor, einseitig die Geschichte zu betrachten.

Das ist jedoch kein rationales Argument, denn letztlich wird Geschichte immer als ein Prozess verstanden und Deschner zeigt diesen Prozess anhand der Auflistung der Verbrechen des Christentums.

Als HistorikerIn ist man immer dazu geneigt und es ist auch üblich, solche Prozesse anhand verschiedener Quellen und Fakten zu erklären.

Man kann demnach die Geschichte des Christentums als Kriminalgeschichte erzählen, wenn es genug Fakten gibt, die diesen Prozess und seine Erklärung erhärten.

Das ist bei Deschner der Fall.

Zudem begegnet er Leuten, die ihm eine einseitige Betrachtung vorhalten, mit folgendem Urteil: „Wer die Weltgeschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize.“

Aber nun zurück zur Mission: Was steht dahinter?

Schauen wir uns an, wie zum Beispiel die Kirchen in Deutschland funktionieren. Wenn die Kirchen missionieren, im Prinzip also neue Mitglieder werben, erhalten sie von diesen Mitgliedern Geld, in Deutschland eingezogen über eine separate Steuer, die Kirchensteuer.

Dementsprechend müssen sich die Kirchen noch nicht einmal darum kümmern, dass das Geld an sie geht, sondern der Staat, der eigentlich eine Trennung von Staat und Religionen vorsieht, übernimmt hier die Aufgaben der Kirchen und treibt das Geld für sie ein.

Auf diese Weise lässt sich ein Wirtschaftsimperialismus hervorragend organisieren, denn durch den Einzug über die Steuern ist das Vermögen der Kirchen auf lange Zeit gesichert.

Es ist sehr viel schwerer, sich als Verein darum zu kümmern, dass alle Menschen Mitgliedsbeiträge überweisen und noch dazu die Höhe der Beträge zu ermitteln.

Wie könnten es die Kirchen einfacher haben, als dass auch noch der Staat für sie die Gelder einzieht?

Doch das Thema Laizismus soll an anderer Stelle detailliert betrachtet werden.

Religion als Mittel der Erklärung, aber auch Unterdrückung

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die christliche Religion (wenn ich es so schreibe, meine ich immer alle Konfessionen) in früheren Zeiten ein Mittel der Erklärung war, jedoch auch ein Mittel der Unterdrückung, was sie auch heute noch ist. Mittel der Erklärung bedeutet, dass die Religion Antworten gab, als die Menschen es noch nicht besser wussten, als Wissenschaft und Forschung noch nicht etabliert waren, bzw. unter ständigem Einfluss der Kirche standen und keine Beweise für die Herkunft des Menschen oder die Entstehung der Erde entdeckt waren.

Schon allein daraus lässt sich erkennen, dass eine Rückbesinnung auf die Religion auch gleichzeitig ein evolutionärer Rückschritt ist, eine Absage an die Aufklärung, ein Appell wider besseres Wissen, zumal die Aufklärung ohnehin von allen christlichen Konfessionen bis aufs Blut bekämpft wurde.

Im christlichen, wie auch islamistischen Fundamentalismus wird Aufklärung bis heute bekämpft, sogar bereits gewonnene und gesellschaftlich verbreitete Erkenntnisse werden dort konterkariert.

Nur aus diesem Grund findet der Philosoph Arthur Schopenhauer die deutlichen Worte: „Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage; in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.“[3]

Mittel der Unterdrückung ist die Religion immer gewesen, jedoch auch nach wie vor, denn die Lehren des Christentums haben sich nicht verändert, nur die Menschen sind, Dank Aufklärung und Humanismus, besser gebildet.

Schon im allseits bekannten „Vater unser“, jeden Sonntag in den Kirchen zelebriert, findet sich diese Unterdrückungsbotschaft wieder.

„Und so finden wir die Aufforderung zur unbedingten Unterwerfung nicht nur in politischen Ideologien wie dem Nationalsozialismus („Führer befiehl, wir folgen!“), sondern auch in den meisten traditionellen Glaubenssystemen, nicht zuletzt im Christentum („Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“) sowie im Islam (schon das Wort „Islam“ bedeutet übersetzt nichts anderes als „Unterwerfung“).“[4]

Wo sich jemand schon im Grundsatz, im Glaubensbekenntnis, unterwirft, kann von Gleichheit keine Rede mehr sein und erst recht keine entstehen.

Die biblischen Widersprüche

Von BefürworterInnen der Kirchen wird gern darauf hingewiesen, dass die christliche Religion auch eine Heilsgeschichte vorzuweisen habe.

Dem kann zugestimmt werden, allerdings nur unter einer Bedingung: Nämlich dass es zum eigenen Vorteil der Christen war.

Das angebliche Gebot „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ müsste eigentlich „Liebe deinen nächsten Christen, wie dich selbst“ heißen.

Um das zu zeigen, muss nicht einmal die Geschichte bemüht werden.

Es reicht schon ein Blick in die Bibel.

Dort findet sich zwar dieses Gebot, aber es finden sich gleichzeitig andere Zitate, die deutlich machen, dass damit nur Christen gemeint sein können.

So heißt es zum Beispiel im Psalm 139,19: „Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten!“[5]

In diesem Zitat steckt nicht nur ein direkter Aufruf zur Gewalt, sondern auch gleichzeitig ein Bedauern, dass dieser Völkermord noch nicht geschehen ist.

Nimmt man diesen Bibelvers als Grundlage, wünschen die Christen den Atheisten den Tod, sogar in Form eines Mordes durch die „höhere Macht“, die sie anbeten.

Wie kann auf dieser Basis Frieden entstehen?

Wie soll die Aussage „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ mit einem solchen Bibelvers in Einklang gebracht werden?

Von Gleichheit (der elementaren Forderung der SozialistInnen) kann hier überhaupt keine Rede sein.

Kirchen als Ausbeuter im marxistischen Sinne

Eine spannende Frage im Zusammenhang mit den Kirchen zum Beispiel ist die Analyse, inwiefern sie nicht einfach Wirtschaftsunternehmen sind und damit Kapitalisten, die im Sinne einer marxistischen Weltanschauung Ausbeuter sind.

Um an etwas zu glauben, ganz gleich, was es ist, braucht es zunächst nur einen Menschen, der sich emotional dazu berufen fühlt, eine höhere Macht als Erklärung für manche Dinge heranzuziehen.

Natürlich stellt sich einem Wissenschaftler in diesem Moment die Frage: Warum tut der Mensch das?

Ist es die Bequemlichkeit in Scheu davor, sich hinzusetzen und selbst zu forschen, wie alles in dieser Welt zusammenhängt, um dann am Ende zu einer Erkenntnis zu kommen?

Sucht sich dieser Mensch lieber einfache Erklärungen, wie „das ist nicht zu erklären außer mit Gott“, weil er Angst davor hat herauszufinden, dass es eben doch alles viel komplizierter und keineswegs übernatürlich ist?

Ist es die Erziehung eines Menschen hin zu einem bestimmten Glauben?

Die Kirchen jedenfalls haben sich für die einfache Erklärung entschieden.

Und sie verkaufen ihr Produkt, nämlich diese einfache Welterklärung, wie ein Wirtschaftsunternehmen.

Die Priester, Pfarrer, Bischöfe und anderen Kirchenamtsträger funktionieren hier als Verkäufer.

Sie werden von ihrem Unternehmen, der Kirche, dafür bezahlt, dass sie dieses Produkt verkaufen.

Diese Kirche wiederum bezieht ihre Einkünfte aus den Zahlungen der Gläubigen, die in diesem Falle Kunden sind - Ein geschlossener Kreislauf.

Was aber erhält der Gläubige als Kunde hier eigentlich?

Es lässt sich nüchtern feststellen, dass das, was er erhält, kein Gut ist, also nichts, was zum Beispiel ein Mensch als Lebensgrundlage benötigt, wie Wohnraum, Kleidung, Essen etc.

Was ihm verkauft wird, ist eine Ideologie.

Und diese Ideologie steht, wie weiter oben festgestellt wurde, im Widerspruch zu den Ideen einer sozialistischen Gesellschaft, einer Gesellschaft der Gleichheit, in der „die Füße aller gleich hoch stehen“ und erst dann entschieden werden kann, „wer höher ragt als andere“.[6]

Religion als Gegnerin der Gleichstellung

Zu Recht wird heutzutage von vielen PolitikerInnen auf die Verhältnisse in der islamischen Welt hingewiesen.

Von Gleichberechtigung ist man dort nicht überall, aber in vielen Gegenden Lichtjahre entfernt – von einer Gleichstellung ganz zu schweigen.

Zu oft erschüttern unsere Gesellschaft die Nachrichtenmeldungen über Steinigungen von Frauen, die angeblich Ehe gebrochen haben sollen.

Nur zur Erinnerung: Diese Vorkommnisse gibt es in Staaten, in denen im weitesten Sinne die Religion das Geschehen bestimmt, nicht die wissenschaftliche Erkenntnis oder gar ein rechtstaatliches Empfinden, das erst aus dem Humanismus erwachsen ist.

Todesstrafen wegen Ehebruchs oder anderer Delikte, die im Übrigen nur aus religiöser Sicht überhaupt Delikte sein können, weil sie in den sogenannten heiligen Büchern als Sünden bezeichnet werden, gibt es auch ausschließlich in Staaten, in denen Religion das Staatsgeschehen bestimmt.

Gleiches gilt gegenüber Homosexuellen.

So wird beispielsweise in der Bibel zu einem Mord an Homosexuellen aufgerufen, zu finden im 3. Mose 20,13:

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben“.[7]

Auf diese Art und Weise machen Religionen eine Gleichstellung tatsächlich unmöglich.

Und zu behaupten, dass diese kritische Einstellung gegenüber Homosexualität lediglich den Fundamentalisten zuzuordnen sei, ist eine Lüge.

Eine Religion, die Homosexualität als Sünde betrachtet und entsprechende göttliche Sanktionen propagiert, kann kaum homophobe Einstellungen bekämpfen.“[8]

Laizismus

Der Laizismus war 100 Jahre lang elementarer Bestandteil der SPD-Programmatik.

Zwar hatte man keine Bestrebungen, Religionen komplett zu verbieten (was letztlich auch nicht zum Laizismus gehört), aber die Leitlinie der Partei war immer geprägt von der Aussage, dass Religion Privatsache sei.

Ein Bruch hiermit findet sich erst im Godesberger Programm wieder.

Nichtsdestotrotz verloren SPD-Funktionäre früherer Zeit deutliche Worte über Religion, so zum Beispiel August Bebel, einer der sogenannten geistigen Väter der Partei:

„Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der Verfolgung, der Unterdrückung gewesen.

Keine Religion der Welt hat der Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben; und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der Liebe, empor.“[9]

Fakt ist jedoch, dass bis heute Kirchen durch den Einzug der Kirchensteuer gegenüber anderen Religionsgemeinschaften bevorteilt werden.

Nach laizistischem Bild darf der Staat keine Mitgliedsbeiträge, denn als solches stellt sich die Kirchensteuer dar, für Kirchen sammeln.

Dementsprechend muss es eine Abschaffung der Kirchensteuer in Deutschland geben – in anderen Staaten gibt es diese Steuer ohnehin nicht.

Die Kirchen sollten, wie alle anderen Religionsgemeinschaften und Vereine ihre Mitgliedsbeiträge selbst erheben.

Warum sollte es Aufgabe des Staates sein, die Finanzierung der Kirchen sicherzustellen?

Religiöse Symbole und auch Religionsunterricht an öffentlichen Schulen sind zwei Dinge, die einen Laizismus ebenfalls unmöglich machen.

Es ist praktisch nicht möglich, einen Religionsunterricht für alle verschiedenen Religionsgemeinschaften, Konfessionen und Glaubensrichtungen an den Schulen vorzuhalten.

Obendrein ist auch das nicht Aufgabe der Schule.

Wenn Religionsgemeinschaften bestimmte Dinge vermitteln möchten, sollten sie dies über ihre Mitglieder laufen lassen und solche Veranstaltungen für die Privatsphäre der Menschen anbieten.

Wann immer der Staat sich einschaltet und Religionsunterricht vorhält, wird er immer in die Situation kommen, dass nicht alle Religionsgemeinschaften versorgt werden können.

Es ist unrealistisch, für jede Glaubensrichtung an jeder öffentlichen Schule mindestens eine Lehrkraft vorzuhalten, die auch noch Expertin auf dem Gebiet ist.

Man könnte diese Aufzählungen endlos fortführen über die staatlichen Transferleistungen an bestimmte Gemeinden etc.

Fakt ist, dass bei einer konsequenten Umsetzung des Laizismus beide Seiten, die staatliche, wie auch die religiöse, existieren, ohne dass Vorwürfe gegenüber einer der beiden Seiten kommen könnten, sie mische sich zu sehr in die Angelegenheiten des anderen ein.

Der Staat hat in dem Moment seinen Anspruch als neutral erreicht.

[1] Vgl. Marx, Karl u. Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, Verlag: Reclam, Ditzingen 1986, S. 40.

[2] Vgl. Deschner, Karlheinz, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 9, Mitte des 16. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2008, S. 51.

[4] Vgl. Schmidt-Salomon, Michael, Jenseits von Gut und Böse, Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind. Verlag: Pendo, München 2009, S. 163.

[6] Brecht, Bertolt, Me-ti – Buch der Wendungen, zitiert nach http://harte--zeiten.de/dokument_330.html .

[8] Podiumsdiskussion: Zusammenleben in der pluralen Gesellschaft, in Policy Politische Akademie Nr. 35 der Friedrich-Ebert-Stiftung, S.10.

 

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