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Die digitale Erschütterung

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den letzten Monaten beobachten wir einen erstaunlichen Machtkampf.

Auf der einen Seite den sichtbaren Vertreter einer anonymen  Digitalbewegung, auf der anderen Seite niemand Geringeres als die einzig verbliebene Supermacht.

Dies klingt zunächst nach David gegen Goliath, sah zunächst auch genauso aus, entwickelt sich  aber zunehmend zu einem interessanten und lang anhaltenden Kräftemessen.

Dies liegt vor allem daran, dass neue, bisher selten eingesetzte Waffen zum Einsatz kommen.

Wer kennt schon LOIC (Low Orbit Ion Canon), DDoS (Distributed Denial of Service) Attacken oder gespiegelte Webseiten.

Dem gegenüber kommen eher altmodische Instrumente wie Verleumdung, Mobilisierung der gesamten Spionageabwehr und Aufruf zur Mord zum Einsatz.

Hätte man Kriegsforscher über den nächsten signifikanten Angriff gegen das westliche Establishment befragt, dann hätte man in der Tat die asymmetrische Kriegsführung im Mittelpunkt der Forschung betrachtet, niemals jedoch wäre man zur Erkenntnis gekommen, dass aus der technologisch orientierten Elite eine ernsthafte Gefahr heranwachsen könnte.


Im Mittelpunkt der Betrachtung standen immer die nationalstaatlichen und zuletzt externen religiöse Kräfte.


Das Aufkeimen eines Widerstandes interner sozialer Strukturen wurde vollkommen außer Acht gelassen. Insbesondere unter Berücksichtigung, dass eine Massenverelendung, als Folge der großen Finanzkrise von 2008, politisch gesteuert verhindert werden konnte.


Der interne Aufruhr schien weit in die Zukunft geschoben worden zu sein.


Die Veröffentlichung geheimer staatlicher Dokumente erzeugt nun nicht nur nationale, sondern in besonderer Weise internationale Unruhe.


Fein gestrickte Netze der westlichen Diplomatie erscheinen im Nachhinein hoch verlogen und brüchig.


Die Entblößung wird nun von den Einen als Verrat und von Anderen als Befreiung dargestellt. Und wer hat nun Recht?


Die US amerikanische Rechte reagiert dabei erwartungsgemäß nach pawlowschen Reflexmuster im Killermodus.


Doch plötzlich widerfährt uns eine Überraschung.


Die internationale Netzgemeinde staunt erschüttert über die Kehrtwende ihres einstigen Vorbildes und Avantgardist der virtuellen Realität, Jaron Larnier, der sich nun auf die Seite der Hüter US nationaler Interessen stellt.


Aus seiner Sicht bestrafe eine Enthüllungsplattform jeden der nicht totale Transparenz liefere und belohne extrem abgeschottete Regierungen, die keine Veröffentlichungen riskieren.


Er argumentiert über die Notwendigkeit des Datenschutzes, der nicht nur Institution und Individuen zustehe, sondern eben auch Staaten und ihren Organisationen.


Eine tatsächlich nicht zu vernachlässigen Argumentationskette die es zu prüfen gilt.


Demgegenüber stellt sich die Frage wie viel Transparenz zu einer Demokratie gehört. Wir sprechen in Wirklichkeit über die Pressefreiheit und ob die vermeintliche Schwäche gegenüber autoritären Systemen nicht in Wirklichkeit unsere Stärke bedeute.


Wollen wir so sein wie wir sind oder wollen wir uns wie Ungarn oder Weißrussen verhalten?


Am Ende dieses Artikels werden mehr Fragen als Antworten geboten, klingt zunächst unbefriedigend, wäre anders aber nicht seriös.


Viel unbefriedigender aber ist die Tatsache, dass sich deutsche Politiker nicht zu dieser tektonische Bewegung geäußert haben.


Lediglich Altkanzler Schmidt erläutert knapp aber wie immer messerscharf pointiert. Hier aus dem Tagesspiegel zitiert:


Altbundeskanzler Helmut Schmidt kritisiert amerikanische Firmen und Politiker wegen ihrer Jagd auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und deren Gründer Julian Assange.


"Das wirkt wie Rache, und das ist es auch", sagte Schmidt im "Zeit-Magazin".


Die Aktionen seien "unklug".


Zu den Wikileaks-Veröffentlichungen selbst hat Schmidt allerdings eine differenzierte Position.


Bei Themen wie den Gefangenenlagern von Abu Ghraib oder Guantánamo gebe es eine "moralische Pflicht zur Veröffentlichung" von geheimen Dokumenten, sagte der Herausgeber der "Zeit".


"Aber es muss möglich bleiben, dass ein Gespräch, das zwei Personen miteinander führen, vertraulich bleibt", fügte er hinzu.


Dafür, dass einige Zeitungen die Wikileaks-Protokolle veröffentlicht haben, habe er "Verständnis, aber keine Sympathie".


Wie angekündigt werden hier keine endgültigen Antworten auf die aufgeworfenen Fragen geliefert.


Dieser Artikel ist aber trotzdem ein Plädoyer gegen eine Auslieferung einer streitbaren Figur, solange dabei nicht die universellen Grundsätze der Demokratie garantiert werden.


Es gibt beunruhigend viele Anzeichen für eine Missachtung westlicher Grundrechte und eine Tendenz der unkontrollierten Selbstjustiz.


Bärentöterinnen aus dem Polarkreis mit einem IQ unter 100 dürfen in relevanten politischen Sachfragen unbedingt ignoriert werden.

 

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