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Ist die multikulturelle Gesellschaft kaputt ?

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Wenn man den Tönen von Angela Merkel  folgt, so ist bereits die Rede von der kaputten multikulturellen Gesellschaft.

 

Die Kürzungen des Bundes für die „soziale Stadt“ sind der Wegbereiter hierfür.

In Berlin sollen diese Lücken durch das Land aufgefangen werden.

Doch wie geht es anderswo unter der CDU weiter.

Statt  interkultureller Arbeit herrscht dann  soziale Unzufriedenheit und deren  Äußerungen durch Diebstahl, Gerangel auf dem Schulhof, der Polizeiknüppel , Erziehungsmaßnahmen oder sogar der Knast.

Soziale Ungleichheiten werden durch Kürzungen in der sozialen Förderung verschärft.

Vor allem kleinere und junge Organisationen von MigrantInnen und interkulturellen Menschen leiden durch dauernde Änderungsbestimmungen der Zuwendungen für 1 € Jobber, jetzt Bürgerarbeit etc..

Während Anfang der 90er Jahre auch von konservativer Seite Modellprojekte interkultureller Arbeit gefördert wurden, geht nun der Trend dahin, klassische Organisationen der christlichen Einrichtungen, Volkshochschulen, die Arbeiterwohlfahrt etc. zu stärken.

Damit bleibt die innovative Kreativität von vielen kleinen Vereinen (vor allem MigrantInnenvereinen) auf der Strecke.

Dies wird bewusst gemacht, weil hier die staatliche Übersichtlichkeit fehlt und man sie  leichter als undemokratische Organisationen  verdächtigen kann, was beispielsweise bei kurdischen oder islamischen Vereinigungen schneller der Fall ist.

Einige rot-grüne  Kommunen versuchen mit verhältnismäßig wenigen Mitteln dagegen zu steuern.

Die Ideologie, dass Türken schlechter lernen,  bekommt durch Kürzungen von Mitteln und nicht erheblicher Aufstockung von Geldern hier noch Salz in das Essen gestreut, das die MigrantInnen durch ihre viele ehrenamtliche Arbeit hergestellt haben, aber nicht mehr essen können.

Wer kann schon versalzenes Essen verdauen ?

Auflösen kann man damit die multikulturelle Gesellschaft aber nicht.

Sie ist eine Tatsache.

Als man nach Arbeitskräften gerufen hatte und Menschen gekommen sind, hat man nicht gedacht, dass man sich damit eine neue Gesellschaft der Einwanderung und der Multikulturalität schafft.

Man hat für diese Menschen weder Sprachkurse noch soziale Beziehungspunkte geschaffen.

Diese haben sie sich selber in Form von Kneipen, Gruppenräumen etc.  durch ehrenamtliche Arbeit und mit ihrem eigenen Geld geschaffen.

Deutsche Sprachkurse gibt es erst in ausreichenderen  Maßen seit wenigen Jahren für größere Teile der MigrantInnen.

Der muttersprachliche Unterricht ist immer noch nicht ausreichend abgedeckt.

In der Schule gibt es keine regelmäßige Förderung der SchülerInnen über die Literatur von MigrantInnen und deren Herkunftsländern, geschweige denn musikalische Förderung von europäischer und außereuropäischer Musik, Malerei, Handwerk etc..

Wie sollen diese Kinder in eine Gesellschaft integriert werden, wo sie ihren Migrationshintergrund verdrängen sollen und nicht ergreifen können um ihn in dieser Gesellschaft kreativ einsetzen  ?

Dies ist die interkulturelle Aufgabe, sonst nähern wir uns einer zum Misthaufen der Geschichte gehörenden Assimilation, deren rassistische und politische Folgen im 3. Reich ihren  Höhepunkt fanden.

Die Trauerarbeit (Mitscherlich)  hierzu hat aber gerade erst einmal angefangen.

Wir brauchen keine neue historische Sackgasse – wir brauchen interkulturelle Arbeit für eine friedliche zukünftige Gesellschaft.


 

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