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Hoffnungen im beschädigten Sein – Die multikulturelle Gesellschaft

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Die multikulturelle Gesellschaft steht heute vor zahlreichen Problemen.

Deren interkulturelle Vermittlungsproblematik ist mehr als eine Gegenwartsproblematik.

Um Interkulturalität zu verstehen und richtige Ansätze für die Arbeit zu finden, muss man den Blick auch rückwärts in die Geschichte richten.

Multikulturelle Probleme heute haben auch ihre Wurzeln in der Vergangenheit.

Wanderungsbewegungen sind ein fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte seit der Menschwerdung des Affen in Afrika.

Die Wanderungsbewegungen in der Geschichte der Menschheit können nur mühsam durch archäologische Funde rekonstruiert werden.

Durch die Einführung der Pharaonenzeichen, der Keilschrift, der Bibel etc. hat man auch orale Überlieferungen, Mythen etc. erste schriftliche Unterlagen, die künstlerische (Höhlenmalerei), Kunsthandwerkfunde, Alltagsgegenstände, Gebäudereste etc. ergreifen können.

Ein Hauptmittel zur Erforschung verwandtschaftlicher Verhältnisse und Wanderungen sind die Sprachverwandtschaften wie indoeuropäisch, semitisch etc..

Durch die Wanderungsbewegungen kommt es im Laufe der Menschheitsgeschichte zu immer mehr Vermischungen, so dass die Theorien von den „reinen“ Ethnien nicht haltbar sind.

Hierzu gibt es auch zahlreiche Beweise in der ethnisch-historischen Genforschung.

Unter der Bezeichnung Rassentheorie findet man hierzu verheerende politische Folgen wie die Shoah im 3. Reich oder die rassistischen Morde in Bosnien Ruanda etc..

Die Wanderungsbewegungen gingen, sofern sie ihre eigene Geschichte und Kultur weitgehend aufgegeben haben in die Geschichte der Migrationsgesellschaft auf.

So blieb beispielsweise in Deutschland die französische Kultur der Hugenotten nicht als große eigenständige Migrationskultur bestehen, ebenso verhielt es sich mit der Kultur von polnischen Arbeitern im Ruhrgebiet etc.. , zumal diese Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten Kriegen gegen das Herkunftsland ihrer Vorfahren gekämpft haben und im 3. Reich an die germanische Herkunftsmythologie angeschlossen wurden.

Unter demokratischen Verhältnissen wird dieser Migrationshintergrund allerdings wieder aufgenommen und schlägt sich zum Teil kulturell nieder (französische Gymnasialzweige etc.)

Die jüdische Kultur trat durch ihren religiösen Bezug immer als eigenständige Migrationskultur auf. Nach der Vernichtung im 3. Reich ist dies auch durch die Zuwanderung der Ostjuden wieder der Fall.

Durch die ArbeitsmigrantInnen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg kam auch ein großes Spektrum islamischer Kulturen nach Deutschland und Europa.

Ihnen folgten Afrikaner und Asiaten mit noch anderen Kulturen.

Hierauf waren die christlichen Leitkulturen/Ideologien nicht vorbereitet.

Reformisten und bürgerlich Konservative haben mit der kulturellen Vielfalt der bürgerlichen Gesellschaft ebenso ihre Schwierigkeiten wie revolutionäre Marxisten.

Die Debatte um Sarrazin hat das gezeigt.

Sie sind alle anfällig für Rassismus und kulturelle Intoleranz.

Nicht nur im 3. Reich hat dies zur Katastrophe geführt.

Anschläge auf Moscheen, Synagogen und Menschen anderer Herkunft sind Anzeichen für einen neuen Rassismus und Rechtspopulismus, der an alte Vorurteile anknüpft, nach denen der Angehörige aus einer Nachbargemeine oder Stadt schon ein Fremder ist, dem man misstrauisch gegenüber steht.

Nun kommen die Leute aus anderen Ländern und tragen Kopftücher wie die Frauen noch in den 30er oder den 50er Jahren in Italien und schon entwickelt sich eine Debatte um religiöse Symbole etc., die eigentlich zum Privatleben gehören.

In Deutschland wird diese Sache dadurch erschwert, dass es immer noch keinen Laizismus gibt wie in Frankreich (1905) der religiöse Symbole und religiöse Schulen aus dem öffentlichen Raum ausschloss.

Zu guter letzt wird in Deutschland auch noch die Kirchensteuer über die Steuer vom Staat eingesammelt.

Der Marxismus als antireligiöse Bewegung hat als Gesellschaftstheorie anders als die Religionen immer auch noch einen internationalistischen Hintergrund.

Dieser bezieht sich auf die Internationalisierung des Kapitals, der Warenwelt und des Proletariats.

Er vernachlässigt die kulturellen Unterschiede und damit die Ungleichzeitigkeit von Sein und Bewusstsein in der Religionsfrage, die subsumiert unter das Kapital nach der Revolution einfach sozialistisch-proletarisch beseitigt wird.

Die kulturellen-ethischen, religiösen ökologischen Besonderheiten werden hierbei einfach beiseite geschoben, das kulturelle Erbe wird nur verdrängt.

Multikulturalität und interkulturelles Handeln findet man auch in vergangenen Jahrhunderten beispielsweise in europäischen, asiatischen, orientalischen Kulturen und auf dem afrikanischen Kontinent in den verschiedensten Gesellschaftsformationen, so auch in extremer Weise, der Unterdrückungsform der Sklaverei und der Kolonisation, unter deren Nachwirkung in Afrika und Amerika die Menschen bis heute leiden

(Vgl. A. Kabou, A. Memmi, M. Luther King etc.)

Es ist wichtig sich die komplexen Zusammenhänge und andere Gesellschaften für ein friedliches und integratives Zusammenleben in Deutschland, Europa etc. immer wieder vor Augen zu führen und an einem Miteinander der Kulturen und nicht an einer Assimilation zu arbeiten.

 

 

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