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Ursprüngliche Lebensverhältnisse und technologische Vernunft

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Dort wo kleine Hütten stehen, ein paar Pferde und mehrere Grabsteine der technologischen Vernunft in Form alter Autos, von denen vielleicht eins fährt, hält auf dem Lande in Nordamerika kaum ein Weißer Mann an.

 

Bei den ursprünglichen Naturvölkern beispielsweise Nordamerikas herrschte eine Einheit zwischen der Reproduktion ihres materiellen Lebens und ihrem spirituellen Leben, ihrem Bewusstsein.

Auch als sesshaft gewordene Jäger und Sammler haben sie ein ursprüngliches Verhältnis zu ihrer ökologischen Natur bewahrt, von der sie ökonomisch heute selten noch leben können, da der Weiße Mann ihre Büffel einst abgeschossen hat um Weideflächen für eingeführte Rinder zu schaffen.

Ihres Landes beraubt und in kleinen Reservaten auf schlechten Böden lebend, sind diese Ureinwohner Amerikas meist von der Sozialhilfe abhängig.

Einige Ethnien haben eine Spiellizenz erhalten und sind reich geworden.

Das ist jedoch eher die Ausnahme.

Ihre Dörfer, abgeschieden von der amerikanischen Zivilisation, bestehen aus kleinen Häusern, manchmal schon heruntergekommen, modernen billigen Wohnhäusern oder Wohncontainern.

Häuser, die sich jedenfalls mit der Größe eines normalen amerikanischen Hauses nicht messen lassen.

Dennoch müssen diese Leute sich fortbewegen.

Die Grundschule liegt meist auf dem Dorfe, wo sie seit einigen Jahren zum Teil ihre schon fast ausgestorbene Sprache und in der Gemeinschaft die noch erhalten gebliebenen Riten, Sitten, Handwerk, Jagdverhalten etc. ihrer Vorfahren erlernen können.

Vieles ist hierbei verloren gegangen, da mit dem Genozid die Heiler und ihr Wissen für immer verschwanden.

In den 20er Jahren haben amerikanische Ethnologen Kinderspiele, mündliche Überlieferungen, alte schriftliche Berichte von Weißen etc. aufgezeichnet in Anlehnung an die Forschungen von Margaret Mead in Ozeanien.

In spirituellen Tänzen und in der Schwitzhütte wird bei den Native Americans noch heute an diese Einheit zwischen der Natur, Ökologie und dem Great Spirit gedacht.

So finden Leute auch wieder den Anschluss an ihre Tradition, wenn sie durch den american way of life Kriminelle oder Alkoholiker geworden waren.

Bekanntlich vertragen die Native Americans aus genetischen Gründen keinen Alkohol.

Von den Weißen werden sie manchmal verleitet ihre Sozialhilfe ausgegeben und dann bezichtigt weiße Frauen angepöbelt zu haben u.ä...

Dies geschieht vor allem in den Städten, wo ihnen der Halt ihrer Gemeinschaft fehlt.

Deshalb kehren viele Native Americans dann wieder aufs Land in ihre Gemeinschaft und zu ihrer alten Tradition zurück.

Nach ihrer alten spirituellen Ordnung dürfen sie zum Beispiel die Natur nicht so sehr ausbeuten, dass sie sich nicht wieder erholen kann.

Dies gilt für die Pflanzen und die Tiere.

Sie müssen dann den Ort verlassen, wo sie genügend Tiere gejagt, Fische gefischt und Pflanzen, Früchte etc. verbraucht haben und ziehen an einen anderen Ort, wo die Natur sich schon wieder erholt hat oder unverbraucht ist. (Vgl.hierzu auch Levi-Strauss).

Sie haben so auch einen Respekt vor der Tier und Pflanzenwelt und sagen, die Erde gehört allen wie die Luft etc., man kann sie nicht verkaufen.

In der nordamerikanischen Gesellschaft leben die Native Americans in einer der widersprüchlichsten modernen kapitalistischen Gesellschaften.

Nach Verträgen aus dem 19.Jahrhundert würden den Native Americans heute Gebiete Nordamerikas gehören, die die Hälfte oder bis zu einem Drittel von manchen Bundesstaaten ausmachen.

Die Weißen haben laut Vertrag meist nur das Recht Poststationen und Eisenbahnlinien durch zubauen oder das Gebiet mit der Postkutsche zu durchqueren und Poststationen einzurichten.

Wo sich jedoch bald Goldsucher u.ä. einfanden.

Mit ihren Klagen sind die Native Americans noch nie bis zur vollständigen Rückgabe ihrer Gebiete durchgekommen.

Diese Ureinwohner Nordamerikas leben in der Ungleichzeitigkeit des geschilderten alten Wissens und ihrer noch möglichen fragmentarischen Praxis, den alten Überlieferungen, dem Bewusstsein einer ursprünglichen Reproduktion des materiellen Lebens unter Schonung der inneren und äußeren Natur und ohne den zerstörerischen Folgen einer politischen und technologischen Vernunft.

Deshalb sind sie in Kampagnen der Zerstörung der Regenwälder ebenso aktiv wie gegen die radioaktive Verseuchung, die Überfischung und die Wiederzüchtung des Büffels, dem natürlichen Großtier der great plains, dass von den Rindern verdrängt wurde und ökologische Probleme mit sich brachte.

Dass diese Ordnung sich nicht wieder auf der unteren Stufenleiter der Entwicklung herstellen lässt, darüber sind sich alle einig.

Aber angesichts der atomar verseuchten Gebiete von Tschernobyl, in Japan, auf einigen Atollen, in der Wüste Nevada etc. ist es sinnvoll daran zu erinnern, dass die Menschheit die Technologie nicht mehr nur im Sinne der zerstörerischen Kraft der bürgerlichen kapitalistischen Vernunft entwickeln kann, wo Profitmaximierung und totale Ausbeutung der Ware Mensch, der inneren und äußeren Natur bis zu seiner Vernichtung im Mittelpunkt der Organisation seiner Reproduktion des materiellen Lebens stehen können.

Durch die Kernschmelze können wir schließlich uns alle auflösen und Menschen, Tiere, Pflanzenwelt in den Abgrund reißen.

Deshalb sind die erneuerbaren Energien zu fördern, Material zu verwenden, dass nicht für Jahrhunderte Müll auf dem Meeresboden oder der Erde hinterlässt, sind Tiere artgerecht zu behandeln, die Pflanzenwelt zu schonen und Technologien weiterzuentwickeln, die das Überleben des Planeten sichern und Schäden wieder reparieren, d.h. die die zerstörerische technologische Vernunft ergreifen und aufheben und ihren kapitalistischen Zerstörungsanteil beseitigen.

Dies wird für die Kernenergie wahrscheinlich teurer sein als sein Nutzen, weil es Jahrtausende dauert um die Schäden zu reparieren.

Dann sind die Profiteure ausgestorben und ihr barbarischer Kapitalismus hoffentlich für immer beseitigt und hoffentlich durch eine soziale, ökologische, ökonomische Gesellschaftsform ersetzt, die ein demokratischer sozialdemokratischer Sozialismus sein könnte.

Bis zu diesem besseren Leben müssen wir uns immer wieder die Reproduktionsverhältnisse der Menschen auf den verschiedensten Stufen des materiellen Lebens der menschlichen Entwicklung vor Augen führen und die Native Americans und andere Naturvölker können uns dabei helfen, weil sie zu den letzten Zeitzeugen und Gemeinschaften gehören die diese Art der Lebensweise noch kennen oder bis vor gar nicht langer Zeit noch kannten.

Für uns Menschen der hochindustriellen Gesellschaft ist dieser Entfremdungsprozess ebenfalls mit sinnlich-praktischer materialistischer Verstandes- und Vernunftstätigkeit zu ergreifen – wir können gegenseitig von den Irrwegen lernen und müssen gemeinsam handeln.

 

 

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