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Rückschlüsse vom Tageszeitungsleser zum Wahlverhalten des Bürgers?

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Versuchen wir es mit einer Bestandsaufnahme in der Bundeshauptstadt, in Berlin ist eine sozialdemokratische Presse in Form von täglichen Printausgaben spurlos verschwunden.

Gibt es eine Bastion von einer Konzentration, dazu den Blick auf einen typischen Innenstadt Kiosk und im Vergleich ein Vorstadtkiosk in einem Neubauwohngebiet.

Die angebotene Vielzahl ist bunt und umfangreich, allerdings das bunte Bild täuscht, denn es überwiegen nicht die angebotenen Tages- und Wochenzeitungen.

Ziehen wir mal die reinen türkischen bunten Tageszeitungen ab, so ergibt sich ein ganz anderes Bild, denn auch dort in den Kiezen wo türkisch als Heimatsprache gesprochen wird, werden teilweise nur sehr gering türkische Zeitungen verkauft, im Briefkastenpressezustellungsbetrieb findet man keine türkische Zeitung.

Andersherum erscheinen russisch sprachige Wochenzeitungen, mit relativ steigender Auflage, die in Berlin erstellt und gedruckt werden.

Ausländische Zeitungen findet man, überwiegend allerdings italienische , französische und polnische Importe, sieht man die Besucherzahlen in Berlin im Hotelgewerbe, dann kann man daraufhin Rückschlüsse ziehen.

Große deutschsprachige Tageszeitung gibt es am Kiosk, allerdings findet man kaum Zeitungen aus Wien oder Luxemburg, die Zürcher hin und wieder.

Im Pressevertrieb, also in den Zustellungen befinden sich im Durchschnitt pro Vertriebsbereich ca. 8 % überregionale Zeitungen, des überwiegt die Süddeutsche, danach die Frankfurter Allgemeine, die Märkische Allgemeine im Bereich der Tageszeitungen.

Im Spektrum der Wochenzeitungen, nimmt der Freitag zu, allerdings verteidigt die Zeit ihre Stellung, auf dem Markt ist die Jüdische Allgemeine hinzugekommen.

Bei den Zeitungen aus Berlin für Berlin, haben überregionale die außerhalb von Berlin erscheinen ihren Berlinteil in Regionalform eingestellt, d.h. am Kiosk und in der U Bahn überwiegt Springers bunter Blätterwald.

Allerdings nimmt der Verkauf der Bildzeitung ständig ab, die typische Zeitung eines Berliner Proleten in der U Bahn West ist Springer B.Z., die wird nicht im Briefkasten zugestellt, gilt das für den Proleten West, gilt für den Proleten Ost, der meistens noch mit der S Bahn fahren muß das tägliche Muß des Lesens der Berliner Kuriers.

Beide Blätter haben allerdings nicht das Umland erreicht, im Umland dominiert das Märkische Volksblatt, die Märkische Oderzeitung sowie die Märkische Allgemeine.

Springers Einnahmequelle in Berlin ist die B.Z. mittels dieses Blattes wurde auch der Versuch einer regionalen Welt gestartet und wieder eingestellt, diese Zeitung, ebenso wie Welt kompakt sowie Finacel times spielt in der Berliner Zeitungslandschaft keine bedeutende Rolle.

Springers Sprachrohr und Paradepferd aus längst vergangen Zeiten ist die Berliner Morgenpost, ein erzkonservatives Blatt, was derzeit im Konzern des Springer Verlages rote Zahlen produzieren muß.

Der Handverkauf hat in seinen Hochburgen im Westteil der Stadt um 30% abgenommen, in einigen schwarzen Randgebieten, im autonomem Vatikanstaat um Gatow/Kladow befindet er sicherlich noch im Briefkasten der Kampahausbesitzer.

Der Morgenpost ist es nicht gelungen im Ostteil der Stadt Leserschichten zu erreichen, der typische Morgenpostleser wohnt im vornehmen Westen und befindet sich in Rente, allerdings wird er auch tangiert von noch immer gestrigen SPD Anhängern.

Ganz anders, die am Alexanderplatz erscheinende Berliner Zeitung, die bereits zu DDR Zeiten gab und die nach der Wende sich im Westteil der Stadt mauserte, vom Inhalt und vom Format, allerdings beschränkt blieb im Berliner Raum, im Westteil nahm sie dem Tagesspiegel einige Leser weg, im Ostteil behauptete sie sich gegenüber dem hier noch stark vertretenden ND.

Der typische Leser der Berliner Zeitung ist ein Berliner Arbeitnehmer der mit seinem Geld rechnen muß und relativ viel Information dafür bekommt, er neigt mitunter zur taz, liest durchaus dazu den Freitag, die Zeit ist ihm einfach zu teuer, allerdings erreicht die Berliner Zeitung nicht die Ballungszentren im Westteil der Stadt, der Vertrieb in der Gropiusstadt und im Märkischem Viertel ist mehr als mäßig.

Im Gegensatz dazu stagnierte der Tagesspiegel, er war das linksliberale Blatt im alten Westberlin, der Gegenpol zu Springer, verlor aber in den Jahren nach der Wiedervereinigung beider Stadthälften an Ausstrahlung und positionierte sich überegional, mittlerweile neigt er zu rechtsliberal und zeigt sich durchaus wirtschaftsfreundlich, so daß er in der neuen Mitte Berlins seinen Platz gefunden hat, seine Stammleser im Westen teilweise an die Berliner Zeitung abgeben mußte und im Ostteil ein Kümmerdarsein führt, allerdings Berlins Presse in Westdeutschland anführt.

Es bleibt die taz, als eine Berliner Tageszeitung die sich zu einer linksliberalen überregionalen deutschsprachigen Tageszeitung entwickelt hat, in der Rudi Dutschke Straße mit Herz und Verstand und stets knapper Kasse erstellt wird und sich behaupten muß, die taz kommt an, aber nur da wo die taz die taz ist, taz im Osten bleibt ein Exot, die taz bleibt Kreuzbergs guter Ruf in die Welt, wird kaum den Berliner Zeitungsmarkt erobern, wird wohlweißlich hoffentlich Regierungssprachrohr werden.

Muß sich aber dem Leser stets und ständig stellen, der taz Leser liest auch andere Zeitungen, ein typischer taz Leser nimmt min. 3 Tageszeitungen in die Hand, das sind außer der taz die SDZ, die Frankfurter Rundschau, die Berliner Zeitung und mitunter die Zürcher, zudem ist ein taz Leser ein Zeit Leser.

Das ND, als letzte der Berliner Zeitungen genannt, hat sich entwickelt von einer reinen Parteizeitung zu einer linken Tageszeitung, eine Entwicklung die anderen Zeitungen den Tod brachten, es gelang dem ND. Den typischen ND Leser gibt es nicht mehr, mitunter ist nämlich das ND aufgewühlter als die Partei es ist, vielleicht liebt der typische ND Leser seine Zeitung, dann hat das ND etwas voraus von dem was andere Zeitungen suchen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 21. Juni 2011 um 09:03 Uhr  

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