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Der kurze Weg von der Berufung zur Abberufung

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Man wird berufen, da riefen welche nach einem, diese Stimmen muß man erst vernehmen.

Zudem sollte man sich fragen, fühlt man sich dazu berufen diese Berufung anzunehmen, ich antworte immer mit "nachdenken."

Über sich nachdenken, wo kommt man her und wo will man hin und zudem auf dem Teppich bleiben, es gibt nämlich sehr viele Schaumschläger.

Um mich passierte es, man wollte mich berufen und man berief mich dazu vor ein paar Jahrzehnten, allerdings ist eine Berufung immer nur eine Arbeit auf Zeit, man wird getrieben von dem Projekt, mitunter folgt das Ende schneller als man meint.

Zu dieser Einsicht gelangte ich auch, als ich meine eigene Abberufung unterzeichnete, da darf man nicht scheiden in Groll, sich niemals als Opfer fühlen sondern sich versuchen neu zu justieren.

Der Reihe nach, denn vor der Abberufung stand zunächst die Berufung und es folgten fast 2 1/2 Jahre harte Arbeit, man weiß nicht was eigentlich um einen herum gespielt wird, nur bemerkte ich einige waren auf mich aufmerksam geworden.

Gewinnt man solche Freunde folgt das Arbeitsessen, dabei kann man mehr über manche und dessen Zielvorstellungen erfahren, sie einfach plaudern lassen und irgendwann bekommt man einen unerwarteten Anruf.

So ähnlich verlief es, daher ich weniger spontan bin, mußte ich mir die Angelegenheit ein paar Tage überlegen.

Wenn man interessant genug wirkt kommt der Folgeanruf und dann wird es konkreter, ich sagte zu, man berief mich zum ausführenden Projektleiter.

Was das nun ist, mitunter noch alles sehr im Nebel, also muß man erfahren was andere davon erwarten, d.h. sich mit dem Projekt vertraut machen.

Ich las mich ein bis mitunter spät in der Nacht, dann ging es um den derzeitigen Stand und um das Team.

Mitunter meinte ich bereits voll drin zu sein, interessant war auch die Presse, den Pressespiegel zu verfolgen, der Rest begann mit der Aufnahme meiner Arbeit.

Interessant und ebenso erwartungsvoll, eigentlich hatte ich freie Hand, ein paar Tage funktionierte noch die Übergabe, dann wechselte man die Türschilder aus.

An dem Tag war ich nun derjenige welche, auf den man nicht wartete sondern vor mir taten einige sicherlich schon sehr viel, also muß man wissen wo die anderen im Projekt standen.

Gravierende Veränderungen wollte ich nicht durchführen, allerdings entwickelte ich einen eigenen Stil. Zunächst bemerkte ich, um 7 Uhr in der Frühe war ich der erste an Bord, die Schranke ging hoch, die Bewachung kannte wohl den Dienstwagen.

Aber auch der mußte sich umstellen, denn den gab ich aus Kostengründen schnell zurück, wir hatten noch den VW Käfer und der fuhr und fuhr, so stand irgendwann mein Gebrauchtwagen auf dem 1.reservierten Dienstparkplatz.

Wie war das nun mit den Türen, ich kam doch nicht in mein Büro, mußte also wieder zur Pförtnerloge und um den Schlüssel nachfragen, besaß ein Büro was sich nur von dinnen öffnen ließ, mußte also immer durch das Vorzimmer gehen.

Irgendwann ließ ich meine Tür zum Flur auf, das hatte den Vorteil zu mir kamen einige die sonst Schwellenängste hatten, das Vorzimmer öffnete irgendwann auch die Tür zum Flur, sagen brauchte ich nichts.

Zu den Mitarbeiter hatte ich einen direkten Draht, wer was gerade unternehm war mir kein Geheimnis, denn ich kam mal hinzu, nur das Vorzimmer hatte sein Eigendynamik, das muß man einkreisen und anders gestalten, anders beschäftigen sonst verläuft soetwas in der Art eines Formalismus den man nicht haben möchte.

Das Vorzimmer wurde also zur Koordinierungsstelle aller Mitarbeiter, die machten das und freuten sich sogar auf neue Tätigkeiten, nach einiger Zeit bemerkte ich um 7 Uhr 30 waren fast alle anwesend.

Der zweite Witz waren die Wochenbesprechungen und die Monatsberichte, auf mancher Wochenbesprechung kam ich mir über vor, demzufolge dezentralisierte ich die, man traf sich zum Thema in wechselnder Teilnahme.

Monatsberichte sind absurd und wurden mir zuwider, abschaffen konnte ich sie auch nicht, mir reichte informiert zu sein.

Allerdings gingen einige auf andere Sitzungen und dazu fiel mir ein feiner und netter Kollege auf, der sich intensiv darauf vorbereitete und ebenso die Nachbehandlung exakt vorantrieb, er nahm sich die Arbeit immer mit nach Hause, irgendwann bat ich ihn mal zu mir.

Der Entschluß stand fest, ich ging mit in einer dieser Sitzungen, nichts sagen und einfach mitgehen, interessant wen man dort trifft und ebenso verwundert waren einige über mein Erscheinen, das wiederum genügte man schüttete meinen Mitarbeiter nicht mehr mit der Arbeit andere zu.

Der drückte mir am Abend die Hand und meinte, "Danke- das war die Idee", ebenso abartig waren nicht nur Zielvorgaben sondern die Erfolgsstory, mancher verlor vor Erfolgsmeldungen das Ziel außer seinen Augen.

Die systematische Nachbehandlung, ein Tagesordnungspunkt zu dem ich mal einlud, was blieb in den Landkreisen der Republik übrig von dem Projekt?

Nun mußten die telefonieren und lernen Kritik einzustecken, das Fazit lautete: Flächendeckend setzte man nur bis zu 40% von dem ein was wir installierten.

Ich war nicht erstaunt, sondern sagte, "ihr setzt zuviel voraus", es begann die interessante Phase in der man feststellen muß, wieviel muß man voraussetzen, also das Formulieren von sog. Kochrezepten.

Dann klingelte bei mir das Telefon, Herr Landrat aus der Samtgemeinde war am anderem Ende " hätten wir das Rezept zuvor gehabt, wäre uns viel Ärger erspart geblieben", ja das war der Erfolg nun auch nicht.

Womit muß man nicht alles rechnen, allerdings geht die Technik weiter, nur die Menschen bleiben, ich folg nach Korsika in den Urlaub kam zurück und plante etwas über den Tag hinaus, am 2. Abend nach dem Urlaub klingelte das Telefon.

Verdächtige Anrufe auf der direkten Leitung um 17 Uhr, der andere wußte mehr als ich und wollte mich zu einem neuen Projekt ziehen, man baute in Berlin die M Bahn.

Was ich nicht wußte, wußte der und es wurde keine Überraschung für mich meine eigene Abberufung zu unterzeichnen, man hatte mich also gefeuert.

Den wahren Grund erfährt man nie und irgendwann will man ihn auch nicht mehr wissen, nur zur M Bahn ins Projekt ging ich nicht, die Phase dazwischen war mir zu kurz, ich mußte erst einmal wieder Mensch werden.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 10. Juli 2011 um 04:54 Uhr  

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