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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Kein Rückzug aus der Gesellschaft

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In den 70er Jahren gründeten viele Linke in Europa und den USA alternative Lebenszusammenhänge.

Frustriert - weil sich durch den Mai 68 in Frankreich nichts verändern ließ, ging man aufs Land um dort alternatives Leben zu praktizieren.

Aber auch in Deutschland und anderen Ländern gingen einige diesen Weg.

Die neuere Arbeitslosigkeit oder einfach Stadtflucht junger Menschen führt erneut zu einer Flucht, in die saubere Natur, wo man sich ökologisch betätigen kann.

So haben viele Alternative Häuser in fast verlassenen Dörfern restauriert und tun dies auch weiterhin.

Mit Arbeitslosenhilfe oder Geld von Papa und kleinbäuerlichem Leben fing es dann an: mit Toiletten zum Teil aus vorindustrieller Zeit und ohne Heizung begann dies Hippieleben.

So sind ganze Landstriche im Zentralmassiv in Frankreich wieder bevölkert worden und alte Architektur wurde konserviert.

An der Konservierung alter Häuser sind auch viele Engländer beteiligt, weil es in Frankreich immer noch günstig alte Häuser auf dem Land gibt.

Vergleichbar mit billigen alten Häusern im Osten Deutschlands.

Dort könnte sich durch die günstigen Preise auch eine europäische alternative Bewegung noch niederlassen.

Manchmal wurden auch handwerkliche Fähigkeiten, so ausgebaut, dass alternative Kleidung und Schmuck für den Markt in der nächsten Kleinstadt hergestellt wurde.

Im laufe der Jahre sind viele von denen, die einst auf Arbeitslosenhilfe angewiesen waren, selbstständig geworden und konnten ihre Häuser und kleinen Höfe noch für wenig Geld kaufen.

Inzwischen sind in einigen Gegenden Frankreichs diese Häuser etwas mehr wert.

Diese Gruppierungen stehen den Grünen meist näher als den Sozialisten und Sozialdemokraten.

Nicht aus allen, aber aus einigen ist eine neue alternative unternehmerische Mittelschicht hervor gegangen wie zum Beispiel aus den Hippies in Ibiza oder solchen, die sich mit etwas Geld in den Regionen an der Mittelmeerküste ansiedeln konnten.

Diese Aussteiger findet man auch im armen Gebiet Creuse in Limousin (Zentralmassiv), wo es die Limusinen gibt, die braunen Kühe und die Frauen, die auch Limousinen genannt werden.

Dort hat sich eine Mischung aus Engländern, älteren Alternativen, Leuten, die ein anderes ökologisches Leben anfangen wollen und Künstlern niedergelassen, die aus einem Umkreis von 200 km im Veranstaltungscafé l’Atelier in Royérè de Vassivière zu finden sind.

Im 2. Weltkrieg hielten sich in diesen Gebieten auch viele Resistancekämpfer u.a. in den Wäldern auf.

Sie leisteten so heftigen Widerstand, dass die Deutschen das Gebiet als Kleinrußland bezeichneten und die deutschen Einheiten so aufgehalten wurden, dass sie nicht mehr rechtzeitig nach der Landung der Allierten in der Normandie ankamen.

Das Gebiet zählt zu den ältesten Hochburgen der Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten und hat eine Geschichte von Armut und Wanderarbeitern.

Holzwirtschaft, Kühe, Granitsteinmetze und Teppichknüpfereien bilden die ökonomische Basis.

Heute gilt es auch als Gebiet für ärmere Touristen, besonders rund um den Stau- und Badesee von Vassievière.

Auf dem Plateau von Larzac im Aveyron im französischen Zentralmassiv wollte das Militär seine Basis 1971 erweitern.

Die friedlichen Auseinandersetzungen mit dem Militär wurden 1981 unter Präsident Mitterand’s erster Amtszeit beendet.

Während der Zeit wurde das Militär durch Blockaden mit Tieren, Traktoren etc. gestört.

Die Gewerkschaft, politischen Parteien und Initiativen unterstützten den Protest.

Land, dass das Militär haben wollte, wurde kollektiv oder einzeln gekauft und mit Schäferhütten und Schafen besetzt.

Die Alternativen siedelten sich auch dort an.

In dieser Gegend handelt es sich meist um arme Kleinbauern.

Jose Bove gehört zu den bekanntesten Aktivisten von Larzac und der alternativen Bewegung auf dem Lande.

Er kämpfte gegen Mac Donalds und hat eine Filiale mit zerstört, ebenso war er dabei als ein Genmaisfeld verwüstet wurde.

Deshalb hat er auch im Gefängnis gesessen.

Bové gründete mit anderen Alternativen gegenüber dem traditionellen Bauernverband einen alternativen Bauernverband (Confédération paysanne) und ist seit 2009 Abgeordneter im Europäischen Parlament. (Europe Ecologie)

Er hat sich als Abgeordneter der Grünen-Fraktion im EP angeschlossen.

Er gehört auch zu den Mitbegründern von Attac 1998.

Manche der Alternativen haben sich frühzeitig für biologischen Anbau, erneuerbare Energien, Recycling u.ä. eingesetzt und haben mit der Energiefrage auch wieder den Anschluss an die Industriegesellschaft gefunden aus der sie mal ausgestiegen waren.

Hier treffen sich auch wieder die Interessen von sozialen und ökologischen linken Sozialisten und Sozialdemokraten.

Alternative Lebensformen müssen also nicht zum apolitischen Dasein führen.

Aus ihnen ist etwas wie der Vorschein einer neuen sozialen und ökologischen Gesellschaft hervorgegangen

 

 

 

 

 

 

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