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Der amerikanische Lebensstil

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Amerika hat hohe Schulden.

Die Verbraucher haben im Häusercrash ihre Häuser verloren.

Und wie einst die Louisiana Aktien vor der französischen Revolution durch die Decke gingen, weil es gar nicht soviel Land zu kaufen, wie es Papiere gab, flogen die Aktien der neuen Technologien u.a. durch die Decke, Firmen wurden um das zig-tausendfache überbewertet und ganze Spekulationsblasen brachen zusammen mit ihren verschiedensten Anlagesystemen.

Nichts Neues.

Für ein paar Tulpen aus dem Orient konnte man in Holland einst ein Haus kaufen, bis sie selber gezüchtet wurden.

In Nordamerika konnte jeder Einwanderer bis zur Jahrhundertwende noch relativ einfach Land erwerben, dann hatte man alles erobert und verteilt und die neuen Einwanderer gingen leer aus.

Der amerikanische Kapitalismus kam durch den 1. Weltkrieg und das Fließband von Ford richtig in Gang.

1929 kam der schwarze Freitag und wieder stürzten Kurse zusammen.

Durch die keynesianische Wirtschaftspolitik Roosevelts wurde ein massives staatliches Förderungsprogramm für Industrie, Eisenbahn, Brückenbau etc. aufgelegt, die Agrarpreise wurden festgelegt und der Goldstandart abgeschafft.

Die 40 Stundenwoche und die Sozial- und Rentenversicherung eingeführt, Kinderarbeit verboten.

Für sozial Schwache und Wanderarbeiter wurden Hilfen geschaffen.

An der Erweiterung dieses Sozialsystems beißen sich die Demokraten seit Generationen die Zähne aus.

Obama hat als erster die Gesundheitsreform wieder angepackt, von deren Notwendigkeit schon Kennedy überzeugt war.

J.K. Galbraith hat als sozialer Ökonom viele Bücher über die bis heute ungelösten Probleme des amerikanischen Kapitalismus geschrieben, so über die Überflussproduktion, den ständigen Kauf auf Verschuldung und das Problem der Großkonzerne, Multis heute Globalplayers und das Management.

Der Einkauf auf pump hat in Amerika auch die Verbraucherberatung in Gang gebracht, gegen die Marktmanipulation der Konzerne und Entfremdung des Menschen von der Produktion und seinen Produkten und der Entfremdung des Menschen von sich und den anderen. (Marcuse, Fromm)

In dem Gedichtbucht Howl von A. Ginsberg (Beatniks) fragt dieser nach dem 2. Weltkrieg, warum man keine Produkte herstellt, die nicht kaputt gehen ?

Der amerikanische Kapitalismus ist dazu in der Lage.

Jeder kann nach der amerikanischen Verfassung nach seinem Glück streben, aber die Widersprüche sind so krass wie in keinem anderen kapitalistischen Land.

Jeder Amerikaner kann eine Waffe tragen.

Dadurch kommt es häufig zu kriminellen Gewalttaten.

Aber auch revolutionäre Native Americans haben schon zur Waffe gegriffen, um ihr Land zu verteidigen.

Nach dem 1. Weltkrieg war die amerikanische Arbeiterbewegung eine der revolutionärsten der Welt.

Sie besetzten Fabriken, organisierten die Produktion und Verteilung in Eigenregie, konnten aber das politische System nicht ändern, da die Industrial Workers Of The World (IWW) als Gewerkschaft, den Kampf ums politische Regime vernachlässigte.

Die IWW beteiligte sich allerdings wieder an den Bürgerbewegungen nach dem 2. Weltkrieg in den 60er Jahren und an der Studentenbewegung.

Ihre Mitgliederzahl blieb allerdings gering.

Die Bewegung von Martin Luther King beendete in den 60er Jahren die Rassendiskriminierung in einer ersten erfolgreichen Etappe.

Schwarze mussten in den Südstaaten in einem Bus nicht mehr für einen Weißen aufstehen.

Martin Luther King wurde ermordet.

Im Rahmen der amerikanischen Studenten- und Hippiebewegungen bildeten sich radikale Native Americans und Schwarze Gruppen (Black Panther).

Den Native Americans waren bis in die 70er Jahre ihre Tänze, ihre Sprache also quasi ihre eigene Kultur verboten.

Inzwischen wird ihre Sprache und Kultur wieder gepflegt.

Aber immer noch sitzen prozentual mehr Leute der Minderheiten in den Gefängnissen.

Am schlimmsten sind die Schwarzen betroffen.

Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung kämpft gegen Rassismus und Umweltprobleme und für erneuerbare Energien.

Diesbezüglich haben sie mehr Erfolge bei den Demokraten als bei den Republikanern.

Die Republikaner setzen immer auf die Ankurbelung des militärisch industriellen Sektors, d.h. sind schneller bereit in Krisenfällen kriegerisch zu reagieren, um die amerikanische Wirtschaft in Bewegung zu bringen, wie dies durch den 2. Weltkrieg geschehen war und die amerikanische Wirtschaft auch Europa Aufbauhilfen geleistet hat und somit durch den wirtschaftlichen Austausch in Europa und Amerika beiderseitig die Wirtschaft in Gang kam und die soziale Lage sich verbesserte, bei Ausbeutung der 3. Welt.

Die Kriege um die Rohstoffe halten an, da können sich auch die friedlich gesinnteren Demokraten nicht heraushalten.

Hinzu kommen die Kriegseinsätze gegen den internationalen Terrorismus an denen Amerika am meisten beteiligt ist, Deutschland beispielsweise hauptsächlich nur absahnt, Waffen verkauft und mit Staaten wie dem Iran direkt oder indirekt Geschäfte macht oder gemacht hat.

So hat, trotz internationalen Drucks, die Bundesregierung immer noch nicht eine iranische Bank in Hamburg geschlossen über die viele schmutzige Geschäfte laufen sollen.

Inzwischen gibt es auch in den USA Förderprogramme für erneuerbare Energien und nach der Ölborturmkatastrophe vor Florida scheint man vorsichtiger zu sein.

So gibt es ungeheure Widersprüche in den USA, einerseits haben sie sich bereits im 19. Jahrhundert für Nationalparks eingesetzt, gleichzeitig die Büffel fast ausgerottet, um den Native Americans die Lebensgrundlage zu nehmen – nun werden sie wieder gezüchtet.

Gleichzeitig haben sie Uran und Gold so unvorsichtig abgebaut, dass der Boden – und die Umwelt verseucht wurden wie bei den Atomversuchen in Nevada.

Aber gegen all dies gibt es auch in den USA Widerstandsbewegungen und die Suche nach der Umkehrmöglichkeit der Verhältnisse, mittels erneuerbarer Energien, Elektroautos etc..

Wenn man sagt, dass die europäischen Sozialdemokraten sich den amerikanischen politischen Verhältnissen anpassen, so ist das nur die halbe Wahrheit, weil die Demokraten seit Jahrzehnten versuchen sich entgegengesetzt in Bewegung zu setzen - in Richtung sozialer Reformen.

Ihre Gewerkschaften sind trotz Klassenkämpfe allerdings noch nicht wieder so kampfbereit wie in den 20er Jahren und die Republikaner blocken die sozialen Reformen ab.

Die deutsche Sozialdemokratie braucht nicht die Konservativen zu fürchten, sie kann sich auf eine breite Gewerkschaftssolidarität berufen.

Aber die sozialdemokratische Führung ruft nicht genug zum Kampf, aktiven Streik, Systemwechsel mit auf, um die Profite umzuverteilen, wirtschaftliches Wachstum nicht nur auf den Außenhandel zu stützen, sondern den Binnenmarkt durch Erhöhung der Sozialleistungen, Löhne etc. anzukurbeln.

Sie hat von sich aus den Weg der Restauration der Reformen durch Hartz IV bestritten und damit sich einer konservativen Politik, die die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer gemacht hat, angennähert.

Sie hätte in Demonstrationen mit den Füßen abstimmen lassen können.

Die amerikanischen Demokraten haben den kleinen Weg der Gesundheitsreform bestritten und hatten dabei viel Gegenbewegung seitens der Republikaner, eine breit organisierte Gewerkschaftsbewegung und Arbeiterbewegung stand ihnen nicht zur Seite.

Wenn sich die SPD also amerikanischen Verhältnissen nähert, hat sie dies eigentlich mit ihrer Gewerkschaftstradition nicht nötig, die Amerikaner auf dem Weg in eine bessere Sozialgesetzgebung haben es da schwerer.

Kennedy wurde ermordet und Obama auch schon bedroht.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 31. Mai 2011 um 09:35 Uhr  

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