Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Ehrenamtliche Arbeit

Ehrenamtliche Arbeit

E-Mail Drucken PDF







Das Ehrenamt wird heutzutage sehr gelobt. Für die Besten gibt es Urkunden. Ein Amt ohne finanzielle Zuwendungen in vielen sozialen, ökologischen, entwicklungspolitischen etc. Bereichen.

Ohne ehrenamtliche Arbeit gäbe es vielfach keine Nachhilfe, Hilfe für Alte, Behinderte und Jugendliche.

Ohne ehrenamtliche Tätigkeit gäbe es oft keine Beratungshilfen für Flüchtlinge, Migranten, Verschuldete, Drogenabhängige etc..

Viele Einrichtungen wie die AWO, Caritas und die verschiedensten konfessionellen Organisationen können hierbei auf eine größere Infrastruktur zurückgreifen, kleinere Organisationen sind vielmehr auf Spenden angewiesen, weil die Vereinsbeiträge nicht ausreichen, um den Ehrenamtlichen den nötigen räumlichen etc. Bedarf zu schaffen, um effektive Arbeit leisten zu können.

In alten staatlichen Gebilden wie Monarchien, Sultanaten etc. versahen karikative Aufgaben meist religiöse Einrichtungen.

Im liberalen Kapitalismus wurde dies fortgesetzt und auch durch Vereinigungen der Arbeiterorganisationen oder des Bürgertums aufgegriffen.

Im modernen Sozialstaat werden viele dieser sozialen Aufgaben zwar finanziell unterstützt, aber es wird auch immer mehr auf Freiwilligenarbeit gesetzt, d.h. der Sozialstaat entpuppt sich so als Unsozial- Staat, als Ausbeuter von freiwilligen Helfern, die er nicht in eine institutionelle Förderung einbezieht, sondern nur mit einer Urkunde belohnt.

Selbstverständlich werden diese ehrenamtlichen Helfer auch oft geschult, aber sie werden eben nicht für ihre Arbeit belohnt.

Denn schließlich leisten sie Arbeit ohne die das kapitalistische System weiter in die Armutsgesellschaft abrutschen würde.

Durch die sozialen Einsätze wird Bildung verbessert, werden Kinder von der Vereinzelung und Bandenbildung abgehalten, Alte und Behinderte mobiler und MigrantInnen werden besser in die Gesellschaft integriert.

Der Staat, die Sozialkassen etc. sparen hier Gelder, weil oft Präventivarbeit verrichtet wird.

Die Sicherheitskosten sinken.

Durch Auslandseinsätze werden manche kleinen Entwicklungsprojekte unterstützt.

Auch hier spart der Staat Entwicklungsgelder, z. B. auch durch Solidaritätsprojekte und hat hinterher Arbeitskräfte, die international und multikulturell die Gesellschaft voranbringen können.

Ist dies eigentlich eine korrekte Entwicklung in einer Zivilgesellschaft ?

Diese Freiwilligenarbeit ist vielmehr ein weiterentwickeltes Vehikel einer frühkapitalistischen Gesellschaft.

Der Staat, die Länder, Kommunen und die EU müssten diesen Sektor längst zu einem neuen Beschäftigungssektor ausbauen von den Milliardengewinnen, die durch Auslandsgewinne u.ä. gemacht werden.

So können auch die gesellschaftlichen Potentiale in vielen Bereichen durch bezahlte Professionalität mehr genutzt werden.

Der Staat würde sich zum Wohlfahrtsstaat für alle Bürger entwickeln und nicht zum Ausbeuter vieler seiner Bürger.

Was nicht heißt, dass der Bürger sich am politischen Ausbau der Gesellschaft nicht mehr unentgeldlich engagieren soll – politische Arbeit sollte für jeden Staatsbürger selbstverständlich sein.

In der sozialen Arbeit aber sollte der Staat auch mehr Mittel locker machen und die ehrenamtliche Arbeit, die auch nicht durch Kontinuität garantiert ist, finanziell auf festere Sockel stellen.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 01. Juni 2011 um 14:37 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5733
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14065994

Verwandte Beiträge