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Afrikanische Hungersnot

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Afrikanische Hungersnot

Während sich die Verbraucher bei den Discountern in Europa für ein paar Euro einen Blumenstrauch aus Äthiopien oder Kenia kaufen sind ca.12 Millionen Menschen am Horn von Afrika vom Hungertod bedroht.

Die Rosen aus Äthiopien sind gut bewässert worden.

Der Erwerb von oft 90 jährigen Pachtverträgen (land grabbing - Landnahme) in einigen afrikanischen Staaten durch die staatlichen Autoritäten durch Großinvestoren (China, Indien, Saudi Arabien etc.) zerstört das kleinbäuerliche und dörfliche Selbstversorgungssystem in einigen Landstrichen.

Das angebaute Mais, Getreide, Gemüse, die Blumen werden für den Export produziert.

Es werden Arbeitsplätze geschaffen, aber wenn die Agrarproduktion den Leuten nicht zugute kommt, so steigen die Agrarpreise.

Halbherzige Vorschläge einen gewissen Prozentsatz im eigenen Lande oder den Nachbarmärkten zu verkaufen, führt langfristig nicht dazu, dass Afrika sich selbst von landwirtschaftlicher und sonstiger Ausbeutung befreien kann.

Wenn Agrarflächen auch noch zur Herstellung von Sprit wie in vielen 3. Weltländern benutzt werden, dann verschlimmert sich die Agrarfrage.

Man kann die politischen Machthaber nicht verstehen.

Warum haben sie sich für einen neuen Agrarkolonialismus und Agrarimperialismus entschieden?

Afrika hat seine Phase des Sozialismus, nach der Unabhängigkeit, hinter sich.

Diktaturen und Bürgerkriege sind seit der Unabhängigkeit in den 60er Jahren an der Tagesordnung.

Die Errichtung von Demokratien, Schaffung von Selbstorganisationen, kleinen handwerklichen u.a. Produktionen, sowie ökologischen Programmen zur Wiederaufforstung und Rettung der Tierwelt steckt noch in den Kinderschuhen, aber ein Anfang ist in vielen afrikanischen Ländern (Kenia, Kongo, Ruanda, Namibia, Südafrika etc.) gemacht.

Afrika hat viel Blut verloren durch Sklaverei und Kolonialismus.

Mehrmals wurde die ursprüngliche ökonomische und soziale Struktur stark geschwächt oder zerstört.

Viele Dorfstrukturen sind zudem durch AIDS und Bürgerkrieg in einem fürchterlichen Zustand.

Und immer noch hat Somalia überhaupt keine einheitliche Struktur.

Es versetzt sich durch Clankriege und Fundamentalismus, Piraterie tagtäglich in ein neues Chaos.

Diese Koranschüler schaffen es noch nicht einmal einen fundamentalistischen Gottesstaat zu errichten, weil sie sich nicht einig sind.

Die Regierungstruppen, die nur wenige Teile von Somalia halten, sollen auch in Mogadischu, aus der viele Einwohner geflüchtet sind, Erfolge haben.

Die Rebellen sollen Waffenprobleme haben.

Wie soll da Freund und Feind ausgemacht werden, wenn es um Nahrungsmittelhilfe gilt, die diese Gotteskrieger auch nicht haben wollen.

Ein Menschenleben zählt offenbar wenig, wenn der Tod täglich an jeder Ecke lauert – mit dem Gewehr oder der fehlenden Nahrung.

Hilfsgüter für die hungernden Menschen sollten aus den Nachbarstaaten oder von den Großfarmen am Horn von Afrika selber kommen.

Europa sollte keine Nahrungsmittel mehr aus den vom Hunger bedrohten Ländern und ihren Nachbarn kaufen oder wenn, dann zur Verteilung an die notleidende Bevölkerung.

Ist durch die ausländische Großlandwirtschaft, die kleine Agrar- und Viehwirtschaft erst einmal kaputt, werden die Menschen weiter entwurzelt, in die Stadt oder Richtung Norden (Europa) flüchten.

Damit wird ihr sozialer und ideologischer, spiritueller, religiöser Zusammenhang noch einmal wie durch den Kolonialismus und religiöse Missionierung zerstört.

Nach dem afrikanischen Soziaismus hatte man sich auch in einigen afrikanischen Gegenden auf die Naturreligionen wie z.B. Voodoo mit seinen Heilmethoden (die Pharmaindustrie profitiert davon ) besinnt und eine Synthese mit der ergriffenen Vergangenheit (Sklaverei, Kolonialismus, afrikanischer Sozialismus) hergestellt, die an das Erbe Afrikas anknüpfend zu einer neuen Identität beitragen kann, weil man eben nicht nur die eurozentristischen Ideologien aufhob.

Auch dies ist durch erneute Entwurzelung gefährdet.

Warum können die AfrikanerInnen nicht ihr Agrar- und Viehzuchtproblem in ein Kleinproduzentensystem mit Genossenschaften umstellen, wo mit der Entwicklungshilfe, Rohstoffgeldern eine vernünftige Selbstorganisation zustande kommt.

Offenbar ist eine korrupte Verwaltung und die Politik dagegen.

Aber solche genossenschaftlichen Ansätze gibt es in Selbsthilfeform.

Zur Zeit scheinen chinesische, indische etc. Großproduzenten nur französische, englische, portugiesische, holländische, deutsche etc. Kolonialisten abzulösen und sie bringen auch andere Waren und Menschen mit, die afrikanische Kleinhändler, Handwerker verdrängen.

So hat die bekannte europäische Gebrauchtkleidung einst die Tuchindustrie am Horn von Afrika kaputt gemacht.

Aber die Afrikaner müssen eigentlich nicht mit alter europäischer Kleidung herumlaufen und sie könnten ihre Hungersnöte sicherlich auch selber mit in Griff bekommen, wenn sie genug Brunnen, Meerwasserentsalzungsanlagen, erneuerbare Energien etc. bekämen oder sich von den Rohstoffgewinnen kaufen würden.

Deshalb sollte man nicht nur zur Hungerhilfe, sondern zur solidarischen Hilfe für einen demokratischen Sozialismus der Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika aufrufen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 08. August 2011 um 13:42 Uhr  

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