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MigrantInnennetzwerk macht Aktionen zur Kommunalwahl – Mach mit !

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Das Migrantennetzwerk MiSO (MigrantInnen in Selbstorganisation) in Hannover macht mit seinen 35 Vereinen Straßenaktionen, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen am 11. September. Auf der Internetseite der Stadt Hannover wird das Projekt „Mach mit!“ gelobt und MiSO vorgestellt.

MiSO wurde im Frühjahr 2010 gegründet.

MigrantInnen, die EU – Bürger sind, können bei den Kommunalwahlen ab dem 16. Lebensjahr mit wählen.

Wer als Migrant seit Jahren oder Jahrzehnten hier wohnt, kann nur wählen, wenn er/sie die deutsche Staatsbürgerschaft hat.

Viele MigrantInnen haben wenig Informationen oder interessieren sich nicht für Lokalpolitik und gehen nicht zur Wahl.

Das gilt allerdings auch für Deutsche ohne Migrationshintergrund.

MigrantInnen klagen auch oft darüber, dass sie keine Wahlbenachrichtigung bekommen haben, ihre Interessen schlecht vertreten werden oder sie den Sinn der Wahlbeteiligung zu wenig kennen.

Andererseits gibt es vielfältige Aktivitäten von vielen Migrantenvereinen:

„Gerade auch Vereine aus den Einwanderercommnities haben in hohem Maße und mit viel ehrenamtlichen Einsatz einen kaum anerkannten Beitrag in den hannoverschen Stadtteilen geleistet“(MiSO

Deshalb hat das Migrantennetzwerk ( MiSO) das „Mach mit!“ Projekt laufen, dass besonders die MigrantInnen mit Wahlberechtigung politisch bewusster machen will und sie auffordert nicht nur zur Wahl zu gehen, sondern den PolitikerInnen ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen.

MiSO will die Teilhabe von MigrantInnen in allen Bereichen des politischen, sozialen, ökonomischen etc. Lebens erhöhen.

Hierzu gehört auch dass mehr MigrantInnen in Verwaltung, Polizei und staatlichen, kommunalen Einrichtungen eingestellt werden.

MigrantInnen werden auch schon durch ihren Wohnort und Namen bei der Ausbildungs – und Arbeitssuche benachteiligt.

Im Netzwerk arbeiten auch interkulturelle Vereine, die sich für die Verbesserung der gesellschaftlichen Situation der MigrantInnen einsetzen und das Zusammenleben in der multikulturellen Gesellschaft durch interkulturelle Arbeit verbessern wollen.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Hannover und sehr vielen PolitikerInnen.

MiSO hat ein eigenes Logo, ein Spinnennetz, mit dem das Netzwerk sich auch in Flyern in mehreren Sprachen auf Wochenmärkten, vor Schwimmbädern in der Innenstadt und auf Festen präsentiert.

Angesprochen werden besonders MigrantInnen, aber auch Deutsche ohne Migrationshintergrund (was man keinem an der Nasenspitze ansehen kann ) und dazu aufgefordert zur Wahl zu gehen.

Manchmal denken die Leute, da präsentiert sich eine neue Partei, aber sofort wird auf die Überparteilichkeit hingewiesen, eine bestimmte Partei zu wählen, wird nicht empfohlen.

Die Straßenaktionen werden von mehreren Aktivisten aus verschiedenen Ländern und Vereinen organisiert.

So findet man Vietnamesen, Bengalen, Osteuropäer, Lateinamerikaner, Afrikaner, Migranten aus anderen europäischen Staaten und manchmal auch Deutsche mit älterem oder ohne Migrationshintergrund, die helfen Zettel zu verteilen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, um ihre Wünsche/Interessen/Bedürfnisse aufzunehmen.

Unterstützt wird dies durch eine Fragebogenaktion und musikalische Begleitung am Stand: mal durch eine afrikanische Trommel und spanische Gitarre, mal auch durch ein von Osteuropäern gespieltes Schifferklavier mit Gesangsbegleitung.

Trauben von Kindern drängen sich um den kleinen Tisch, wenn Yomi aus Nigeria ihnen einen Luftballon aufbläst, an dem eine kleine Karte hängt mit der man eine Kinokarte gewinnen kann, wenn jemand den Ballon findet und an Kargha, ein interkultureller Treffpunkt, einst von iranischen Flüchtlingen gegründet, zurücksendet.

So entstanden auch schon humorvolle interkulturelle Situationen, als Yomi beispielsweise Chau, einen Vietnamesen ansprach und sagte:

Wieso konntest du dich mit der Migrantin nicht in deiner Sprache unterhalten. Sie war Philippinin.

Yomi: das liegt doch gleich in eurer Ecke.

Worauf Chau antwortete: Sharaf, (Bangladesch) und du (Yomi, Nigeria), ihr, seit ja auch nicht weit auseinander.

In der Tat sind sie beide Hannoveraner und wer den nigerianischen Humor kennt, der etwas vom englischen beeinflusst ist, der weiß, das politische Arbeit auch mit kleinen witzigen Anspielungen noch mehr Spaß macht.

Einige Stände finden auch gleich in der Nähe der einen oder anderen Partei statt, so dass die MigrantInnen zugleich mit den Politikern zusammengebracht werden können.

Manchmal gesellen sich auch in den Parteien oder anderswo politisch aktive MigrantInnen zu der MiSO – Gruppe.

Weitere öffentliche Veranstaltungen gegen Rassismus (25.8.) und eine Podiumsdiskussion mit den Politikern der verschieden Parteien finden, neben Arbeitsgruppen auch noch statt (26.8.). Ende September, nach den Wahlen, präsentieren sich MiSO , die Vereine, und das Projekt im Rathaus am 29.9.

Vielleicht werden sich nach diesen politischen Aktionen noch mehr MigrantInnen in den politischen Parteien engagieren oder wenigstens an der Kommunalwahl beteiligen.

Die Parteien müssen auch mehr MigrantInnen zu Vorsitzenden und Mandatsträgern auf allen politischen Ebenen machen.

http://www.hannover.de/integration/

Website: http://www.misonetz.de/

Die Video zur Kampagne „Mach mit!“: http://vimeo.com/27415935

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. August 2011 um 13:24 Uhr  

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