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Sexskandale in der Politik

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Sex bringt Spaß, besonders in der Politik.

Ganz besonders dann, wenn man sich mittels sexueller Intrigen und Enthüllungen seiner politischen Konkurrenten entledigen kann.

In diesem Gesellschaftsspiel sind wir inzwischen international weit fortgeschritten.

Das nördlichste deutsche Bundesland, meine Heimat, hat nicht gerade eine Erfolgsgeschichte, wie Baden-Würtemberg oder Bayern aufzuweisen.

Im Gegenteil.

Schleswig-Holstein ist wirtschaftlich abgehängt und politisch zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Nur in einem sind die Norddeutschen auf der Höhe der Zeit.

Sie haben einen Sexskandal!

Man muss meinen Landsleuten von der Halbinsel dabei eine gewisse Skandalkultur zusprechen.

Barschel, Simonis und Boetticher, das ist schon was. In Schleswig-Holstein kam die Moral schon immer besonder aufgeblasen daher und deshalb kracht es denn auch besonders laut und unappetitlich, wenn es mal wieder was zu sägen gibt.

Die Doktor-Affären sind dagegen doch eher bescheiden.

Die Amerikaner, auch hier sind die Schleswig-Holsteiner auf der Höhe der Zeit, haben eine ähnlich aufgeblasene Doppelmoral.

Im Falle von Strauss Kahn sind sie hier gerade grandios gescheitert, weil das Opfer den moralischen Anforderungen leider doch nicht stand gehalten hat.

Strauss-Kahn ist aber wenigstens weg vom Fenster und der Schlamm, der verspritzt wurde, verteilt sich in Amerika genauso schnell wie in der norddeutschen Marsch.

Im Unterschied zu Boetticher lohnt aber bei Strauss-Kahn noch eine nachträglich Analyse, die ich jedem Interessierten nur raten kann.

Wikipedia, unter Strauss-Kahn zu googlen, geht auf die Positionierung des ehemaligen IWF-Chefs gegen die Amerikaner und die Übermacht des Dollars ein.

Wer meint, dass dies nur sinnloses Geraune ist, dem empfehle ich einige Artikel aus der Zeit vor dem Sexskandal über Strauss-Kahn zu lesen.

Das ist zwar sehr mühsam, weil alle Suchmaschinen seitenweise die Vergewaltigungs-Affäre ausspucken, aber dann doch sinnvoll, wenn man die Nadeln im Heuhaufen gefunden hat.

In der Süddeutschen vom 05.04.2011, also kurz vor der besagten Affäre, wird getitelt:

Strauss-Kahn für neue Wirtschaftsdoktrin-Vom Markt hin zum Staat! Hier der Artikel, der durchaus am ideologischen Überbau Amerikas rüttelt.

http://www.sueddeutsche.de/geld/strauss-kahn-fuer-neue-wirtschaftsdoktrin-vom-markt-hin-zum-staat-1.1081376

In einigen anderen Veröffentlichungen aus dem Jahre 2010 wirbt Strauss-Kahn für ein Strärkung der Sonderziehungsrechte des IWF, einer Art von künstlichen Währung, die vor allem für die Schwellenländer die Abhängigkeit vom Dollar als Leitwährung reduzieren soll.

Übrigens vergessen wir aktuell, dass unsere Währungskrisen auch Produkt von internationalen Währungskriegen sind, bei denen die USA kräftig mitmischen.

Es gibt einen Abwertungswettlauf der Industrienationen, die vor allem die Exportkraft stärken und Marktanteile in den neuen internationalen Märkten für die Konzerne Amerikas sichern soll.

Auch China verfolgt die Strategie. Dementsprechend wertet die US-Regierung den Dollar laufend ab, ohne dass sich dieses in den Wechselkursen bemerkbar macht.

China kauft dagegen Dollar ein, um seine eigenen Exporte auf dem US-Markt billig zu halten, und wertet die eigene Währung gleichsinnig ab.

Dieser Export- und Währungskrieg wurde von Strauss-Kahn mehrfach als schädlich und riskant kritisiert.

Schließlich sollte man auch nicht vergessen, dass die Federal Reserve Bank seit 2006 die sogenannten M3 Zahlen nicht mehr veröffentlicht.

Diese sind ein quantitatives Signal für die im Umlauf befindliche Dollarmenge.

Mit anderen Worten kann die US-Regierung den Weltmarkt mit Dollars überschwemmen, ohne dass dies an irgendeiner veröffentlichten Zahl wirklich auffällt.

Das einzige, worauf die Amerikaner achten müssen, ist dass der Euro dabei gleichsinnig an Wert verliert, damit die Kapitalanleger nicht zuhauf in den Euro flüchten.

Dies ist die Ausgangsbasis des Sexskandals um Dominique Strauss-Kahn, der den Amerikanern politisch alles andere als angenehm war.

Sollte man da nicht unken?

In England sitzt der Wikileaks Gründer Assange derweil immer noch mit einer schicken Fussfessel und kämpft gegen seine Auslieferung nach Schweden.

Dort soll er zwei Freundinnen, beides schwedische Frauenrechtlerinnen, gedrängt haben, Sex ohne Kondom zu machen.

Die schwedische Staatsanwältin ist nach wie vor äußerst scharf auf ihn, aber, wie man munkelt, um dann ein Auslieferungsgesuch der Amerikaner zu empfangen, wo er dann möglichst ohne Prozess liquidiert werden soll, wenn man auf die konservativen Stimmen der amerikanischen Öffentlichkeit hört.

Sein Hochverat besteht darin, Amerika auf seiner Plattform immer wieder bloss zu stellen.

Sei es Afghanistan, Videos aus dem Irak oder die berühmten Botschaftsdepeschen.

Inzwischen kämpft Wikileaks mit Geldnot und scheint immer mehr zu schwinden.

Es könnte sogar sein, dass wir die letzten Tage von Wikileaks noch miterleben.

Neue Veröffentlichungen werden zwar angekündigt, aber nicht mehr umgesetzt.

Die Sex-Intrige, die man vermutet, dürfte auch im Falle von Assange äußerst wirkungsvoll gewesen sein.

Auch hier verteilt sich der Schlamm schnell, aber die Wirkung bleibt. Die Zielperson ist wenigstens politisch eliminiert!

Ich würde diese intensivierte Form von sexuellen Anklagen und Intrigen durchaus in amerikanischer Sprache als Sex-Killing bezeichnen und die Vorbilder, die aus Hollywood kommen ernst nehmen.

Eines müsste man einer empörten Alice Schwartzer, die diesen Betrag vermutlich nicht mögen wird, aber schon im vorraus entgegnen.

Sex-Killing bedeutet nicht, dass Frauen auf diese Weise politisch beedeutende Männer abservieren.

Beim Sex-Killing werden in aller Regel Männer von Männern kalt gestellt.

Die genannten Beispiele legen durchaus nahe, dass die Vorwürfe über politischen Einfluss von Männern zustande gekommen sind, bei denen die beteiligten Frauen eher eine untergeordnete Rolle spielen, ja vor der Öffentlichkeit verborgen werden.

Die emotional nachvollziehbare gesellschaftliche Einstellung, dass bei Sexualdelikten die Opfer vor der Öffentlichkeit geschützt werden sollten, die mutmaßlichen Täter einen solchen Schutz aber nicht verdienen, lässt sich hier leicht instrumentalisieren.

Diese Konstellation allein führt schon zur sicheren Diskreditierung des mutmaßlichen Täters.

Kein Geschlechterkampf also, sondern schmutziges politisches Geschäft.

Nun blinkt bei der Boetticher-Affäre in Schleswig-Holstein viel Menschliches durch.

Auch wenn, laut Fokus, die Mutter des Mädchens dem Politiker den Kontakt inzwischen untersagt hat, handelte es sich sehr wahrscheinlich eher um eine ungleiche Beziehung auf Gegenseitigkeit.

Einen Sexskandal a la Berlusconi kann man daraus wohl nicht machen.

Dennoch! Sex wirkt!

In der Politik wirkt Sex tödlich.

In Amerika allemal.

In Schleswig Holstein hat man das mit der landestypischen Sensibilität auch im Fall Boetticher realisieren können.

Man muss enfach nur empört genug draufhauen.

In nicht all zu langer Zeit wird dann wahrscheinlich die Konotation des Namens mit dem Begriff Sex ausreichen, um jemanden von der politischen Bühne zu entfernen.

Da ich nicht weiss, wie weit diese Mentalität inzwischen fortgeschritten ist, wollte ich hier eigentlich eine experimentelle Kampagne gegen mich selbst starten und schauen, welchen Schaden ich davon nehme.

Dann wurde mich aber schlagartig klar, dass bei der Konoation meines Namens mit Sex und Skandal tatsächlich eine gnadenlose Diskreditierung auf mich zu käme.

Nach den experimentellen Ursprüngen würde später niemand mehr fragen.

Die Suchmaschienen im Internet würden vor allem die semantische Verbindung meines Namens mit dem häufig gesuchten Wort Sex ausspucken und ich wäre bei Google gewissermaßen schon in den Schlagzeilen, bevor irgendein sinnvoller Zusammenhang publiziert worden wäre.

Ich lasse es also lieber sein und schließe meinen Artikel an dieser Stelle.

Das Thema ist und bleibt gefährlich!

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 25. August 2011 um 13:11 Uhr  

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