Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Aus grauer Städte Mauern...

Aus grauer Städte Mauern...

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Erinnern wir uns, wir sangen dieses Lied und träumten von einer anderen Welt.

Wir waren die Kinder, die Schlagball übten an den Brandmauern des Nachbarhauses, die wußten wenn es um Sonnenschein und Frohsinn ging, dann war man unter sich und frei.

Der Freiheit seinen Weg geben und hinaus aus den grauen Mauern unserer Nachkriegsstädte, die sanfte Wiederentdeckung der Naherholungsflächen am Rande der Stadt, das gesetzte Markenzeichen einer ganzen Generation.

Links und frei und sich nicht steuern lassen, die Solidarität in der Verantwortung suchen, man fand sie, der Traum einer Nachkriegsgeneration war der anders zu leben, sich zu entfalten.

Man griff nicht nach dem Strohhalm sondern plante bewußt, die Planung lautete:

Den Erwerb eines Kleingartens.

Der Kleingarten am Rande der Stadt, der Rückzugspool einer ganzen Generation, wo man sich frei fand und wo man das tat was sinnvoll war.

Kleingärtner waren die eigentlichen politischen Antipole einer Wirtschaftsdemokratie wie sie Ludwig Ehrhard verstand, dem Nachkriegskleingärtner ging es um mehr als Sonne, Wiese und Erholung, ihm ging es um das andere Leben, ein Leben im Einklang mit der Natur.

Die Nähe zur Natur, die Nähe zu den Nachbarn, die ähnlich dachten und von gleichen Problemen behaftet waren.

Man wollte selber etwas erzeugen, man wollte die Jahreszeiten nutzen und der Freizeit einen Wert geben, seine eigene Ernte einfahren.

Man baute an, man wurde zum freien Gärtner auf seiner eigenen Scholle, man genoß den eigenen Salat und hatteseine Verbindungen, was der eine nicht hatte besorgte der andere.

Die Krönung war die Errichtung der eigenen Laube, der große Kompromis zwischen Geräteschuppen und Wochenendhaus, allein die Planung und Errichtung füllte ein Jahr aus, man forderte sich selbst heraus und träumte vom ersten Übernachten im Gartenhaus.

Waren es die Sommernächte die herausforderten, die Verbindung zur unmittelbaren Umgebung oder die Rückkehr zur Natur, man nahm vieles in Kauf, Unbequemlichkeiten und Enge, man wählte das Abenteuer der Übernachtung in der eigenen Laube.

Die Abende waren kürzer, man saß beisammen und kam ins Gespräch, etwas was heute mitunter unmöglich ist, der Familiendialog am frühen Abend, das Gespräch mit dem Nachbarn über den Zaun, die Entdeckung der Gemeinsamkeit.

Der Morgen begann früher, man wurde geweckt von Vogelstimmen, die relative Kühle des Morgens und die Frische des Quellwassers erweckten Lebensgeister, ebenso das Frühstück im Freien.

Die erste eigene Ernte, wer erinnert sich an die reifen Süßkirschen, stets dann reif wenn es regnete und das Regenwasser einem die Ärmel hinauf lief, an die frühen Abende an den man Steinobst einsteinte, wo man Weißkohl hobelte und wo man den selbstgepflückten Tee zum Trocknen aufhing.

Wo man den Ausflug plante, wo man des Morgensfrüh durch den benachbarten Wald lief, die ersten Walderdbeeren pflückte und in die Himbeeren ging, die Milchkanne voller reifer Himbeeren heimtrug und ebenso viele fast gegessen hatte, man wollte den Himbeersaft in der Entstehung verfolgen.

Man wollte mehr, mal des Morgens im Waldsee baden und genau das machen wovon man träumte, träumte man bei der Arbeit?

In einer Zeit wo man Gartenarbeit nicht als Arbeit ansah, wo man zwangsläufig wiederverwertete, wo man das Regenwasser zum Gießen verwendete, wo der Komposthaufen zum Markenzeichen wurde und das Rilleneinkochglas Reichtum bedeutete, wo der Kürbiss zu Späßen herausforderte, da fühlte man sich wohl.

Man war angekommen aus den Mauern der grauen Städte, man war am Ziel.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 01. November 2011 um 10:44 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 360
Beiträge : 5720
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13827653

Verwandte Beiträge