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Neoliberale und Gerechtigkeit

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Gefunden im Schweizer Widerspruch Heft Nr. 58.

Ein Beitrag von Urs Marti „das Leiden der Neoliberalen an der Gerechtigkeit“

Urs Marti kommt in seinem Aufsatz schnell zum Thema er nennt einen Grund das:

Das Machtungleichgewicht zwischen rechenschaftspflichtigen politischen Institutionen und den Finanzmärkten, die niemanden Rechenschaft schulden.

Hiermit gibt Urs Marti dem Leser genau vor, wo die Gerechtigkeit im Laufe der Zeit abnahm und er spricht es aus, er nennt die Commerzbank beim Namen, die halbverstaatlicht unter dem Rettungsschirm des Steuerzahlers kam und trotzdem ihren Managern Boni Zahlungen zukommen ließ.

Urs Marti fährt fort, „ alle Manifestationen des Zorns und der Verzweifelung zum Trotz hat die jüngste Krise des Kapitalismus kaum ernsthafte Konsequenzen für das Finanzsystem gehabt.“

Dem kann kein Leser widersprechen, insofern kommt Urs Marti im weiteren Verlauf seines Aufsatzes zu der Erkenntnis, „ richtig kann man hier sagen, denn es waren ja nicht nur die Gelder der Finanzwelt sondern es waren treuhänderisch hinterlegte Gelder der Anleger, die vom Finanzsystem unmoralisch und ohne Gewissen vernichtet wurden.“

Soweit erst einmal Urs Marti, natürlich darf man sich die Frage stellen, wenn dieses einem Professor am Fachbereich der Politischen Philosophie an der Universität Zürich gelingt in eindeutiger Form zu interpretieren, wieso zögerten unsere verantwortlichen Volksvertreter so lange mit ihren Stellungnahmen und warum reden in den Parlamenten immer noch etliche ungestraft um den heißen Brei herum?

Sicherlich sollte man auch Urs Marti fragen, was unternahm nach seiner Ansicht bisher der Gesetzgeber, welche bindenden Gesetze wurden zum Schutz der Kleinanleger verabschiedet oder saß der lange unsichtbare Arm der gebenden Finanzwelt mit am Kabinettstisch der Neoliberalen?

Urs Marti folgert allerdings daraus:

Wieder einmal hat der Verlust von ökonomischer Sicherheit den Rechten mehr genutzt als den Linken.

Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass Urs Marti noch einen draufsetzt, „ die konservative Hegonomie hat zur Folge, dass Alternativen zum Kapitalismus in den öffentlichen Debatten nach wie vor tabuisiert werden.“

Auch dem kann man nicht widersprechen, sondern es ist die haargenaue Analyse eines führenden Wissenschaftlers, allerdings könnte man ergänzen, dem neoliberalem Spektrum gelang es die Öffentlichkeit bereits zuvor zu justieren.

Getragen von einer rechtslastigen Presse vollzogen sich Denkschablonen des Kapitalismus in der Übermittlungspraxis.

Wohlweißlich und auch dort hat Urs Marti recht, blieben linke Alternativen zur Lösung des Problems in den Startlöchern der Denker hängen.

Ist demzufolge die Regulierung des eigentlichen Problems innerhalb der Finanzwelt der Wilkür der Macht ausgeliefert?

Urs Marti fragt nach der Gerechtigkeit, nach der Gerechtigkeit im Kapitalismus, vergleicht die Gerechtigkeit im Sinne der Sozialpolitik, zittert dabei Friedrich von Haydeck und der Übervater der Neoliberalen hält es für sinnlos von einer sozialen Gerechtigkeit zu sprechen.

Der kpl. Beitrag ist erschienen im Schweizer Widerspruch Nr. 58, eine halbjahres Zeitschrift für sozialistische Politik.

Urs Marti lehrt an der Universität Zürich.

Widerspruch

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, 21. Oktober 2011 um 05:26 Uhr  

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