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Nachdenkliches zum Advent

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Eine etwas andere Adventsgeschichte, eine aus dem Leben, aus meinem Leben und das führte ich als Mensch der den Berg hinauf wollte und dabei stets im kleinen Gang fuhr.

Dabei gab es in Epochen stets einige in der unmittelbaren Umgebung mit denen man verglichen wurde, ob es einen passte oder nicht, diese Menschen gab es und die anderen taten es.

Bei mir war das auch der Fall, in der vielleicht sogar näheren Verwandtschaft wuchs eine vergleichbare Größe heran, der trug den gleichen Nachnamen und sogar einen fast ähnlichen Vornamen, war allerdings ein Jahr jünger als ich.

Meine ersten fast 2 Jahrzehnte meines Lebens verschonte man mich mit dieser Vergleichsperson, aber irgendwo und irgendwann war er stets da.

Für mich war das der Tausendsasser, sicherlich kein Besserwisser, allerdings beim Stangenklettern war er bereits oben wenn ich die Hälfte der Stange erklommen hatte.

Das setzte sich in einigen Situationen fort, traf man sich in der Vorweihnachtszeit im Familienkreise war der Vergleich wieder da, gewollt oder ungewollt, manche in der Familie machten es auch gerne.

Ich erzählte von meinen Planungen, die stets ein Kampf nach der Suche der Finanzierung und der nötigen Zeit waren und dabei wollte ich sovieles, ein Ziel hatte ich, in einem Frühjahr zu Beginn des neuen Schuljahres mal mit dem Motorroller die Donauabwärts fahren.

Da erfuhr ich meistens von seinen Plänen, die waren drei Nummern größer und davon realisierte er auch einiges, das war nicht der Neid der bei mir aufkam sondern mich störte das, jemanden zu kennen der stets etwas draufsattelte.

Der studierte dann ganz etwas anderes als ich, man sah sich weniger, mein Weg durch das Studium wurde bestimmt durch den Kompass der Möglichkeiten und war nicht immer der direkte Weg zum Erfolg.

Trotzdem marschierte ich durch alle zunächst mir unheimlich vorkommenden Hindernisse, schließlich fuhr ich ja den Lloyd und wer den Tod nicht scheut der fuhr den Lloyd.

So ein Auto prägte und man gewann neue Bekannte für meine erste Freundin in der Studienzeit wurde das Auto zur Herausforderung, auf irgendeinem PKW Übungsplatz gab ich ihr die ersten Fahrversuche und sie musste danach monatelang das Auto allabendlich anschieben.

Diese Baureihe wollte er so und vertrug in der Adventszeit weder die Stromentnahme zur Beleuchtung noch die aufkommende Nässe, er quitterte das geplante Motoranlassen.

Ein Samstagabend nach dem Besuch im Jazzkeller, wenn man nicht gerade bergabwärts parkte endete stets mit dem gemeinsamen Anschieben, mitunter schob die liebe Ingrid an solchen Abenden mich zweimal dann, ich fuhr sie nämlich noch nach Hause.

Nun gut, ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht dabei, allerdings das Problem fachmännisch zu beheben zu lassen hätte eine Lücke in meinem Etat gerissen, andererseits in der Adventszeit taten sich mitunter unverhoffte Geldquellen auf.

Die sprudelten bei mir allerdings nicht, aber gaben mir wieder Zuversicht für meine weiteren Planungen und ich teilte auch mal das mit meiner damals Besten, denn ihre Finanzen standen auch nicht gerade zum Besten.

Es kam allerdings so wie es sollte der Studienortwechsel stand bevor, mich wollte man mehr in Nürnberg/Erlangen sehen und Ingrid sollte ins Markgräfler Ländle wechseln, bekanntlicherweise liegt dort Freiburg.

Was nun folgte war der Zufallsgenerator, fröhlich im Lloyd und guter Dinge mied ich das Frankfurter Kreuz, verzichtete jahrelang auf das gut gemeinte Angebot des Bundesverkehrsministers, nachdem die sterblichen Überreste der Rosemarie Nittibritt man hier verbuddelte, im Auto darüber zu rutschen.

Nun ich nahm die Landstraße durch Unterfranken, zwischen Würzburg und Bamberg fuhr mir unerwartet ein rasanter NSU auf und davon, zudem winkte mir der Fahrer freundlich zu, nicht ungewöhnlich bei meiner netten Begleitung, denn ich verglich sie immer mit Uschi Obermeier.

Doch dieses Winke Winke galt wohlweißlich mehr mir, eigentlich sah ich das Unheil nach ca. 1 Stunde, irgendwo kurz vor Ochsenzoll lag ein NSU auf dem Kopf fernab der Landstraße und hatte bereits einige Menge an Rettungskräften herangezogen, ich erkannte allerdings das Kennzeichen, mir ahnte etwas.

Den Abend verbrachten wir bei Bekannten in Erlangen, überhitzt in kleiner Hütte und sahen die Lokalnachrichten, tödlicher Autounfall, er war es mein Tausendsasser.

Der andere Tag war gerettet, es ging per Bahn zum Christkindlsmarkt in Nürnberg vor der Frauenkirche, zunächst hakte ich mich unter aus Gewohnheit, im Laufe der Zeit mehr der Notwendigkeit wegen, denn das musste ich alles irgendwie verkosten.

Es kam so wie es sollte, auch das abendliche Gleishüpfen in Erlangen brachte nicht die dringend notwendige Ernüchterung, ich verschlief den anderen Tag und traf erst gegen Mittag zum Seminar an der Insel Schütt ein.

Klopfte an, öffnete die Tür und man sah mich verwundert an, das Ergebnis erfuhr ich ein paar Stunden darauf.

Man wollte bereits für mich eine Sammlung starten, kam mich irgendwie eigenartig vor, die wollten schon für mein Begräbnis sammeln, konnten die einen Lloyd nicht von einem NSU unterscheiden?

Man war froh und ich auch, ich nahm es gelassen und entschied mich 4 Semester hier zu bleiben, Ingrid ging nach Freiburg und zu Weihnachten wollten wir uns wieder treffen.

Zunächst berichtete mir mein Vater unter dem Weihnachtsbaum von dem Begräbnis, ich wollte ihm es nicht sagen, tat ich auch nicht, denn er ermahnte mich, niemals mit dem Auto bei glatten Straßen so schnell zu starten, da konnte ich ihn beruhigen meine Startprozedur verlief ganz anders.

In Nürnberg verlief das Leben in anderen Bahnen, es überwiegte der Faktor Zeit zu Lasten des Geldes, kam das mal, der Lloyd bekam das neue Anlasserritzel, nun begann ich mobiler zu werden.

Dachte ich und war in Leinburg zum Karpfenessen, die Rechnung ohne die Bayrische Landpolizei gemacht, meine Autoreifen hatten die neue Art mit dem Profil nach innen und das hatte sich bei denen noch nicht herumgesprochen, also wurde umgebettet, nach Freiburg kam ich also nicht.

Nur zum Christkindlsmarkt da zog mich stets wieder hin, war ein paar Jahre darauf mit Pfarrers Tochter dort, die mochte allerdings mehr die Pflaumenmännchen am Stand vor dem Schönen Brunnen als mich, was blieb mir übrig?

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 05:00 Uhr  

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