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Um den 9. November

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Im kalten Monat November war’s da brach ich nach Deutschland auf…….

Frei nach Heinrich Heine

Der 9. November kommt in der Weltgeschichte öfter als ereignisreicher Tag vor.

Die im Gedächtnis der Gegenwartsgeschichte hängen gebliebenen Tatsachen sind die Öffnung der Mauer 1989 und einiges mehr.

Ein Tag  nach dem in der Folgezeit ein ganzes Weltreich zusammenbrach, dass am 8.11. 1917 (nach dem gregorianischen Kalender) seinen revolutionären Umsturzakt und Ausgangspunkt genommen hatte  in der Erstürmung des Winterpalais der Zaren.

Beide Daten waren der Ausgangspunkt für die Veränderung der europäischen und außereuropäischen Welt.

Denn etwas über ein  Jahr nach der Oktoberrevolution (nach unserer Zeitrechnung)  kam es am 9.11.1918 zur deutschen Revolution und Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann und zur Ausrufung der Räterepublik durch Karl Liebknecht und 2 Tage vorher zur der Münchener Räterepublik durch Kurt Eisner, der als Ministerpräsident wenige Zeit später ermordet wurde.

Der Prinz von Baden hatte Friedrich Ebert von der SPD beauftragt eine Regierung zu bilden.

Der 1. Weltkrieg war am 11. November zu Ende.

Dies ist in Frankreich der Nationalfeiertag.

Elsass und Lothringen gingen an Frankreich zurück und im Osten Europas veränderte sich die Landkarte durch den Vorstoß der roten Armee Trotzkys.

Die Monarchien Europas mussten in Deutschland, Österreich, Rußland etc. abdanken oder wurden gestürzt.

Das osmanische Reich wurde aufgelöst.

Es begann eine neue Phase der bürgerlichen Revolutionen, die zugleich durch die proletarischen Revolutionen begleitet waren, aber deren proletarischer autoritärer Kampf durch die Bolschewiki vorerst nur in Russland siegreich zu Ende geführt werden konnte.

Nachbarstaaten sollten jedoch durch Trotzkys Rote Armee bald folgen.

Es gelang aber keine Revolution in einem der hoch entwickelten Länder wie Deutschland, die USA etc..

Damit waren die Voraussetzungen für das Gelingen einer proletarischen Revolution nach Marx nicht gegeben.

So schalteten die Bolschewiki bald auch all ihre sozialrevolutionären, rätesozialistischen Kräfte und Anarchisten so aus wie die weißen Armeen.

In München wurde die sozialistisch-anarchistische Räterepublik auch bald von der Reaktion liquidiert.

Sie hatte keine kontinuierliche Massenorganisation organisieren können.

Den Spartakisten und der späteren KPD ging es nicht so übel.

Sie hatten sich einst aus der SPD herausgelöst wie ihre Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die bereits wenige Monate später ermordet wurden.

Mit ihnen und damit der Spaltung des Proletariats hatte die Reaktion von Anfang an eine günstigere Ausgangssituation.

Die SPD wollte den Weg der Reformen gehen, die Kommunisten den Weg der Revolution durch Enteignungen fortsetzen.

Durch den Verlust von Luxemburg und Liebknecht wurden die Kommunisten immer mehr ein Anhängsel der Moskauer Komintern-Politik.

Der Rätegedanke der Arbeitermitbestimmung und Selbstverwaltung ging zwar nicht unter, sondern ging reformistisch in die Betriebsrätebewegung ein und im Konsumentenbereich später, aber sehr viel später in die Verbraucherberatung etc..

Die Konsumentenräte zur Umgestaltung der entfremdeten Produkte blieben aus und somit blieb der Verteilungskampf auch stecken und wurde nicht sehr weit bis zur Umgestaltung des entfremdeten ökonomischen und ökologischen Produktionsprozesses geführt.

Die Kommunisten vernachlässigten das völlig, die Sozialdemokratie blieb in kleinen Reförmchen stecken.

Die Dialektik von Reform und Revolution oder auch eine Dialektik von Reform und Utopie ging im Reformismus unter und sollte der Arbeiterbewegung schwere Rückschläge verschaffen.

So kam keine Einheitsfront mehr gegen Hitler zustande und dieser konnte sein faschistisches Utopia - mythologisch-germanischer Art 1933 gegen die Arbeiterklasse, das Bürgertum etc. zum totalitären Inferno ab 1939 auf  Europa, Nordafrika, Osteuropa etc. mit seinen faschistischen Verbündeten und Japan etc. ausdehnen.

Auch Hitler hat 2 x den 9. November in die Geschichte eingehen lassen.

Einmal den 9.11.1923 wo er auf die Feldherrnhalle in München mit seinen Anhängern marschierte.

Dies ging als Hitler, Ludendorff  Putschversuch in die Geschichte ein.

Dabei wurden einige seiner Anhänger von der Polizei getötet, Hitler landete im Gefängnis und schrieb dort - Mein Kampf.

Dies Datum wurde von den Nazis später groß gefeiert und zum Ausgangspunkt der Jagd auf die Juden bis zu ihrer Vernichtung in der Shoah.

Am 9. Und 10. November 1938 wurden 1400 Synagogen und Gebetsräume  zerstört, ebenso jüdische Geschäfte und Wohnungen zertrümmert, sowie ca. 30.000 Juden in Konzentrationslager eingesperrt, von denen zahlreiche starben.

Jüdischer Besitz wurde danach  gestohlen bis 1941 die Vergasung und Vernichtung von ca. 6, 3 Millionen Juden vollzogen wurde:

Hinzu kamen Regimegegner, Sinti und Roma, Homosexuelle, etc..

Nicht zu vergessen die Zwangsarbeiter-Sklaven des 3. Reiches und toten Zivilisten und Soldaten.

Dieser November 1938 war auch der Beginn der Veränderung Europas durch die beginnenden ethnischen Vernichtungen und den kaum ein Jahr später stattfindenden 2. Weltkrieg.

Während der folgenden Jahre sollte sich bis 1945 die Landkarte dauernd verändern, ökonomische Umverteilungen (Raub) und Mord kennzeichneten diesen Weg, der durch die Wahl Hitlers unterstützt wurde von großen Teilen des deutschen Volkes.

Die verbleibende Opposition fand nicht den archimedischen Punkt um dem Volk den Totalitarismus und seine Folgen bewusst zu machen und in sinnlich-praktischer Tätigkeit das Volk in einem Bürgerkrieg mit Armeeteilen und der Alliierten Luftwaffe wie kürzlich in Libyen zu befreien.

So konnten die NS-Verbrecher später wieder im In – und Ausland Karriere machen.

Das deutsche Volk muss sich von diesem Trauma, dass es sich zum Teil selbst gesetzt hat noch Generationen befreien, um zu freien aufgeklärten Menschen des aufrechten Ganges zu werden.

Immer wieder gibt es populistische u.a. Rückschläge auch in der Reformpolitik, die die Kluft zwischen Arm und Reich immer mehr vergrößern lässt.

Deshalb lernt von der Geschichte – ergreift sie nach dem letzten 9. November und dem letzen Totalitarismus – dessen Zusammenbruch die Weltgeschichte vom totalitären Kommunismus rückwärts zum globalen neoliberalen Manchester -Kapitalismus verändert hat, wo der vereinzelte Einzelne wieder geschaffen werden soll.

Knüpfen wir nicht an das schlechte Neue, sondern das gute Alte an und schaffen eine sozialdemokratische Einheitsfrontpolitik gegen Rechts, Antisemitismus, Rassismus für eine soziale-ökologisch Welt der vorwärtstreibenden Reformen und Utopien und denken am 9. November an alle, die für eine bessere Welt ihr Leben gelassen haben und die vielen unschuldigen Opfer.

Schaffen wir die Einheit auch in Europa und denken daran dass zum Beispiel die französischen Nachbarn auch 2 Tage später das Ende des 1. Weltkriegs feiern (20 Millionen Tote).

Warum trauert und feiert Deutschland nicht mit in einem vereinten Europa, dass einst gespalten war und heute „nur“ verschuldet ist ?

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 09. November 2011 um 07:07 Uhr  

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