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Frankreich und der Genozid an den Armeniern

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Das Parlament in Frankreich hat ein Gesetz beschlossen, nachdem die Leugnung des Völkermordes an den schätzungsweise 300.000 bis 1,5 Millionen Armeniern 1915 – 1917 unter Strafe gestellt wird.

Der Senat muss dem noch zustimmen.

 

Es wird behauptet, dass Sarkozy dieses Gesetz wegen der Präsidentenwahl  2012 durchbringen will, denn schließlich leben 500.000 Menschen mit armenischem Migrationshintergrund in Frankreich.

Frankreich hat  bereits 2001 den Genozid als Gesetz anerkannt.

Aus der Türkei kam sofort die Gegenreaktion.

Erdogan hat seinen Botschafter nach Ankara gerufen und Sarkozy geraten sich bei seinem Vater zu erkundigen wegen eines Genozids an den Algeriern in den 50er und 60er Jahren (1954 – 1962) während des Befreiungskampfes.

Ein Zehntel der Bevölkerung soll während dieser Zeit umgekommen sein.

Die Massaker, die die französische Armee ausgeführt hat sind und werden immer wieder aufgearbeitet, bloß handele es sich dabei nicht vergleichbar mit den Todesmärschen der Armenier um einen Völkermord.

Die Armenier wurden bereits zu tausenden gegen Ende des 19. Jahrhunderts getötet und umgesiedelt, weil sie unter dem Verdacht standen mit den Jungtürken das osmanische Reich zu stürzen oder auf Seiten der zaristischen Armee gegen die Osmanen zu kämpfen.

Deshalb wurden sie umgesiedelt.

Während dieser Umsiedlungen wurden sie auch auf Todesmärsche geschickt und unter Verantwortung der jungtürkischen Regierung  ermordet.

Das osmanische Reich endete 1923.

Die heutige Türkei behauptet, dass die Zahl von 1,5 Millionen nicht stimme (untere Schätzung liegt bei 300.000) und hat wohl weitere Schwierigkeiten sich für einen Genozid zu entscheiden, da  zu Zeiten des Niedergangs des osmanischen Reiches viele jungtürkische Soldaten also Gründer der heutigen Türkei an den Morden, Vertreibungen  etc. beteiligt waren.

Ebenso sollen Kurden an der Vertreibung und Ermordung der Armenier beteiligt gewesen sein.

Charles Aznavour, Sohn einer armenischen Einwanderungsfamilie, hat sich in einem Brief bei Sarkozy bedankt.

In Israel hat die Erziehungskommission  die öffentliche Debatte zu dem Thema wieder aufgenommen.

In der Schweiz ist der Genozid parlamentarisch anerkannt.

Man kann allerdings nicht bestraft werden, wenn man sich falsch geäußert hat und  sich historisch nicht über den Genozid auskennt.

Sollte das französische Gesetz den Senat passieren, dann kann eine Leugnung des Genozids ähnlich bestraft werden wie die Leugnung des Holocausts in der BRD.

Die  französisch – türkischen Beziehungen würden dann eine ganze Zeit lang eingefroren sein.

Man kann natürlich darüber streiten, ob es sinnvoll ist ein solches Gesetz in dieser Härte zu machen, solange die Türkei nicht bereit ist eine Schuld anzuerkennen.

Viele Armenier befürchten deshalb auch, dass sie dann in der Türkei noch mehr Schwierigkeiten haben.

Die Türkei würde vermutlich gut daran tun diesen Genozid anzuerkennen, da er auch von den meisten Historikern anerkannt wird.

Und solange die Türkei mit sich das Problem herumschleppt ohne es wirklich aufzuarbeiten wird es auch die Konflikte in seiner multikulturellen Gesellschaft nicht lösen können.

Zusatz:

Am 23.1.2012 hat der Senat dem parlamentarischen Antrag auch zugestimmt.

Der Antrag wurde Ende Februar vom obersten Gerichtshof aber abgelehnt.

http://www.rue89.com/rue89-presidentielle/2012/02/28/sarkozy-naura-sans-doute-pas-sa-loi-genocide-armenien-229785

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12511

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 08. März 2012 um 08:52 Uhr  

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