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Altersvorsorge im Interesse der Versicherer

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Leserbrief zu „Demografischer Stresstest“ (Forum) von Michael Diekmann in der SZ vom 28.12.2011

Tragende Säule des Geschäftsmodells von Versicherungen ist die Angst.

So verwundert es nicht, dass der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Herr Diekmann, bei seinen Vorschlägen ans Geschäft denkt und uns Angst machen will.

Seiner Meinung nach müsse angesichts der Demografie bei der Altersvorsorge anstelle der staatlich geregelten Umlagefinanzierung die private Vorsorge in Form der Kapitaldeckung treten.

Er möchte, dass wir Bürger uns vor Altersarmut schützen, indem wir unser Geld in Policen der Allianz und anderer Versicherungen anlegen.

Das gelte, so Diekmann, gerade auch für Bezieher niedriger Einkommen, obwohl sich diese – das räumt er immerhin ein – „kaum in der Lage sehen, für ihr Alter zusätzliche Mittel zurückzulegen.“

Warum wohl vergisst er zu erwähnen, welche verheerenden Erfahrungen in den USA mit privater Altersvorsorge gemacht worden sind?

Die extrem kümmerliche Ausprägung des Sozialstaats dort zwang die Bürger zur privaten Vorsorge, indem sie ihr Geld in Pensionsfonds anlegten.

Weil in der vergangenen und der aktuelle Finanzkrise viele dieser Pensionsfonds entweder in Konkurs gingen oder sehr viel Geld verspekuliert haben, sitzen nun Millionen von Amerikanern vor dem Nichts.

Die Vorschläge von Herrn Diekmann machen mir mehr Angst als die Umlagefinanzierung der Renten in sozialstaatlicher Verantwortung.

Oder haben die Reichen in unserem Land, zu denen auch Vorstandsvorsitzende gehören, das Soziale in unserer Marktwirtschaft schon abgeschrieben?

Dr. Hans-Joachim Schemel

 

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