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Der Bumerrang

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Der Bumerang vom Stankt Nimmerleinstag.

Der kommt zurück auf ein jeden von uns, wenn er sich im Alter seiner Arbeitsbiografie stellen muss.

In zwei zuvor erschienen Artikel beschrieb ich den derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft, einmal die in sich implodierende Mitte und das andere Mal die gesellschaftlich siechende Linke, widmen wir uns jetzt dem Trend zu.

Der Trend zeigt einerseits die Vererbbarkeit im Bereich des prekären Sektors, dagegen sind alle bisherigen staatlichen Maßnahmen der Tropfen auf dem heißen Stein, denn es zeigt sich nicht die dringend benötigte soziale Vermengung um den betroffenen Menschen die gegenseitige Hilfe anzubieten.

Bisher vollzieht man hier eine Sozialpolitik mittels eines Ausklammerns, die führt einerseits zu einer geduldeten Gettoisierung und andererseits zu einer Vereinfachung von staatlichen Regulierungsmaßnahmen.

Unter Soziologen ist eigentlich die Vererbbarkeit kein unbekanntes Thema mehr, es taucht immer wieder auf, wenn man in Problembezirken an den Schulen von Problemkindern spricht aber gibt es das Problem nur in den Problembezirken der Städte?

In solchen Situationen sind überwiegend die Kinder unschuldig, denn sie sind willig ins Leben zu starten, nur fehlt es ihnen an der Übersetzung.

Der von Kindern ausgehende Wille lässt sich kaum auf das Elternhaus übertragen, bezogen auf ein Mosaik von Gründen.

Wenn dem Staat seine Kinder der Stolz der Nation sind, bedarf es hier keiner Almosen sondern eines konsequenten Herangehen und das wiederum über die Schule hinaus, so dass ein betreffendes Elternhaus tangierend motiviert wird.

Das allerdings ist nur ein Detail aus dem Trend, im Trend liegen ebenso die immer noch sich der Realität nicht stellen möchten.

Es sind nicht nur Kinder, doch es sind überwiegend junge und durchaus gebildete Staatsbürger im Dschungel der Städte.

Sie verweigern sich der Realität, sicherlich erlebten wir alle einmal in längst vergangen Zeiten die nächtlichen Diskussionen über den eigentlichen Sinn des Lebens.

Ich ziehe immer noch den Hut vor den JUSOs die damals für mehr als 18 Monate nach Israel in den Kibbuzim gingen auch gab es jene die in den Entwicklungsdienst gingen.

Das sieht derzeit anders aus, man verweigert sich der Realität und besetzt Positionen ohne Perspektive, das kann man durchaus mal machen, doch bedarf es der Revision seines Lebens.

Eigentlich eine ganz bekannte Situation, das bisherige Leben am Scheitelpunkt.

Der verschob sich allerdings, lag er vor 3 Jahrzehnten nach 20 Lebensjahren und eröffnete mit 25 Jahren dem jungen Menschen Perspektiven, verschob sich genau jener Scheitelpunkt um 5 bis 10 Jahre nach hinten.

Diese 5 bis 10 Jahre sind geprägt von einem Leben, was man bezeichnen kann, als den ungewollten Tanz auf dem Vulkan.

Das rächt sich in der Arbeitsbiografie und im Leben, denn zunächst kann der Boykott der Sozialsysteme Tagesordnung werden.

Zwar lebt man mit weniger Ansprüchen und selektiert die Ausgaben doch man verweigert auch die Kosten der Beteiligung.

Aufgrund des praktizierten Kostenboykotts am staatlichen Sozialsystem werden die Menschen aus dieser Gruppe zu Freiwild der privaten Versicherer, da ergibt eine minimale Absicherung den optimalen Preis und das ist der bittere Preis für ihre angebliche Freiheit.

Man kann das überschlagmäßig berechnen, hatten vor 3 Jahrzehnten 35 jährige bereits Rentenansprüche erwirtschaftet die über 450 Euro monatlich beim Eintritt des Regelrentenalters waren, hat sich diese Summe auf unter 300 Euro gesenkt.

Rechnet man nun hoch und setzt den Faktor 1 für folgende 10 Jahre ein, so sind das 270 Euro plus, dazu kommt allerdings die derzeitige Flutation der Unternehmen.

Eine Planung in der freien Wirtschaft über 10 Jahre Dauerarbeitsplatz ist bereits ein Traum, insofern gibt es die Regelmäßigkeit in den zukünftigen Arbeitsbiografien sich zwischen 2 Firmen zu befinden.

Der Zeitraum nimmt generell zu, lag die Dauer der Arbeitslosigkeit bei unter 30 jährigen im Durchschnitt bei 4 Monaten, liegt dieser Zeitraum bei 40 jährigen bereits bei mehr als 8 Monate.

Bei 50 jährige bzw. etwas ältere kommen noch andere Faktoren hinzu, denn der Seniormanager ist ein Job auf Zeit, in der Personalbeschaffung wird mit dem Alter ein Geschäft gemacht.

Hier spielen Zeitverträge mittlerweile eine Rolle, jene Rolle die Zeitarbeitsfirmen bei den andererseits jungen, dynamischen und flexiblen einnimmt.

Die primäre Frage stellt sich irgendwann für jeden jüngeren Arbeitnehmer, wie verknüpft ist meine Arbeit mit meinem Leben?

Die Lebensbiografie schreibt eigene Gesetze, es ist nicht nur der Lebenspartner und die Kinder, wie reagiert man an Scheitelpunkten?

In der Regel sollten das die Eltern bzw. Schwiegereltern sein, aber auch diese Regel wird vom Leben durchbrochen, das trifft meistens zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr zu.

Da beginnt ein Schatten auf das bisherige Leben zu fallen, in der zeitlichen Gestaltung sowie in der Finanzierbarkeit. Wer im Alter von 50 oder mehr Vorsorge zu betreiben will, beherrscht das kleine Ein mal Eins nicht, denn das wird nichts mehr.

Man erkennt aufgestaute Spannungen und die wirken mitunter übertragbar, das Ziel ist bekannt und nennt sich den Standard behalten.

In mehr als 25% funktioniert das allerdings nicht, man spart indem bedient wird, mitunter fehlt die Einsicht aber ebenso der fehlende Blick auf die Alternative.

Was weiterhin funktioniert ist der vorhandene Sozialneid, man möchte es anderen beweisen und zeigt sich willig länger zu arbeiten.

Der Mensch der seine Arbeitsbiografie als Zocker begann wird auch als Zocker sie beenden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Februar 2012 um 05:56 Uhr  

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