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Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Am Rande bemerkt...

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Ich lese einen Beitrag „Marinaleda – Ein Leben in Gleichheit“, ein spanisches Dorf macht uns vor, wie es gehen kann:

Alle haben Arbeit, ein eigenes Haus.

Das wäre das Ideal.

Leider taugt es nicht für unsere Gesellschaft als Ganzes.

Oder doch?

Was im Dorf angebaut wird und wie investiert wird, das entscheiden die Stadtversammlung oder die Versammlung der Genossenschaftler, je nach Aufgabenbereich.

In Marinaleda entscheiden die Bürger, wann welche Häuser renoviert werden, wie das neue Altersheim finanziert und vor allem, wie viele neue Häuser gebaut werden.

Über ein Programm der andalusischen Regierung wird das Baumaterial bezuschusst, Architekt und Maurer bezahlt die Dorfgemeinschaft.

Die restlichen Kosten betragen ca 50.000 Euro, 100.000 Euro weniger als in den übrigen Gemeinden.

Um diesen Betrag abzuzahlen müssen die Dorfbewohner jeden Monat 15 Euro entrichten.

Durch diesen niedrigen Betrag wird sichergestellt, dass kein Mensch in Marinaleda in Armut leben muss und dass die Häuser nicht  verkauft, sondern nur vererbt werden.

Zwar gibt es von den Sozialdemokraten im Dorf Kritik am System, es sei zu undemokratisch.

Zwar hätten die Dorfbewohner mehr Mitspracherecht, als in anderen Gemeinden, aber der Bürgermeister Gordillo sei eine übermächtige Figur im Dorf.

Er präge die Pläne ganz maßgeblich.

Dennoch, so geben sie zu, nutze er seine Macht nicht aus.

Ich vermute, er überzeugt.

Was können wir daraus lernen, übernehmen?

Ein Modell für die Gesellschaft als Ganzes kann es so nicht sein.

In Marinaleda, einer Gemeinde mit wenigen Bürgern sind alle umfassend informiert.

Sie verstehen, worum es geht, kennen die Handlungsalternativen und können rational abwägend nach sicher auch emotionaler Diskussion sachlich kompetent entscheiden.

So war es auch in der griechischen Polis, Auch dort „funktionierte“ die Demokratie so.

Wurden die Bürger der Polis allerdings zu zahlreich, wurden Neubürger aufgefordert, eine neue Polis zu gründen – in Kleinasien.

So halten es übrigens auch die Rattenpopulationen:

Wenn sie über das „sozialverträgliche Maß“ hinaus anwachsen, töten sie die Neugeborenen, zwingen trächtige Rattenmütter zur Flucht.

Beide Optionen verbieten sich für unsere Gesellschaft.

Dennoch, zwei Aspekte erscheinen mir wichtig und zu übernehmen für unsere sehr viel größere Gesellschaft und deren sehr viel komplexeren Herausforderungen:

Erstens, wir brauchen eine Führungspersönlichkeit, die den Bürgern die Herausforderungen, die damit verbundenen Probleme, auch die damit notwendigen Opfer „klarmacht“.

So klar, wie einst Willy Brandt bei der Ostpolitik.

Wir brauchen zweitens Medien, die diese Botschaft transportieren.

Die Medien haben wir.

Die Führungspersönlichkeit haben wir nicht.

Angela Merkel führt nicht.

Sie bedient die Vorurteile, das Bauchgefühl der Bürger, vielleicht, um des Machterhalt willens, vielleicht auch, weil sie eine Lösung nicht erkennt.

Sigmar Gabriel und seine Mitstreiter stützen die verfehlte Regierungspolitik.

Sie kritisieren zwar im Detail, manchmal auch im Grundsatz, bieten aber selbst keine konkreten, überzeugenden Lösungen an.

Aus Angst, mit der Wahrheit – die einige unter ihnen kennen, wie ich hoffe – den Wähler zu „verprellen“ und bei der nächsten Bundestagswahl Stimmen zu verlieren?

Stimmen gewinnen werden sie so nicht.

Wir, die Linken in der SPD, müssen die Führungspersönlichkeit in unseren Reihen finden und stark machen, die ein klares, konkretes Konzept für soziale Gerechtigkeit bei uns und in Europa formuliert, ein Konzept, das die Mehrheit der Bürger überzeugt.

Dann werden es auch die Medien verbreiten.

 

 

 

 


 

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