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Ethische Normen für globales Wachstum unverzichtbar

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Grundlegende soziale Sicherungssysteme und die seit den 1969erJahren fast durchgängige überdurchschnittliche Wachstumsprosperität hatten Armut in Deutschland und Westeuropa weitgehend marginalisiert

Diese grundsätzliche Feststellung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die drastische Zunahme unterdurchschnittlich bezahlter oder unsicherer Arbeitsverhältnisse nicht letztendlich doch zu einer Destabilisierung der gesellschaftlichen Ordnung führen wird.

Dabei kommt der Frage eines stabilen Wachstums in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle zu, allerdings nicht mehr in dem klassischen Sinne früherer Zeiten.

Den Volkswirtschaften wird es nur durch globale Kooperation und Koordination möglich sein, ein qualitatives Wachstumsniveau zu erreichen, was noch tiefere Einschnitte in die sozialen Netze verhindert.

Weltweit müssen Mechanismen entwickelt werden, die Ungleichgewichte und Missbräuche der Kapitalströme verhindern und deren transparente Überwachung ermöglichen.

Doch werden diese Wachstumsabsicherungs-Modelle ausreichen, um die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme zu gewährleisten und werden zugleich immer mehr Menschen wieder in Armut leben müssen, weil sie ohne Widerstandsmöglichkeit der Gruppe derjenigen zugeordnet werden, die außerhalb der tariflich geschützten Bereiche der Arbeitswelt aus eigenem Verschulden letztendlich nicht zur eigenen Existenzsicherung befähigt sind?

Die Globalisierung mit ihren Wachstumspotenzialen erhöht zugleich den Druck wirtschaftliche Leistungen immer stärker den Profitmaximierungsinteressen unbekannter Kapitelgeber zu unterwerfen, was durch die Ausbreitung der Billiglohnarbeitsplätze und der ungesicherten zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse eine Verschärfung der Gegensätze von Arm und Reich mit sich bringt.

Es ist daher nicht nur eine rhetorische Frage, ob sich bei den Empfängern von sozialen Grundleistungen und der wachsenden Zahl von Erwerbstätigkeiten mit prekären Beschäftigungsverhältnissen nicht um jene handelt, die einst Karl Marx als „Überzählige“ beschrieb.

Haben wir also einen dauerhaften Bodensatz von „Überzähligen“ und ist die globale Wirtschaftsordnung nicht gerade darauf angelegt, dieses Potenzial der „Überzähligen“ möglichst hochzuhalten, um bei Bedarf auf diese Reserve zurück greifen können?

Zwischen den Überlegungen eines Karl Marx, der in seiner englischen Zeit zwischen 1843 und 1867 intensiv mit den Entwicklungsgesetzen der Ökonomie beschäftigte und unserer heutigen sozialwirtschaftlichen Situation liegen gut 170 Jahre.

Doch an Kernaussagen der ökonomischen Theorien des Soziologen Karl Marx, dass die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse bildet, die ökonomische Struktur der Gesellschaft, also die reale Basis, bildet, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, der wiederum bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen beeinflusst, hat sich im Kern nichts geändert.

So gesehen ist die heutige Occupy-Bewegung eine Antwort des 21.Jahrhunderts auf neue Formen von gesellschaftlicher Unterwerfung und Ausbeutung und die Begriffsbestimmung von Prekariat, als Sammelbegriff unsicherer Arbeitsverhältnisse eine moderne, zeitgemäße Fortsetzung des Proletariats zu Lebzeiten eines Karl Marx.

Das mag heutzutage nur noch für Politik- und Sozialforschung von größerer Relevanz sein, aber es ist zu übersehen, dass sich bestimmte Mechanismen nach der Verabschiedung der sogenannten sozialen Marktwirtschaften wieder eine größere Bedeutung verschafft haben.

Damit sind wir wieder bei den Weltwirtschaftsproblemen, die keineswegs nur von momentaner struktureller Natur sind und mit ein bisschen weniger hier und ein bisschen mehr dort zu beheben wären.

Unbestritten ist, dass eine Wiedergeburt eines hohen globalen Nachfrageniveaus ohne nachhaltige globale Wachstumspläne nicht möglich erscheint, die zugleich Chancengleichheit und stärkere Investitionen in Aus-und Weiterbildung und soziale Fürsorge als Kernpunkte beinhalten.

Wegweisend wird allerdings sein, ob es gelingt eine ethische und soziale Komponente zu verankern und ganz global.

Nur so können Märkte und Staaten den Herausforderungen begegnen und nicht einer Prekarisierung der Gesellschaften noch weiter Raum geben.

Was nicht bedeutet den Begriff politisch und moralisch zu skandalisieren, sondern die Veränderung der Arbeits- und Lebenswelt, in der es kaum mehr Sicherheiten gibt, als eine Bedrohung zu beschreiben, die uns stärker betreffen wird, als es die derzeitigen Umwälzungen durch die Finanzkrise andeutet.

 

 

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