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Der Bürger als Manager

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Kann ein Management für den betroffenen Staatsbürger sich als nützlich erweisen?

Derzeit sind Staat und Krise fast identisch, es gibt die Finanzmarktkrise, es folgte ein Staatsinterventionismus und es entwickelt sich eine neue Strategie von unten.

Das Management des Staates greift da ein, wo Brüche ersichtlich werden und zeigt im Ergebnis eine Vielzahl von ökonomisch sinnlosen Sanierungsprogrammen.

Die Streckung der Probleme sind u.a. die sog. Auffanggesellschaften, was nichts anderes bedeutet als Fronturlaub vor dem Fall. Derzeit verkünden Politiker der ersten Reihe aus dem Kader der Konservativen ein Erfolgsmodell und bezeichnen das als das Selbstmanagement.

Insofern ergibt die Kriseninterpretation nicht den Paradigmenwechsel sondern man individualisiert, man bastelt sich den Menschen der mit Brüchen und Kontinuiäten im radikalen Marktliberalismus umgehen kann.

Dabei ist das eigentliche Selbstmanagement die alte Formel zum Überleben, der stetige Kampf um das Geld und die verfügbare Zeit, heißt nun Selbstmanagement die Wiederentdeckung der Langsamkeit durch die Konservativen?

Ich vermute einmal diese tangierende soziale Ader neuen Schub zu geben, liegt ihnen wohlweißlich fern.

Worum geht es ihnen eigentlich? Es geht ihnen um diese konsequente Ausnutzung des Gelegenheitsfensters, denn die Historie besagt, bei externen Krisen scharrt sich der Bürger hinter der jeweiligen Regierung.

Deshalb neigen Konservative zu Gestaltungsoptionen, das ist nichts anderes als eine optimistische Kriseninterpretation, erzeugt durch die Neigung zur medialen Überzeichnung von sog. plötzlichen Kehrtwendungen.

Mit denen man Eindruck schinden möchte, man macht so und versucht zu vermitteln, dass ab nun die marktliberalen Strategien und die Formeln des Neoliberalismus keine Rolle mehr spielen würden, anstatt dessen verkündet man eine neue Gestaltung.

Die ist allerdings behaftet von Programmelementen die klassisch neoliberaler gar nicht sein können, die Deregulierung setzt sich fort, man trifft nun das Individuum.

Das Ergebnis heißt: man fordert den Bürger zur Anpassung an ein labiles System, der selbstgemanagte Bürger soll doch sein eigener Krisenbewältiger werden.

Sind das nun Faktoren die das Ergebnis einer Staatsverschuldung ist oder vollzieht sich der langsame Abschied von einem aktiven Sozialstaat?

Ich neige dazu, das ist eine Frontalstrategie zu sagen, die Folgeprobleme ausklammern möchte.

Es geht nämlich im herkömmlichen Sinne um die Fortbestehung des Gewährleistungsstaates, passt der sich dem neoliberalen Credo an, könnte das zu einer Neuordnung der Leitbilder des Staates führen.

Das wäre dann nichts anderes als ein Staat mit neuer Institutionalisierung, ein angepasster Wettbewerbsstaat der seine Aufgaben neu regulieren müsste, was nichts anderes bedeuten würde es findet ein Wandel statt vom Versorgungserbringer zum Versorgungsmanager.

Was machen daraus die öffentlichen Meinungsproduzenten, sie bieten den Konservativen das Forum um ihre Ideen eines Selbstmanagements zu verkünden.

Damit öffnet man ein Tor zur weiteren Demontage unseres vorbeugenden Sozialstaates, denn ein Selbstmanagement eröffnet einen Markt der Möglichkeiten.

Ich bin nicht abgeneigt, wenn wir in unseren Schulen und Hochschulen die Selbstbeherrschung zu einem Lehrziel machen würden, damit man einer sog. Überforderung Einhalt gebieten kann, das ist aber ganz etwas anderes als dieses Proklamieren des Selbstmanagements durch die sog. Katastrophenschützer.

Man setzt ganz einfach hier wieder auf die Privatisierung, Tatsache ist nun einmal dieses heute bereits notwendige Managen des Alltags und die entsprechende temporäre Vorsorge bei allen Eventualitäten gelingt gerade mal 1/3 von allen, das zweite Drittel wird sich bemühen aber nichts erreichen und bereits ein Drittel ist aus unterschiedlichen Gründen bereits abgehangen.

Diese Bild täuscht allerdings denn überwiegend liegt beim Bürger die Bedürftigkeit vor, genau das sollte sich der Staat zu eigen machen und dabei den Vorreiter machen, die Umkehrung der Verhältnisse wäre die Staatsaufgabe der Zukunft, denn wie sieht es aus auf dem flachen Land, gibt es da Bedingungen die ein erfolgreiches Selbstmanagement erkennbar machen?

Es gehört aber stets etwas zusammen, denn nach den sog. Katastrophen sollte ein Staat beginnen sich nicht selbst zu retten sondern etwas Beständigeres aufzubauen, d.h. auch hier den Weg finden der da heißt:

Zurück in die Schranken des Regelwerkes der Demokratie.

Es darf sicherlich Alternativkonzeptionen geben, doch der Bürger ist allererst Staatsbürger und nicht Wirtschaftsbürger.

Ein Staatsbürger sicherlich auch, darf die Angst vor dem sozialen Abstieg besitzen und die Angst davor kann ihm nur ein starker und handlungsfähiger Sozialstaat nehmen.

Wer ein staatliches Versorgungsdefizit den ökonomischen Verhältnissen anpassen möchte, dem sollte mehr einfallen als Selbstmanagement und Privatisierung.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 17. April 2012 um 04:16 Uhr  

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