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August Bebel, der ADAV und die Anfänge der SPD

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2013 feiert die SPD ihr ihr 150. Parteijubiläum.

Sachsen gilt als die Keimzelle der deutschen Sozialdemokratie.

In der Stadt Leipzig wurde 1863 der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) gegründet, die erste deutsche Arbeiterpartei.

Im kommenden Jahr feiert aus diesem Anlass die SPD ihr Parteijubiläum in Leipzig.

Eigens zur Gründung des ADAV am 23. Mai 1863 hatte der Revolutionsdichter Georg Herwegh den Text für das Bundeslied geschrieben.

Die Melodie für das Bundeslied wurde in den 1920er Jahren von Hanns Eisler geschrieben.

Mann der Arbeit, aufgewacht!

Und erkenne deine Macht!

Alle Räder stehen still.

Wenn dein starker Arm es will.

Der gesamte Text bei Projekt Gutenberg-De

http://gutenberg.spiegel.de/buch/1197/101

1869 gründeten August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei - SDAP, deren Programm und Statuten von Bebel entworfen wurden.

Nachdem ADAV und SDAP ihre Differenzen beigelegt hatten, kam es 1875 in Gotha am zum Vereinigungsparteitag der beiden großen Organisationen der deutschen Arbeiterbewegung zur Sozialistischen Arbeiterpartei - SAP.

Von 1878-1890, in der Zeit der Sozialistengesetze, wird Bebel im Reichstag zum schärfsten Kritiker der politischen Zustände im Deutschen Reich.

Die SAP kann trotz scharfer Repressionen ihre Stimmenzahl bei Reichstagswahlen verdreifachen.

Nach ersten persönlichen Begegnungen mit Marx und Engels im Jahre 1880 wird August Bebel ein Jahr später wegen seiner politischen Betätigung aus Leipzig ausgewiesen und siedelt nach Dresden über.

Bebel ist neben Karl Kautsky maßgeblich an der Ausarbeitung des "Erfurter Programms" der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - SPD, wie sich die Partei seit dem Jahr 1890 nennt, beteiligt.

Die SPD entwickelt sich jetzt schnell zur Massenpartei mit Sachsen als Keimzelle und Motor.

1892 wird August Bebel neben Paul Singer zu einem der beiden Vorsitzenden der SPD gewählt.

Eine Doppelspitze gab es also schon vor 120 Jahren und ist nicht etwa eine Erfindung der Grünen, wie heute viele meinen.

Bebel bleibt Vorsitzender der SPD bis zu seinem Tod am 13. August 1913.

Schon 1871 wurde Bebel Mitglied des Deutschen Reichstags, dem er 42 Jahre lang bis zu seinem Tode ohne Unterbrechung angehörte.

Dort hält er am 25. Mai 1871eine berühmt gewordenen Rede:

"Meine Herren, und wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt ist, dann erinnere ich Sie daran, daß der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, dass die Hauptsache in Europa uns noch bevorsteht und dass ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Pariser Proletariats 'Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der Not und dem Müßiggange!' der Schlachtruf des gesamten europäischen Proletariats werden wird."

1872 erfolgt in einem Schauprozess seine Verurteilung zu zwei Jahren Festungshaft wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" gemeinsam mit Liebknecht und zu weiteren neun Monaten wegen „Majestätsbeleidigung“.

Bebel war hauptverantwortlich für die Organisation der Partei und prägte weitgehend ihren Kurs und ihr Bild in der Öffentlichkeit.

Seine Ehrlichkeit und Geradlinigkeit machten ihn zum Idol der sozialdemokratischen Anhänger.

Die bürgerliche Presse hingegen mochte ihn so wenig, dass sie bereits 1892 Falschmeldungen über seinen Tod verbreitete, woraufhin Karl Marx schrieb:

"Das größte Unglück für unsere Partei! Er war eine einzigartige Erscheinung innerhalb der deutschen - man kann sagen - der europäischen Arbeiterklasse."

Von seinen Anhängern jedoch, die zu Zehntausenden seinen Reden lauschten, wird er liebevoll „Arbeiterkaiser“ oder auch „Kaiser Bebel“ genannt.

Als er am 13. August 1913 im Alter von 73 Jahren in einem Schweizer Kurort an einem Herzleiden stirbt, nehmen an der anschießenden Trauerfeier in Zürich Zehntausende von Menschen teil, darunter führende Vertreter sozialistischer Parteien aus zahlreichen Ländern.

Die Züricher Wochen-Chronik schreibt zum Tod von August Bebel:

"Der unerwartete Tod des 73-Jährigen hat in der ganzen Welt ein größeres Aufsehen erregt, als der eines gekrönten Hauptes."

„August Bebel starb wie ein Kaiser. Und er war es ja auch gewesen – lange zu Lebzeiten: ein Kaiser der Arbeiter und der kleinen Leute."

WILLY BRANDT

Bundeslied

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Oktober 2012 um 11:40 Uhr  

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