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Voodoo-Ökonomie

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Vor nicht langer Zeit musste sich der griechische Staat beim Rettungsfonds EFSF (Europäische Finanzstabilitätsfazilität) - alleine schon dieser Name - 4,2 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von etwa vier Prozent leihen.

Die Regierung reichte die Summe gleich an die Europäische Zentralbank weiter, um damit auslaufende griechische Staatsanleihen zu kaufen.

Griechenland leiht sich also Geld bei einer Instanz der EU, um es sofort einer anderen EU-Instanz zu geben. Eine völlig absurde Situation.

Selbst der amerikanische Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stieglitz spricht im Zusammenhang mit dem europäischen Hilfsprogramm für Spaniens Banken von "Voodoo-Ökonomie".

Stieglitz: "Deutschland hält daran fest, dass die Stärkung durch Haushaltsdisziplin kommt, aber das ist ein komplett falsche Diagnose...Man muss sich dem zugrundeliegenden Problem stellen, und das ist: das Wachstum zu fördern."

Ein Befund, der für alle gefährdeten europäischen Volkswirtschaften gelte.

Wie sehr der Wirtschaftsliberalismus in Deutschland abgewirtschaftet hat, erkennt man dieser Tage vielleicht am besten daran, dass dessen politischer Arm sich einen Patrick Döring Generalsekretär hält.

Jenen Herrn Döring, der jetzt gar auf eine schnelle Entscheidung der EU zur Finanztransaktionssteuer drängt.

Verkehrte Welt?

Wer noch vor Wochen Wetten angenommen hätte, dass die sich FDP - und sei es nur zum Schein, wie es jetzt geschieht - die Spekulationssteuer befürwortet, wäre heute so reich wie manches Mitglied im Nationalen Wächterrat der Besserverdienenden es trotz Anschlussverwendung als fliegender Teppichhändler nie sein wird.

Gerade hatte ich mir endgültig abgewöhnt, Maybrit Illner, diese Symbiose aus Richterin Salesch und Jerry Cotton, im Fernsehen zu verfolgen, da lädt diese sich den Anthropologen und Aktivisten von Occupy Wallstreet David Graeber ein und "fragt ihn mit der größten Selbstverständlichkeit nach seiner Alternative zum Kapitalismus: "Kommunismus oder Naturalwirtschaft?".

So jedenfalls die FAZ, die gleich noch einen draufsetzt und das neue Buch des Anarchisten als diffiziles Meisterwerk lobt.

Graeber hat übrigens Illners Frage mit "Demokratie" beantwortet.

Schulden
Die ersten 5000 Jahre
von David Graeber
ISBN 978-3-608-94767-0
gebunden (536 Seiten)
4. Auflage / 26,95 Euro

Graeber packt das Problem der Schulden an der Wurzel, indem er bis zu ihren Anfängen in der Geschichte zurückgeht.

Er zeigt, dass seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren das Versprechen auf Rückzahlung die Menschen in die Sklaverei treibt.

Die heutige weltweite Schuldenwirtschaft ist für ihn eine Bankrotterklärung der Ökonomie.

Oder neue Blickrichtung?

DIE ZEIT interviewt einige Tage später den renommierten griechischen Ökonomen Yanis Varoufakis.

Der wiedrum empfiehlt dem deutschen Steuerzahler, er solle sich über die radikal linke Partei Syriza n Griechenland freuen.

Varoufakis: "Griechenland kommt irgendwann an einen Punkt, an dem es unter den bestehenden Bedingungen nicht mehr Mitglied der Euro-Zone sein kann. Syriza sagt: So kann es nicht weiter gehen, wenn wir den Euro behalten wollen. Die Partei handelt verantwortungsvoll, wenn sie das gegenüber Europa so klar ausspricht. Ich hätte erwartet, dass der deutsche Steuerzahler das zu schätzen weiß."

 

 

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