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Von wegen " Götz von Berlichingen"

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Der Sonntag in der Döberitzer Heide, bevor ich allerdings über meine Gedanken in Heinz Sielmanns Wildnis beginne zu berichten, widmen wir uns dem Tag zu, Monatag, den 23.Juli 2012 und genau heute vor 450 Jahren verstarb der Götz von Berlichingen.

Aktueller denn je, der SPD in Müchner Nord könnte man zurufen „ und will euch nichts gelingen, so denkt an Götz von Berlichingen,“

Zurück zu der nicht enden wollenden Wanderung durch die Wildnis der Döberitzer Heide.

Von Berlin aus zu erreichen über Kladow/ Groß Gliencke auf die B2 in Richtung Krampnitz/ Sacrow, rechts abbiegen zum Parkplatz an der B2.

Kladow ,dort wo man lernen muß Ulrike zu verstehen, in der Annahme man hat sie verstanden und evtl. hängen im Spätsommer des Jahres 2013 dort diegleichen Plakate.

So bevor man allerdings den Rundweg über mehr als 22 km in der Heide zurücklegen will, muß man durch einen Spontanmischwald typisch Sielmanns Erbe, der Zubringer hat bereits ca. 15 Minuten Wanderzeit in sich, steht die Sonne oben, kann man in nördlicher Richtung laufen, bis zum Aussichtsturm gibt es noch etwas Schatten, danach bis zur Nordspitze ca. dort wo das Olympische Dorf sich befand knallt die Sonne gnadenlos auf die spontan bewachsene Heide.

Man kommt dort in der menschenleeren Gegend auf einige Gedanken, vor mehr als 1 Jahr hörte ich im Auto Deutschlandradio Kultur, man stellte den Autor des Buches „ Groschenroman“ vor, Martin Keune.

Der wiederum wurde im Jahr 1959 im Sauerland geboren und ist derzeit Chef einer Werbeagentur in Berlin, seine Wochenende verbringt er in dem havelländischen Dorf Semlin bei Rathenow.

Genau dort entdeckte er etwas, nämlich ein Stück deutscher Geschichte, etwas was verdrängt wird und sich verdrängen lassen mußte.

Im Frühjahr des Jahres 2012 entdeckte ich in der Büchergilde am Wittenbergplatz das Buch von Martin Keune, den „ Groschenroman“ der Groschenroman beschreibt im Detail das aufregende Leben des Erfolgsschriftstellers Axel Rudoph, teilweise so präzise dass man an die Schauplätze zurück möchte.

Es ist ein Stück unserer deutschen Gesichte und die zieht sich wie ein roter Faden über fast 220 Seiten.

Axel Rudoph wurde am 26. Dezember 1893 in Köln Nippes geboren, man bekommt einen Einblick in die Familie und in die Biografie der Familie.

Axel zog es in den Krieg, er beschreibt die Westfront und das Gas, wird verwundet und kommt an die zähe Ostfront, erlebt dort wieder den Gaseinsatz und dabei dreht sich der Wind.

Axel flüchtet vor Gefahr des Gases und gerät in zaristische Kriegsgefangenschaft.

Man erfährt mehr über all die Soldaten in den zaristischen Lagern jenseits des Urals, von der Behandlung der Österreich- Ungarn und der deutschen kaiserlichen.

Axel der vergessene Gefange, der im Schnee sich wiederfand und seine Flucht plante, man erfährt etwas mehr über die Tiefe Russlands während der letzten Phase der Zarenmacht. Wie er abenteuerlich Moskau erreicht, in der Zeit der Menschewiki, die Begenung am Bahnhof mit Elsa Brandström und sein Transport nach Dänemark.

Dänemark war eigentlich das Land seiner Väter und er lernte die Dänen schätzen und kennen, der Leser erfährt mehr vom Leben der Kriegsgefangenen im neutralen Dänemark und Axel findet seine erste große Liebe.

Danach das Kriegsende, der Transport nach Deutschland, der Leser erfährt mehr über Schleswig Holstein und der rechten Gesinnung der Bevölkerung.

Axel Rudoph wurde angeworben vom Freikorps Schleswig Holstein, derjenige unter uns der gerade nicht weiß, wie brutal dieses Freikorps war der sollte bei seinem nächsten Besuch in Schloß Gettorf bei Schleswig den Weg rechts von der Zugbrücke nehmen, dort befindet sich ein Gedenkstein für die gemordeten Bürger der Stadt Schleswig die sich dieser rechten Horde entgegenstellten.

Axel war nicht lange dort in dieser Horde, der quittierte den Dienst und was dann folgte beschreibt Martin Keune in einer Vollendung, die den Leser bindet.

Denn mitten in der Weltwirtschaftskrise gewinnt der arbeitslose Bergmann Axel Rudolph unerwartet einen Preis in einem Tonfilmwettbewerb der Ufa.

Der Gelegenheitsarbeiter und Obdachlose steigt somit zum Drehbuchautor und Schriftsteller auf, Martin Keune gelingt es immer wieder mit der Personenbeschreibung und den Orten den Leser nahe an das Geschehen zu bringen, an Sacrow bei Berlin, an Babelsberg, an Rathenow und an Semlin.

Axel Rudolph speiste ein Millionenpublikum mit seinen Groschenromanen und dann folgen die dunkeln Schatten der NS Politik, der Rauswurf aus der Reichskulturkammer und das verzwickte Leben eines Schriftstellers in der braunen Provinz, der Frauenschwarm Axel gerät in Gefahr mit der Tochter eines NSDAP Funktionärs.

Es folgen all die Detaile und das aüßerst präzise, bis zu Feisler vor dem Volksgerichtshof, es folgt das Zuchthaus Brandenburg an der Havel, Axels Abschiedsbriefe und seine Hinrichtung.

Dem Autor des Buches gelang es weiterzumachen, er knüpft an das Leben von Gerti an, Axels Frau die im Zuchthaus Brandenburg von der Roten Armee befreit wurde und er schildert das Leben nach 1945 im Dorf, erinnert an Axels Wurzeln in Dänemark und der Beginn dessen was man in der DDR als Kunstvorgabe bezeichnete, Axels Werke und Axels Leben verschwand ein zweites Mal.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 23. Juli 2012 um 14:56 Uhr  

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